| Milliarden für Gründer - Millionen für Gründerinnen |
| 15.03.2026 07:30:00 |
Gründerinnen von Start-ups erhalten weiterhin
viel weniger Risikokapital als Jungunternehmen, die von Männern oder
gemischten Teams gegründet werden. Das zeigt eine aktuelle Studie
von EY-Parthenon, dem Geschäftsbereich Strategieberatung der
Prüfungsgesellschaft EY. Trotz eines spürbaren Aufschwungs bei den
Start-up-Finanzierungen im Jahr 2025 gehen demnach Gründerinnen in
Deutschland zunehmend leer aus.
Start-ups mit ausschließlich männlichen Gründungsteams vereinen nach
den Berechnungen von EY-Parthenon 94 Prozent der Investitionen auf
sich. Für rein weibliche Teams bleibe gerade einmal ein Prozent des
Kuchens übrig.
Milliarden für Männer, Millionen für Frauen
Insgesamt flossen 2025 fast 7,4 Milliarden Euro an rein männliche
Gründerteams - ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im
krassen Gegensatz dazu erhielten die von Frauen gegründeten
Jungunternehmen lediglich 53 Millionen Euro.
Auch die allgemeine Repräsentanz von Frauen in der Szene ist
rückläufig. Der Anteil der finanzierten Start-ups mit mindestens
einer Frau im Gründerteam sank von 21 Prozent im Jahr 2024 auf nur
noch 19 Prozent im Jahr 2025. Von den insgesamt 660 untersuchten
Start-ups, die frisches Kapital einsammeln konnten, bestanden 536
(81 Prozent) ausschließlich aus Männern. Nur 21 Start-ups (3
Prozent) wurden von rein weiblichen Teams geführt.
Branchenfokus und Deal-Größen benachteiligen Gründerinnen
Ein wesentlicher Treiber für diesen massiven "Gender-Investment-Gap"
ist die Branchenverteilung. Gründerinnen sind überdurchschnittlich
oft in Sektoren wie E-Commerce (21 Prozent Frauenanteil), Bildung
(17 Prozent) und Klima-Tech (15 Prozent) vertreten. Diese Bereiche
ziehen zwar Kapital an, erreichen aber selten die Größenordnungen
der großen Mega-Deals.
Kapitalintensive Branchen wie Software & Analytics, FinTech oder
Verteidigung, in die aktuell die größten Summen fließen, bleiben mit
Frauenanteilen von teils nur sechs Prozent stark männlich dominiert.
Dies spiegelt sich direkt in den Deal-Größen wider: Bei kleineren
Finanzierungsrunden bis zu einer Million Euro liegt der Anteil an
Gründerinnen noch bei 13,3 Prozent. Bei großen Deals über 50
Millionen Euro stürzt dieser Wert auf niedrige 3,3 Prozent ab.
Thomas Prüver, Partner bei EY-Parthenon, sagte, ein zentraler Grund
für das bestehende Ungleichgewicht sei, dass Frauen in technischen
Studiengängen und Berufen deutlich unterrepräsentiert seien: "Genau
diese Bereiche bilden allerdings die Basis für kapitalintensive
Branchen wie Software, Defence oder Space. Das ist kein
individuelles Versäumnis, sondern Ergebnis struktureller Faktoren -
von fehlenden Vorbildern bis zu Rahmenbedingungen, die
Unternehmertum und Familie schwer vereinbar machen."/chd/DP/zb
AXC0065 2026-03-15/07:30
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Autor: - dpa-AFX
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