| ROUNDUP 3: Kuba bestätigt erstmals Gespräche mit Trumps Regierung |
| 13.03.2026 21:28:00 |
(Neu: 5. Absatz, Reaktion von Guterres)
HAVANNA (dpa-AFX) - Erstmals seit Beginn der jüngsten Spannungen mit
Washington hat Kuba formelle Gespräche mit der US-Regierung
bestätigt. "Kubanische Vertreter haben kürzlich Gespräche mit
Vertretern der US-Regierung geführt, um auf dem Wege des Dialogs
nach einer möglichen Lösung für die zwischen beiden Ländern
bestehenden bilateralen Differenzen zu suchen", sagte der Präsident
des sozialistischen Landes, Miguel Díaz-Canel. US-Präsident Donald
Trump hatte zuvor mehrfach über laufende Kontakte mit Kuba
gesprochen, die von Havanna bisher nicht bestätigt worden waren.
Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Karibikinsel steht unter
erhöhtem Druck aus Washington. Trump hatte zuletzt durch eine
Ölblockade und Zolldrohungen gegen Kubas Öllieferanten den Zugang zu
Öl für die Insel weitgehend gestoppt. US-Außenminister Marco Rubio
sprach daraufhin von notwendigen wirtschaftlichen Reformen auf der
Insel - möglicherweise als Schritt, um später auch eine politische
Öffnung zu erreichen.
Die Gespräche mit Washington dienen laut Díaz-Canel dazu, Probleme
zwischen den beiden Ländern zu identifizieren, Lösungen zu suchen
und Bereiche der Zusammenarbeit zu finden. Der Austausch mit
Washington sei durch "internationale Akteure" begünstigt worden,
sagte er, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.
In der Vergangenheit hat unter anderem der Vatikan bei Spannungen
eine Brücke zwischen Havanna und Washington gebaut. Am Donnerstag
hatte Kuba überraschend die Freilassung von 51 Häftlingen
angekündigt - mit dem Hinweis, dies sei das Ergebnis der engen
Kontakte mit dem Heiligen Stuhl. Im Jahr 2014 vermittelte Papst
Franziskus die historische vorsichtige Annäherung der beiden Ländern
unter dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama und dem kubanischen
Revolutionsführer Raúl Castro. Ob der Vatikan nun auch bei den
aktuellen Gesprächen eine Rolle spielt, ist unklar.
Der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane
Dujarric, begrüßte die Ankündigung der Gespräche. "Ich kann Ihnen
sagen, dass wir den Dialog als Mittel zur friedlichen Beilegung der
bilateralen Streitigkeiten sehr begrüßen", sagte Dujarric. Guterres
sei zudem erfreut über die Nachricht der Freilassung von Häftlingen.
Die UN äußerten sich besorgt über die schwerwiegende humanitäre Lage
auf Kuba.
Schwierige Beziehungen seit Revolution 1959 unter Fidel Castro
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der
sozialistischen Revolution unter Fidel Castro 1959 angespannt. Unter
Trump übte Washington zuletzt erhöhten Druck aus - nicht zuletzt
auch nach dem spektakulären Coup der USA, mit dem im Januar
Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro in der Hauptstadt
Caracas festgenommen und in die USA ausgeflogen wurde. Damit brach
einer der wichtigsten Unterstützer Kubas - allen voran durch
Öllieferungen - weg.
Trump hatte Anfang März gesagt, er sei persönlich zusammen mit Rubio
an Verhandlungen mit Kuba beteiligt. "Kuba befindet sich in den
letzten Augenblicken seines bisherigen Bestehens. Es wird ein neues
Leben beginnen", sagte er damals auf einem Gipfel mit konservativen
Regierungschefs aus Lateinamerika und der Karibik. Das nur rund 150
Kilometer von Florida entfernte Land habe kein Geld und kein Öl mehr
und sei eine "Katastrophe".
Kuba hatte die Gespräche bisher nicht bestätigt - und sie sogar
verneint. Nur informelle "Austausche" mit US-Vertretern habe es
gegeben, sagte etwa der Vizeaußenminister Carlos Fernández de
Cossio. Nach der Ankündigung von Díaz-Canel meldete sich Fernández
auf der Plattform X.
"Es ist ein schwieriger Prozess", schrieb er. Es bleibe abzuwarten,
wie das Ergebnis ausfallen werde und ob tatsächlich die Bereitschaft
bestehe, den Wirtschaftskrieg gegen Kuba zu beenden. Havanna führt
die wirtschaftliche Krise auf der Insel auf das seit mehr als 60
Jahren bestehende Handelsembargo der USA zurück./aae/jv/DP/mis
AXC0279 2026-03-13/21:28
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 23.447,29 | -142,36 | -0,60% |
| TecDax | 3.574,39 | -4,97 | -0,14% |
| MDAX | 28.819,46 | -423,95 | -1,45% |
| Dow Jones (EOD) | 46.558,47 | -119,38 | -0,26% |
| Nasdaq 100 | 24.380,73 | -152,85 | -0,62% |
| S & P 500 (EOD) | 6.632,19 | -40,43 | -0,61% |
| SMI | 12.839,27 | -2,89 | -0,02% |
|
| EUR/US$ | 1,1418 | -0,01 | -0,81% |
| EUR/Yen | 182,3595 | -1,08 | -0,59% |
| EUR/CHF | 0,9035 | -0,00 | -0,15% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8634 | 0,00 | 0,08% |
| Yen/US$ | 0,0063 | 0,00 | -0,30% |
| CHF/US$ | 1,2636 | -0,01 | -0,76% |
|
| baha Brent Indication | 101,89 | 1,74 | 1,74% |
| Gold | 5.040,30 | -102,68 | -2,00% |
| Silber | 83,66 | -3,30 | -3,79% |
| Platin | 2.078,51 | -88,19 | -4,07% |
| |
|
|