| Sorten, Preise, Trends - was man zur Eissaison wissen sollte |
| 15.03.2026 07:28:00 |
Während die Temperaturen klettern, öffnen nach
und nach die Eisdielen in Deutschland. Einige öffneten bereits an
sonnigen Tagen im Februar, mit entsprechendem Andrang - etwa in der
Altstadt von Lüneburg in Niedersachsen. Heiß diskutiert werden dabei
fast schon traditionell die Preise für eine Kugel Eis. Doch auch in
anderen Aspekten gibt es bei dem gefrorenen Schmaus Änderungen.
Preis für die Kugel steigt - aber nicht überall
Für die Kugel Eis ist die Zwei-Euro-Grenze in Berlin in sehr, sehr
vielen Eisdielen schon seit Jahren überschritten, wie ein
dpa-Reporter berichtet. Aktuelle Preisbeispiele: Das Eiscafé Di
Russillo im Forum Steglitz nimmt pro Kugel 2,20 Euro, die Eis
Boutique am Breslauer Platz ebenfalls. Bei Kiez & Kugel am Lausitzer
Platz sind es 2,40 Euro, bei den ebenfalls in Kreuzberg gelegenen
Anbietern Vanille & Marille und den Eismachern noch etwas mehr.
Etwas außerhalb von Berlin in Potsdam kostet die Kugel bei den
Eisbuben 2,00 Euro. Damit ist sie zehn Cent teurer als im Vorjahr,
wie Mitarbeiterin Sabine Rasch berichtet. Im Eis-Café Venezia im
niedersächsischen Lüneburg ist der Preis ebenfalls um zehn Cent auf
2,00 Euro geklettert. Auch in Braunschweig wurde teils auf 2,00 Euro
gerundet, mitunter schon im vergangenen Jahr.
Verhältnismäßig günstig ist die Kugel seit einigen Jahren beim
Eis-Café Hartmann im brandenburgischen Cottbus. "Eine Kugel kostet
bei uns derzeit 1,50 Euro. Wir versuchen, den Preis auch in diesem
Jahr so zu halten", sagt eine Mitarbeiterin. Beim Franchise Giovanni
L. im niedersächsischen Göttingen kostet die Kugel zwischen 2,00 und
2,30 Euro - wie im Vorjahr. Unverändert sind die Preise seit drei
Jahren auch bei der Gelod Eismanufaktur in Cottbus, wie Inhaber
Markus Natusch sagt.
Generell ist die Preisspanne groß, wie das Beispiel
Baden-Württemberg zeigt: In Mannheim gibt es die Kugel auch schon
mal für 1,80 Euro. In Stuttgart und Tübingen rufen einige Eisdielen
2,50 Euro auf. Aus einer Stichprobe der Deutschen Presse-Agentur hat
ein Drittel der Eisdielen die Preise erhöht, meist um zehn bis
zwanzig Cent.
Weitere Preissteigerungen seien im Jahresverlauf möglich, erklärt
Heike Silber von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Bei den
derzeitigen geopolitischen Begebenheiten, die sich auf Energie- und
Rohstoffpreise auswirken, ist das nicht vorhersehbar."
Kritik an Fokus auf Eiskugelpreis
Eine genaue Aussage zur Preisspanne für eine Eiskugel ist seit
diesem Jahr nicht mehr möglich. Der Verband der italienischen
Speiseeishersteller in Deutschland (Uniteis) teilt den Eiskugelpreis
nicht mehr mit - und beklagt eine mediale "Besessenheit" dafür. Ein
Mitarbeiter einer Berliner Eisdiele klagt gegenüber einem Reporter
der Deutschen Presse-Agentur ebenfalls: "Mir ist es auch ein Rätsel,
dass Kunden sich beschweren, aber in der Kneipe oder im Restaurant
ohne Murren fünf oder sechs Euro für einen halben Liter Bier
bezahlen".
Eisdielen und der Verband betonen, dass es viele Gründe für
Preissteigerungen gebe. Nur zehn Prozent des Kugelpreises mache der
Gewinn aus, der auch noch versteuert werden müsse, heißt es vom
Verband. Kostentreiber seien Mieten, Einkaufskosten, Löhne und
Energiepreise.
Bei Giovanni L. in Göttingen betont Inhaberin Ruken Yildirim, auf
Weidemilch aus der Region und reine Haselnüsse zu setzen. Bei der
Qualität wolle sie nicht sparen. Ein Braunschweiger Eisverkäufer
sagt, er stehe nun selbst häufiger hinter der Theke, um
Personalkosten zu sparen.
Trends: von Klassikern bis zum Protein-Eis
Neben teils neuen Preisen gibt es für Schleckermäuler auch neue
Geschmacksrichtungen und Variationen. Die Potsdamer Eisdiele
Eisbuben will sich beispielsweise ab Sommer an einem Protein-Eis
probieren. In Göttingen ist bei Giovanni L. derzeit die Sorte
"Zimtschnecke" im Angebot. Weitere Kreationen sollen folgen.
Die größte Nachfrage gebe es seit Jahren jedoch beim Pistazieneis,
sagt Inhaberin Ruken Yildirim in Göttingen. "Das ist und bleibt
unser großer Renner". In Cottbus sind beim Eis-Café Hartmann auch
Jahr für Jahr die Klassiker beliebt: "Vanille, Schokolade, Walnuss",
sagt eine Mitarbeiterin. Das neue Keks-Eis komme aber ebenfalls gut
an. Auch technische Neuerungen gibt es: So kann bei Aldemir Eis in
Berlin inzwischen an Terminals bestellt werden - ähnlich wie in
Fast-Food-Restaurants.
Welches Eis gegessen werde, hängt auch von der Jahreszeit ab, heißt
es vom Speiseeisverband. Hätten im Frühjahr noch Milcheissorten die
Nase vorn, würde im Sommer Fruchteis und Sorbet beliebter. Eissorte
des Jahres ist laut dem Verband übrigens "Pinocchio". Damit ist
nicht der Kindereisbecher gemeint, der in vielen Eisdielen auf der
Karte steht. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Mischung aus einem
Erdbeersorbet und einem Milcheis.
Eisdielen verraten Tricks: So kann clever gespart werden
Gerade für Familien kann sich ein Ausflug in die Eisdiele
schmerzlich im Geldbeutel bemerkbar machen. Einige Geschäfte bieten
aber Möglichkeiten an, Geld zu sparen. Bei den Eisbuben in Potsdam
empfiehlt Mitarbeiterin Sabine Rasch Eiscreme im Becher. So könnten
bei gleicher Menge und gleichem Preis verschiedene Sorten probiert
werden. Denn das Eis werde in den Becher gestrichen und nicht wie in
der Waffel als Kugeln serviert. Beim Waffeleis gebe es zudem einen
Mengenrabatt./xma/DP/zb
AXC0062 2026-03-15/07:28
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Autor: - dpa-AFX
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