| SPD-Energiepolitiker spricht sich für Spritpreisbremse aus |
| 15.03.2026 07:27:00 |
Aus der SPD kommen angesichts der gestiegenen
Spritpreise Forderungen nach weitergehenden Entlastungen der
Verbraucherinnen und Verbraucher. SPD-Fraktionsvize Armand Zorn
sprach sich für die Einführung einer "Spritpreisbremse" aus. "Die
Preise für Benzin und Diesel dürfen nicht stärker steigen als der
Rohölpreis", sagte Zorn der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sollten
auch starke Eingriffe wie eine unternehmerische Entflechtung der
Branche nicht ausschließen. Wir werden jederzeit handlungsfähig sein
und sind bereit, weitere Maßnahmen zur Begrenzung der Preise zu
ergreifen."
Am Montag tagt eine von den Koalitionsfraktionen im Bundestag
eingesetzte Taskforce. Dazu werden neben dem Präsidenten des
Bundeskartellamts, Andreas Mundt, auch Vertreter von
Mineralölkonzernen erwartet. Die Federführung für die Arbeitsgruppe
liegt bei Zorn sowie Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU).
Neue Regel
Die Bundesregierung hatte beschlossen, dass nach österreichischem
Vorbild eine neue Regelung eingeführt wird, wonach Tankstellen nur
noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen. Angestrebt wird, dass
die neue Regel vor Ostern greift. Umstritten ist, ob die neue Regel
preisdämpfend wirkt.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte die Neuregelung
an Tankstellen auch damit begründet, dass der "Raketen- und
Federeffekt" durchbrochen werden solle. Dieser beschreibt, dass
Kraftstoffpreise bei höheren Rohölkosten extrem schnell steigen -
wie eine Rakete - und bei fallenden Kosten dann nur langsam sinken -
wie Federn. Politiker hatten Mineralölkonzernen eine "Abzocke" an
Tankstellen vorgeworfen.
Kartellrecht verschärfen
Zorn sagte weiter, wichtig sei, dass nun auch schnell das
Kartellrecht nachgeschärft werde - "damit die Mineralölkonzerne
nicht infolge der Krise auf dem Rücken der Verbraucher ihre Gewinne
steigern können". Reiche hatte angekündigt, die Regierung prüfe eine
Verschärfung der Missbrauchsaufsicht des Kartellamts beim
Kraftstoffsektor, die zu verschärften Kontrollen bei Kosten und
Preisen führen solle.
Die Monopolkommission habe festgestellt, dass die Preisanstiege bei
Diesel und Benzin in keinem europäischen Land höher ausgefallen
seien als in Deutschland, so Zorn: "Das sind klare Hinweise auf
erhebliche strukturelle Probleme auf dem Mineralölmarkt."
Mehr Transparenz
Dies werde auch bei der Sitzung der Taskforce am Montag Thema sein.
"Dort werden wir mit den Mineralölkonzernen Klartext sprechen", so
Zorn. Das Bundeskartellamt sollte seinen Instrumentenkasten
entschlossen nutzen, um Abhilfe zu schaffen. "Wir werden genau
hinschauen, ob der aktuelle rechtliche Rahmen ausreicht. Wir
brauchen mehr Transparenz bei den Einkaufspreisen der
Mineralölkonzerne. Es muss sichtbar sein, wie groß ihre Gewinnmarge
ist. Und wir brauchen eine schärfere Missbrauchsaufsicht."
Gesetzliche Änderungen könnten schon im April in Kraft treten. "Wir
müssen nach den Ankündigungen der Ministerin jetzt Tempo
machen."/hoe/DP/zb
AXC0059 2026-03-15/07:27
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Autor: - dpa-AFX
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