| Semperit-Gewinn 2025 weggeschmolzen - Übernahmeangebot durch B&C / B&C bietet 15 Euro/Aktie - Semperit-Ergebnis nach Steuern bricht um 96 Prozent auf 0,4 Mio. Euro ein - Nullrunde bei Dividende - Operatives EBITDA aber über Prognose |
| 18.03.2026 13:51:00 |
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: durchwegs um Zusatzinformationen ergänzt
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Der an der Wiener Börse notierte Gummi- und
Kautschukkonzern Semperit hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025
einen massiven Gewinneinbruch erlitten. Unterm Strich blieben nach
Steuern nur noch 0,4 Mio. Euro übrig, was einem Minus von über 96
Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Aktionäre sollen
infolgedessen für 2025 keine Dividende erhalten, teilte das
Unternehmen am Mittwoch mit.
Am Mittwochvormittag kam dann ein freiwilliges Übernahmeangebot
des Mehrheitsaktionärs B&C Holding Österreich. Dieser möchte
sämtliche ausstehende Aktien der Semperit übernehmen, die rund 41,52
Prozent des Grundkapitals der Semperit entsprechen. Der
Angebotspreis beträgt 15,00 Euro je Aktie in bar, dies entspreche
einer Prämie von rund 25 Prozent auf den Schlusskurs der
Semperit-Aktie vom 17. März 2026, teilte B&C mit. Das Angebot
unterliegt keiner Mindestannahmeschwelle, nur ein Kurseinbruch beim
ATX um rund 50 Prozent vom aktuellen Wert innerhalb der Annahmefrist
wird als aufschiebende Bedingung angeführt. Die Annahmefrist wird -
nach der Prüfung durch die Übernahmekommission - mit der
Veröffentlichung der Angebotsunterlagen beginnen und acht Wochen
dauern, teilte die B&C-Gruppe mit. Die B&C-Gruppe hält derzeit rund
58,48 Prozent des Grundkapitals der Semperit.
Das Übernahmeangebot der B&C käme wohl "für alle überraschend",
sagte der Präsident des Interessenverbands für Anleger (IVA),
Florian Beckermann, am Mittwoch zur APA. Es sei aber auch ein "Beleg
dafür, dass B&C an die langjährigen Sanierungsbemühungen bei
Semperit glaubt". Der Markt reagierte am Mittwoch stark auf die
Ankündigung von B&C, die Aktien schnalzten um knapp 24 Prozent nach
oben.
Betriebsergebnis eingebrochen
Der Umsatz von Semperit ging 2025 leicht um 2,1 Prozent auf 662,4
Mio. Euro zurück. Das ausgewiesene Betriebsergebnis (EBIT) brach
hingegen um knapp 27 Prozent auf 25,6 Mio. Euro ein. Belastet wurde
das Ergebnis unter anderem durch Wertminderungen in Höhe von 3,3
Mio. Euro auf den Kundenstock im Bereich Flüssigsilikon (LSR).
Zusätzlich drückten negative Währungseffekte von 4,5 Mio. Euro
infolge eines schwächeren US-Dollars auf das Finanzergebnis.
Um die finanzielle Basis für künftige Wachstums- und
Innovationsprojekte zu stärken, plant der Vorstand die Aussetzung
der Dividende. Für das Jahr 2024 waren noch 0,50 Euro je Aktie
ausgeschüttet worden. Einen Lichtblick gab es beim operativen
Ergebnis (EBITDA) vor Projektkosten: Dieses sank zwar um 3,2 Prozent
auf 83,6 Mio. Euro, übertraf damit aber die Erwartungen und die
eigene Prognose. Im zweiten Halbjahr habe das Unternehmen zudem
deutlich an operativer Dynamik gewonnen. "Das zweite Halbjahr hat
klar gezeigt, welches operative Potenzial in Semperit steckt", sagte
Semperit-CEO Manfred Stanek am Mittwoch vor Journalisten. So
steigerte Semperit die EBITDA-Marge von 9,6 Prozent auf 14,3
Prozent. Positiv entwickelte sich auch die Eigenkapitalquote, die
von 47,2 Prozent auf 48,5 Prozent anstieg, merkte CFO Helmut Sorger
dazu an.
Wachstum geplant
Für das laufende Jahr 2026 rechnet das Management der Semperit
mit einer Rückkehr auf den Wachstumskurs. Das operative EBITDA soll
auf rund 95 Mio. Euro steigen und der Umsatz im höheren einstelligen
Prozentbereich zulegen. Der Iran-Krieg belaste derzeit das
Unternehmen nicht, da Semperit für die benötigten Rohstoffe mehrere
Lieferanten aus den verschiedensten Regionen habe, merkte CIO
Gerfried Eder dazu an. Nur wenn der Ölpreis für eine längere Zeit
deutlich steigen würde, hätte dies einen signifikanten Einfluss auf
die Materialkosten. Einen Wettbewerbsnachteil sieht Eder eher bei
den Kosten für CO2-Zertifikate, die Anbieter aus China nicht
einkalkulieren müssen.
Auf Grund der Kostenstruktur profitiere der Gummi- und
Kautschukkonzern überproportional vom Umsatzwachstum, so Stanek, der
auf die Entwicklung im Vorjahr verwies: Im ersten Quartal 2025 ging
demnach der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf
152 Mio. Euro zurück, das EBITDA brach hingegen um 52 Prozent auf 11
Mio. Euro ein. Im vierten Quartal hingegen sorgte ein Umsatzplus von
5 Prozent auf 179 Mio. Euro für einen Anstieg des EBITDA um 31
Prozent.
Mittelfristig - bis 2030 - peilt der Konzern ein organisches
Wachstum auf 1 Mrd. Euro Umsatz an. Semperit will das
Produktportfolio um den Bereich Defense erweitern, wobei es hier in
erster Linie um Dual-Use-Güter gehen wird, etwa Lärmdämmung für
Generatoren, merkte Stanek dazu an. Hier sei man gerade dabei,
Mitarbeiter zu rekrutieren. Aber auch Zukäufe könnten kommen. An
Möglichkeiten mangle es nicht, merkte der CEO an, aber es müsse auch
der Preis passen.
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