| ROUNDUP/Schwaches Chemie-Umfeld: Lanxess verschärft Sparprogramm |
| 19.03.2026 08:19:00 |
Angesichts der Schwäche in der Chemieindustrie will
Lanxess die Kosten weiter senken. So sollen bis Ende
2028 zusätzlich 100 Millionen pro Jahr gespart werden, teilte das im
MDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Köln mit.
Dabei sollen auch weitere Arbeitsplätze wegfallen - 550 Stellen,
davon rund zwei Drittel in Deutschland, sollen abgebaut werden.
Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem Verwaltungsfunktionen.
Bereits im vergangenen August hatte Lanxess Sparpläne in der
Produktion angekündigt, die die Kosten um 50 Millionen Euro im Jahr
senken sollen. Die Aktie lag am Morgen vorbörslich 3 Prozent im
Minus zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag.
Zusätzlich will das Unternehmen kurzfristig die Arbeitskosten
senken: Für Tarifmitarbeitende habe Lanxess zunächst bis Ende des
Jahres eine 35-Stunden-Woche vereinbart. Im Management- und
außertariflichen Bereich gibt es eine Nullrunde bei den
Fixgehältern, wie es hieß.
"Das Jahr 2025 war für die gesamte Chemieindustrie und auch für
Lanxess extrem hart. Für 2026 sehen wir positive Impulse frühestens
im zweiten Halbjahr, etwa durch das Infrastrukturpaket der
Bundesregierung", sagte Konzernchef Matthias Zachert bei der Vorlage
der Jahreszahlen laut Mitteilung. Im laufenden Jahr sind weitere
Ergebnisrückgänge daher nicht ausgeschlossen: So rechnet das
Unternehmen mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda) zwischen 450 und 550 Millionen Euro.
2025 sank das operative Ergebnis um 17 Prozent auf 510 Millionen
Euro. Analysten hatten für dieses Jahr bisher mit einem bereinigten
operativen Ergebnis (Ebitda) von im Schnitt knapp 516 Millionen Euro
gerechnet. Der Umsatz fiel im vergangenen Jahr um elf Prozent auf
5,67 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter ging um fünf Prozent
auf 11.709 zurück. Unter dem Strich stieg der Verlust auf 577
Millionen Euro. Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von
0,10 Euro je Aktie erhalten.
Haupttreiber für die Entwicklung war den Angaben zufolge die
anhaltend schwache Nachfrage in fast allen Kundenindustrien
verbunden mit entsprechend geringeren Absatzmengen. Niedrigere
Einstandspreise für Rohstoffe und der in einigen Geschäften
anhaltende Preisdruck aus dem asiatischen Raum führten zu sinkenden
Verkaufspreisen, wie es hieß. Darüber hinaus trugen der fehlende
Ergebnisbeitrag nach dem Verkauf des Geschäftsbereichs Urethane
Systems zum 1. April 2025 sowie nachteilige Währungseffekte zum
Rückgang bei.
Wegen der geopolitischen Spannungen wie dem Iran-Krieg und den
dadurch deutlich gestiegenen Kosten für Energie, kritischen
Rohstoffe und Logistik hat das Unternehmen nun Preiserhöhungen für
einige bestimmte Produkte für alle nicht vertraglich vereinbarten
Mengen um 50 Prozent oder mehr angekündigt./nas/men/stk
ISIN DE0005470405
AXC0126 2026-03-19/08:19
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Autor: - dpa-AFX
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