| Verbund-Chef: Belastung der E-Wirtschaft "erreicht ihre Grenzen" / Weniger Wasserkraft und Gewinnabschöpfung belasten Ergebnis - EBITDA sinkt um 21,3 Prozent - Dividende von 3,15 Euro vorgeschlagen - Ausblick 2026 geht von weiterem Rückgang aus |
| 18.03.2026 11:58:00 |
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Durchgängig mehr Details nach Pressekonferenz
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Der teilstaatliche Stromkonzern Verbund hat im
Geschäftsjahr 2025 Gewinneinbußen verzeichnet. Das Konzernergebnis
sank gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf 1,49 Mrd. Euro, teilte
das Unternehmen am Mittwoch mit. Hauptgründe für das Minus waren
eine schlechtere Wasserführung und negative Effekte durch die
staatliche Gewinnabschöpfung. Der Beitrag zur Budgetkonsolidierung
sei politisch vereinbart, doch die Belastung "erreicht ihre
Grenzen", sagte Verbund-Chef Michael Strugl.
Der Energiekrisenbetrag des Verbund belief sich 2025 auf 136 Mio.
Euro, dazu kommt der Anteil der Dividende, der an die Republik
Österreich ausbezahlt wird. Die Republik Österreich hält 51 Prozent
der Verbund-Aktien, von den insgesamt 1,2 Mrd. Euro Ausschüttung
fließen somit 560 Mio. Euro an den Fiskus. Darüber hinaus bezahle
der Verbund Steuern in Höhe von 700 Mio. Euro.
Verbund: "Können nicht die Melkkuh sein für dieses Budget"
"Damit haben wir eine Dimension erreicht, die wir wirklich
kritisch hinterfragen müssen", sagte Strugl. Die Politik müsse
"überdenken, wie sie mit den Unternehmen umgeht", denn der Verbund
leiste diese Beiträge, aber "wir können nicht die Melkkuh sein für
dieses Budget". In Zeiten hoher Energiepreise, seien Unterstützungen
wie der Industriestrompreis oder der Sozialtarif wichtig, Strugl
wünscht sich hier aber eine Finanzierung aus dem Budget und nicht
durch die Energieunternehmen. Die Kosten für den Sozialtarif, der ab
April gilt, belaufen sich für den Verbund auf etwa 5 Mio. Euro, beim
geplanten Industriestrompreis seien die Kosten derzeit noch nicht
abschätzbar.
Die Investitionen des Verbund lagen 2025 bei rund 1 Mrd. Euro. In
den kommenden drei Jahren (2026-2028) will der Energiekonzern
insgesamt rund 6,8 Mrd. Euro in die Hand nehmen, rund 4 Mrd. Euro
davon in Österreich. Etwa 2,5 Mrd. Euro fließen in den Ausbau der
Netze, 2,1 Mrd. Euro in Photovoltaik- und Windkraftanlagen und 1,4
Mrd. Euro in die Wasserkraft. Für den Ausbau von Stromspeichern und
Innovationsprojekte gibt das Unternehmen rund 820 Mio. Euro aus.
"Investitionen müssen verdient werden", sagte Finanzvorstand Peter
Kollmann. Auch er warnte davor, die Beiträge der Energiewirtschaft
zum Budget und zur Abfederung der Energiepreise weiter zu erhöhen,
um die Investitionen des Unternehmens nicht zu gefährden. Denn diese
seien "eine Vitaminspritze für den Wirtschaftsstandort".
Weniger Wasserkraft-Erzeugung wegen Trockenheit
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank
im Vorjahresvergleich um 21,3 Prozent auf 2,74 Mrd. Euro. Das um
Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis lag mit 1,47 Mrd. Euro um
25,5 Prozent unter dem Wert von 2024. Die Stromerzeugung aus
Wasserkraft ging insgesamt um 24,2 Prozent auf 25.370
Gigawattstunden (GWh) zurück. Der Erzeugungskoeffizient der
Laufwasserkraftwerke lag mit 0,79 um 21 Prozentpunkte unter dem
langjährigen Durchschnitt. Gegenüber dem Rekord-Wasserjahr 2024 lag
der Wert um 30 Prozentpunkte niedriger. Auch die Erzeugung der Wind-
und Photovoltaikanlagen war aufgrund eines geringeren Dargebots
rückläufig.
Der durchschnittlich erzielte Absatzpreis für Strom aus
Wasserkraft fiel am Großhandelsmarkt leicht um 1,7 Euro auf 116,3
Euro pro Megawattstunde (MWh). Im laufenden Jahr 2026 ist der
Strompreis bisher weiter gesunken, im Durchschnitt lag der
Absatzpreis heuer bei 85,7 Euro/MWh. Die Folgen des Iran-Krieges
seien hier noch nicht sichtbar. Den Aktionärinnen und Aktionären
wird für 2025 eine Dividende von 3,15 Euro je Aktie vorgeschlagen.
Diese setzt sich aus einer ordentlichen Dividende von 2,00 Euro und
einer Sonderdividende von 1,15 Euro zusammen. Die Sonderdividende
entspricht einem Betrag von rund 400 Mio. Euro, die ordentliche
Dividende beläuft sich insgesamt auf 620 Mio. Euro.
Weiterer Ergebnisrückgang für 2026 erwartet
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Verbund einen weiteren
Ergebnisrückgang. Auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung
prognostiziert das Unternehmen ein EBITDA zwischen rund 2,0 und 2,5
Mrd. Mio. Euro sowie ein Konzernergebnis zwischen 900 Mio. und 1,2
Mrd. Mio. Euro. Die geplante Ausschüttungsquote soll zwischen 45 und
55 Prozent des um Einmaleffekte bereinigten Konzernergebnisses
liegen.
cgh/ivn/bel
ISIN AT0000746409
WEB http://www.verbund.com
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Autor: - APA/cgh/ivn/bel
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