| Kein Rechtsruck - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau |
| 13.03.2026 20:53:00 |
Der befürchtete große Rechtsruck bei der
Betriebsratswahl im Zwickauer Volkswagen -Werk ist
ausgeblieben. Die IG Metall erhielt zwar weniger Stimmen als vor
einem Jahr, holte aber trotzdem mehr als 81 Prozent, wie aus einer
Mitteilung der Gewerkschaft hervorgeht. Das als AfD-nah geltende
"Bündnis freie Betriebsräte" kam auf 11,5 Prozent, die Liste 1 "Die
Andere Liste" auf gut 7,3 Prozent. Etwa 8.200 Mitarbeiter waren zur
Wahl ihrer neuen Mitarbeitervertretung aufgerufen.
"Mit diesem Rückhalt gehen wir als Team IG Metall gestärkt und
selbstbewusst in die bevorstehenden Auseinandersetzungen um die
Zukunft des Standortes - und damit der gesamten Automobilregion",
erklärte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Zwickau, Thomas
Knabel. "Der im Vorfeld vielfach vermutete Rechtsruck hat sich als
medialer Scheinriese erwiesen. Diese Belegschaft weiß sehr genau,
wer für ihre Interessen einsteht und wer nicht - auch das zeigt das
eindeutige Ergebnis."
Rösler: Kommende Jahre entscheidend für Automobilregion
Der Spitzenkandidat der IG Metall-Liste, Mike Rösler, sprach von
einer Zeit, in der viele Beschäftigte verunsichert seien. "Die
kommenden vier Jahre werden entscheidend für die Zukunft unserer
gesamten Automobilregion sein", so der bisherige stellvertretende
Betriebsratsvorsitzende. "Wir werden alles dafür tun, dass es hier
am Standort auch über 2030 hinaus weitergeht, für sichere
Arbeitsplätze und eine starke Industrieregion Zwickau."
Wegen Überkapazitäten an seinen deutschen Standorten baut Volkswagen
bis 2030 bundesweit 35.000 Stellen ab. Das trifft auch die Standorte
in Sachsen. Während die Gläserne Manufaktur in Dresden die
Autoproduktion ganz eingestellt hat, muss das Fahrzeugwerk in
Zwickau auf absehbare Zeit die Fertigung mehrerer Modelle abgeben.
Statt wie bisher in drei Schichten wird hier nur noch in zwei
Schichten gearbeitet.
Jobabbau auch bei VW in Zwickau
Infolgedessen wurden den Angaben nach bereits 1.200 Arbeitsplätze
abgebaut - durch altersbedingte Abgänge, Aufhebungsverträge und weil
befristete Verträge nicht verlängert wurden. Mancher befürchtet,
dass die Autoproduktion ganz eingestellt werden könnte, wenn die
aktuelle Standortgarantie nach 2030 ausläuft. Die Auto-Fabrik ist
innerhalb des VW-Konzerns Vorreiter in der E-Mobilität. Hier werden
ausschließlich Elektroautos gebaut.
Bei der letzten Wahl vor gut einem Jahr hatte die IG Metall bei
Volkswagen in Zwickau mit fast 89 Prozent noch größeren Zuspruch
erhalten als bei der aktuellen Wahl. Allerdings gab es dieses Mal
mit insgesamt drei Listen auch mehr Konkurrenz. Von den 35 Sitzen im
neuen Gremium entfallen nun 29 auf die IG Metall, 4 auf das Bündnis
freie Betriebsräte und 2 auf "Die Andere Liste"./hum/DP/mis
ISIN DE0007664039
AXC0276 2026-03-13/20:53
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Autor: - dpa-AFX
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