| Druck auf US-Sender wegen Iran-Berichterstattung |
| 15.03.2026 17:13:00 |
Wegen der Berichterstattung über den
Iran-Krieg erhöht die US-Medienaufsicht den Druck auf
Rundfunksender. Wer Falschnachrichten verbreite, dem drohe ein
Lizenzverlust, schrieb Brendan Carr, Chef der Medienaufsichtsbehörde
Federal Communications Commission (FCC), auf X. Zuvor hatte sich
US-Präsident Donald Trump über die Berichterstattung einiger
US-Medien zum Iran-Krieg beschwert.
"Sender, die Falschmeldungen und verzerrte Nachrichten verbreiten -
auch als "Fake News" bekannt -, haben jetzt noch die Chance, ihren
Kurs zu korrigieren, bevor die Verlängerung ihrer Lizenzen ansteht",
schrieb Carr. Konkrete Medien nannte er nicht. "Das Gesetz ist klar.
Sender müssen im öffentlichen Interesse handeln und tun sie das
nicht, werden sie ihre Lizenzen verlieren." Ein "Kurswechsel" liege
im eigenen Interesse der Medien, da das Vertrauen der Öffentlichkeit
schwinde. "Und wir können das nicht zulassen."
Die FCC vergibt in den USA Sendelizenzen für Fernsehen und Hörfunk.
Als Gegenleistung für eine "wertvolle Lizenz zum Betrieb eines
Senders über die öffentlichen Funkfrequenzen" seien TV- und
Radiostationen verpflichtet, dem "öffentlichen Interesse" zu dienen,
schreibt die Behörde auf ihrer Internetseite. Bei der Vergabe von
Lizenzen geht die Behörde traditionell eigentlich neutral vor.
Inhaltliche Zensur darf sie nicht betreiben. Seit Jahren habe die
FCC keine Lizenzverlängerung verweigert, schreibt der Sender CNN.
Kritik in den USA
In US-Medien gab es Kritik an Carrs Post. Die "New York Times"
sprach von einer "Kampagne" gegen das, was Carr als voreingenommene
Berichterstattung ansehe. CNN nannte Carr einen "Kampfhund an der
Spitze der FCC". Die Trump-Regierung übe immer wieder Druck aus, um
gegen Inhalte vorzugehen, die dem Präsidenten missfielen.
In einem Interview mit dem Sender CBS versuchte Carr seinen X-Post
später einzuordnen. "Die Menschen haben sich an den Gedanken
gewöhnt, dass Lizenzen so etwas wie ein Eigentumsrecht sind und dass
man nichts tun kann, was zum Verlust der Lizenz führen könnte",
sagte er. "Ich versuche, den Menschen klarzumachen, dass dem nicht
so ist, dass es ein öffentliches Interesse gibt und dass der
Rundfunk etwas anderes ist." Im Jahr 2019 hatte Carr in einem X-Post
gesagt, die FCC dürfe Meinungsfreiheit nicht im Namen des
öffentlichen Interesses regulieren. Daran erinnerten nun X-Nutzer.
Vor Carrs jüngstem Post hatte sich Trump am Samstag auf Truth Social
über die Berichterstattung zum Iran-Krieg beschwert und dabei die
Zeitungen "New York Times" und "Wall Street Journal" ins Visier
genommen.
Nicht das erste Mal
Carr hat in der Vergangenheit wiederholt die Möglichkeit ins Spiel
gebracht, Sendern wegen verschiedener Programmentscheidungen
Lizenzen zu entziehen. So war er in internationale Schlagzeilen
geraten, als er dem Sender ABC Konsequenzen wegen der Sendung des
Trump-kritischen Late-Night-Moderators Jimmy Kimmel androhte. Trump
und seiner Regierung war damals vorgeworfen worden, die
Meinungsfreiheit einschränken zu wollen./ddo/DP/he
AXC0094 2026-03-15/17:13
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Autor: - dpa-AFX
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