| ROUNDUP/Bayern: Busse und Bahnen stehen still - massive Ausfälle im ÖPNV |
| 19.03.2026 07:50:00 |
In mehreren bayerischen Städten müssen
die ÖPNV-Kunden am Donnerstag wieder mit massiven Einschränkungen
wegen Warnstreiks rechnen. In Augsburg sagte ein Sprecher der
Gewerkschaft Verdi, er gehe davon aus, "dass Augsburg heute
stillstehen wird".
Die Stadtwerke Augsburg berichteten am Morgen, Busse und
Straßenbahnen des Kommunalunternehmens blieben in den Depots. Der
Nahverkehr sei zum Erliegen gekommen. Es gebe nur einzelne Linien im
Stadtbereich, die von privaten Busunternehmen bedient würden und
daher von den Streiks nicht betroffen seien.
Bereits am Mittwoch wurde in München und Dachau gestreikt. Nun wurde
der Arbeitskampf auf eine Reihe weiterer Kommunen ausgedehnt, auch
auf Regensburg, Bamberg, Bayreuth, Fürth, Schwabach, Schweinfurt,
Passau und Landshut. In einigen Städten gehen die Ausstände auch am
Freitag und teilweise sogar am Samstag weiter.
Die Münchner Verkehrsgesellschaft teilte mit, dass auch am
Donnerstag wieder erhebliche Einschränkungen bei den U-Bahnen und
Trambahnen zu erwarten seien sowie Taktausdünnungen bei den Busen.
Die Buslinien würden trotzdem eine Grundversorgung im Stadtgebiet
ermöglichen. Bei den Straßenbahnen seien die Linien 20 im
10-Minuten-Takt sowie 25 im 20-Minuten-Takt in Betrieb. Die U-Bahnen
könnten zwischen Sendlinger Tor und Münchner Freiheit genutzt
werden.
In Nürnberg ist der Streik am Donnerstag noch nicht zu spüren
Wie üblich fahren S- und Regionalbahnen, weil sie andere Betreiber
haben. Auch Regionalbusse rund um die Ballungszentren sind nicht
betroffen. In Nürnberg wird am Donnerstag laut der dortigen
Verkehrsgesellschaft zwar gestreikt, nicht aber beim Fahrpersonal,
weswegen dort erst am Freitag und Samstag Auswirkungen auf den
Nahverkehr erwartet werden.
Die Stadtwerke planen einen Ersatzfahrplan auf Basis der
Nachtlinien. Für das Fußballspiel am Samstag raten sie zur Nutzung
der S-Bahn. Die Nachbarstädte Schwabach und Fürth werden Donnerstag
und Freitag bestreikt, dort sind Notfahrpläne beziehungsweise
Notbetrieb geplant.
In Augsburg reagieren die Stadtwerke auf den Streik, indem sie die
Leihfahrräder des Unternehmens den Kunden kostenlos anbieten. Am
Freitag sind in Bayern drittgrößter Stadt nur die Werkstätten von
den Gewerkschaftsmaßnahmen betroffen, weswegen es nur noch zu
einzelnen Ausfällen kommen soll.
In Regensburg ist der Streik auf den Donnerstag beschränkt - hier
ist ein Notangebot auf Basis der Nachtlinien geplant. Ähnlich in
Bamberg, dort soll es von 6.00 bis 20.00 Uhr einen Notfahrplan auf
Basis der Linien 935, 936, 937 und 938 geben. In Bayreuth rechneten
die Stadtwerke damit, am Donnerstag die Hälfte des Angebots
aufrechterhalten zu können. In Landshut, wo ebenfalls nur am
Donnerstag gestreikt wird, erwarten die Stadtwerke, dass nur wenige
Busse im Netz im Einsatz sein werden. In Schweinfurt werden nach
Einschätzung der Stadtwerke zahlreiche Fahrten entfallen.
Drei Tage in Passau und Dachau
Besonders hart trifft es Passagiere in Passau. Sie müssen sich auf
gleich drei Streiktage einstellen. Von Donnerstagfrüh bis zum
Betriebsschluss am Samstagabend soll der Nahverkehr hier ruhen.
Sonntagfrüh werde alles wieder normal fahren, sagte ein
Gewerkschaftssprecher. Auch in Dachau gibt es den dortigen
Stadtwerken zufolge drei Streiktage, der erste war hier allerdings
bereits am Mittwoch.
Hintergrund des Warnstreiks ist der laufende Tarifkonflikt. Am
kommenden Montag (23. März) steht der nächste Verhandlungstermin mit
dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) an, bei den bisherigen drei
Gesprächen gab es keine Einigung.
Die Gewerkschaft Verdi fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in
mehr als 20 Unternehmen eine Lohnerhöhung um fast 670 Euro sowie
eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Kommunen weisen
das als unbezahlbar zurück. Ihren Berechnungen zufolge würde eine
Erfüllung der Verdi-Forderungen die Personalkosten im kommunalen
Nahverkehr um 25 Prozent in die Höhe treiben./ruc/DP/zb
AXC0116 2026-03-19/07:50
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Autor: - dpa-AFX
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