| Reeder von Merz-Absage zu Hormus-Einsatz enttäuscht |
| 15.03.2026 05:04:00 |
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat sein
Befremden über die klare Absage der Bundesregierung an eine deutsche
Beteiligung zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von
Hormus geäußert. Deutschland sollte entsprechende internationale
Bemühungen "aktiv begleiten und alle Optionen prüfen, die zu einem
wirksamen Schutz von Schiffen und Besatzungen beitragen können",
teilte der VDR in Hamburg mit.
"Ein bloßes Vertrauen darauf, dass es zu keinen Zwischenfällen
kommt, kann angesichts der aktuellen Lage keine tragfähige Strategie
sein", so die Reeder weiter. Zuerst hatte der "Spiegel" berichtet.
1.000 Seeleute auf Schiffen mit deutschem Bezug sitzen fest
Die iranischen Revolutionsgarden hatten die Straße von Hormus nach
den Angriffen der USA und Israels für gesperrt erklärt. Mehrfach gab
es dort Angriffe auf Handelsschiffe. Laut deutschem Reederverband
sitzen in dem Kriegsgebiet weiterhin zahlreiche Schiffe und Seeleute
ohne eigenes Verschulden fest.
Betroffen seien "knapp 1.000 Seeleute auf mindestens 30, nach
neuesten Informationen der Deutschen Marine sogar mehr als 40
Schiffen mit deutschem Bezug", teilte der VDR mit und forderte.
"Diese Menschen und Schiffe dürfen in dieser Situation nicht sich
selbst überlassen werden."
Reeder: Deutschland soll bei Schutz der Schifffahrt nicht ausscheren
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Freitag klargestellt, dass es
für ihn im Augenblick "keine Veranlassung, über eine militärische
Absicherung der Seewege nachzudenken", gebe. Deutschland sei nicht
Teil dieses Krieges "und wir wollen es auch nicht werden", betonte
er. "Und insofern sind alle unsere Bemühungen darauf gerichtet, den
Krieg zu beenden."
Die deutschen Reeder verwiesen auf die G7-Staaten, die sich nach
Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erst vor wenigen
Tagen darauf verständigt hätten, Maßnahmen zur Wiederherstellung der
freien Schifffahrt in der Golfregion vorzubereiten und international
koordinierte Schutzmaßnahmen für Handelsschiffe zu prüfen.
"Deutschland ist Teil der G7 und sollte in dieser grundlegenden
Frage nicht ausscheren", hieß es.
Entscheidend sei nicht, aus welchen Ländern militärischer Schutz im
Einzelnen komme. "Entscheidend ist, dass internationale Bemühungen
unterstützt werden, die darauf gerichtet sind, zivile Schiffe, ihre
Besatzungen und freie Seewege wirksam zu schützen."/fi/DP/zb
AXC0043 2026-03-15/05:04
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Autor: - dpa-AFX
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