| EZB-Räte deuten Zinserhöhung im April an |
| 20.03.2026 08:13:00 |
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte wegen
des Ölpreisschubs im Zuge des Iran-Kriegs und der Aussicht einer
steigenden Inflation auf eine Zinserhöhung im April zusteuern. "Nach
aktuellem Stand ist es denkbar, dass sich die mittelfristigen
Inflationsaussichten verschlechtern und die Inflationserwartungen
nachhaltig steigen, was eine restriktivere Geldpolitik
wahrscheinlich notwendig machen würde", sagte Bundesbankpräsident
und EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel am Freitag der Nachrichtenagentur
Bloomberg. Er fügte hinzu, dass "zuverlässigere Daten hierzu
voraussichtlich bereits bei der nächsten Sitzung des EZB-Rats in
sechs Wochen vorliegen werden".
Nagel erinnerte auch an den starken Anstieg der Inflation im Zuge
des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022. Damals stand
die EZB in der Kritik den Preisschub lange unterschätzt zu haben.
Die Inflation im Euroraum schnellte zeitweise auf mehr als zehn
Prozent hoch. Nagel sagte, dass die damaligen Erfahrungen eine
wichtige Rolle spielen, auch wenn sich die EZB heute in einer
besseren Ausgangslage befinde.
Bereits am Vortag hatte EZB-Präsidentin Christin Lagarde nach der
Zinsentscheidung der Notenbank gesagt, dass "der Krieg im Nahen
Osten zu deutlich unsichereren Aussichten geführt hat". Er drohe die
Inflation anzuheizen und die Wirtschaft zu bremsen.
Neben Bundesbankpräsident Nagel hat sich am Morgen ein weiteres
EZB-Ratsmitglied geäußert. Die EZB werde die Entwicklungen
aufmerksam beobachten und sich "dann in den nächsten Sitzungen - die
nächste findet bereits im April statt - mit den notwendigen
geldpolitischen Maßnahmen befassen", sagte das lettische
Ratsmitglied Martins Kazaks in einem Fernsehinterview mit TV3.
Derzeit sei die Lage noch zu unklar, als dass wir sagen könnten, was
morgen passieren wird./jkr/jha/
AXC0070 2026-03-20/08:13
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Autor: - dpa-AFX
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