| ROUNDUP/IPO: KNDS will an die Börse - Zukunftspanzer hin oder her |
| 19.03.2026 16:35:00 |
Ungeachtet der Verzögerungen beim geplanten
deutsch-französischen Kampfpanzer MGCS plant der Rüstungskonzern
KNDS für dieses Jahr seinen Börsengang. "Die Vorbereitungen laufen
planmäßig und der IPO (initial public offering) ist für 2026
vorgesehen", sagte Konzernchef Jean-Paul Alary in München. Ein Datum
nannte der Manager nicht. Die Vorbereitung des Börsengangs läuft
nach Alarys Worten unabhängig vom MGCS-Großprojekt. "Es gibt keine
Verbindung."
MGCS-Panzer in weiter Ferne
Das Kürzel MGCS steht für "Main Ground Combat System"
(Hauptbodenkampfsystem). MGCS soll Nachfolger des Leopard 2 werden,
des Hauptkampfpanzers mehrerer europäischer Länder. Das Projekt ist
jedoch - mutmaßlich wegen politischen Hickhacks hinter den Kulissen
- hinter dem Zeitplan, derzeitige Zielmarke ist das Jahr 2045. Wegen
der Verzögerung hatte das Bundeskartellamt vor wenigen Monaten KNDS
und Rheinmetall die Genehmigung zur Entwicklung einer
Zwischenlösung genehmigt, die in der Militärfachpresse "Leopard 3"
betitelt wird.
Der Konzern will die Einnahmen aus dem Börsengang für Investitionen
nutzen, Alary beließ es jedoch bei wolkigen Andeutungen: "Sie können
sich vorstellen, dass wir diesen Zugang zu zusätzlichem Kapital
entweder für Innovationen, oder für neue Kapazitäten oder eine neue
Positionierung von KNDS nutzen." Der Konzern arbeitet unter anderem
an immer weitergehender Vernetzung seiner verschiedenen
Waffensysteme. So können Panzer und Haubitzen mit Luft- und
Bodendrohnen für Aufklärung und Begleitschutz eingesetzt werden.
Ebenfalls geplant ist eine Ausweitung der Munitionsproduktion. Der
Aktienkurs des schon lange börsennotierten Rheinmetall-Konzerns -
für KNDS sowohl Konkurrent als auch Partner - hat sich seit dem
Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine verfünfzehnfacht, von
gut 100 Euro im Februar 2022 auf derzeit 1.550 Euro.
KNDS will keine Waffen für Luft und See entwickeln
"Ich bin ein starker Anhänger des MGCS-Programms, und es sollte
klappen", sagte Alary dazu. "Aber wenn es nicht MGCS ist, wird es
etwas anderes sein." Was "etwas anderes" sein könnte, führte der
französische Manager nicht aus. KNDS wird sich jedoch nach Worten
des Konzernchefs weiter auf Bodensysteme beschränken. "Wir werden
nicht in den Weltraum gehen."
KNDS ging 2015 aus der Fusion des deutschen Panzerherstellers
Krauss-Maffei Wegmann und des staatlichen französischen
Rüstungsunternehmens Nexter hervor - damals unter anderem bedingt
durch die Kürzungen in den Verteidigungsetats Deutschlands und
vieler weiterer europäischer Länder. Hauptsitz ist Amsterdam, die
deutsche Zentrale sitzt in München./cho/DP/jha
ISIN DE0007030009
AXC0350 2026-03-19/16:35
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Autor: - dpa-AFX
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