| ARD setzt 'Immer wieder sonntags' mit Stefan Mross ab |
| 20.03.2026 14:04:00 |
Die ARD setzt die Schlagersendung "Immer
wieder sonntags" ab. In diesem Jahr werden die letzten 13
Live-Ausgaben des Formats mit dem Traunsteiner Moderator Stefan
Mross (50) produziert, wie der SWR in Baden-Baden auf Anfrage
bestätigte. Die Sendung läuft seit rund 30 Jahren im Ersten und
gehört zu den beliebtesten Volksmusik-Shows in Deutschland.
Regelmäßig schaut ein Millionenpublikum zu.
Der Sender begründete das Aus mit Sparmaßnahmen. Das Geld solle
einerseits eingespart und andererseits in die Entwicklung neuer
digitaler Unterhaltungsformate investiert werden. Zudem wollen sich
ARD und SWR auf ein jüngeres und neueres Publikum fokussieren.
Letzt Live-Show terminiert
Die Live-Ausgaben in diesem Jahr sind als rund zweistündige
Sendungen geplant - die erste am 31. Mai, die letzte am 6.
September. Es wird dem Vernehmen nach kein Nachfolgeformat geben.
SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler bezeichnete die Entscheidung
in einer Mitteilung als "schmerzhaft". Sie sei sorgfältig abgewogen
worden und sei dem Sender "angesichts des großen Erfolgs" nicht
leicht gefallen. "Die wirtschaftliche Situation des SWR lässt uns
aber keine andere Wahl."
Die Sendung wurde viele Jahre lang in einer Freiluft-Arena im
Europa-Park produziert. Die Geschäftsführung des Parks zeigte sich
geknickt über die Entscheidung: "Wir bedauern sehr, dass eine so
traditionsreiche und beim Publikum außerordentlich beliebte Sendung
ab 2027 nicht mehr weitergeführt werden soll", sagte Inhaber Roland
Mack. Die Sendung habe über viele Jahre hinweg eine treue
Fangemeinde aufgebaut.
ZDF-"Fernsehgarten" Konkurrenz
Seit 2005 moderiert der Oberbayer Mross die Sendung. Im vergangenen
Jahr schauten die zwölf Live-Ausgaben im Ersten im Schnitt 1,26
Millionen Menschen, die Sendung erreichte einen durchschnittlichen
Marktanteil von rund 17 Prozent.
Das ZDF sendet mit dem "Fernsehgarten" an Sonntagen zur warmen
Jahreszeit ein ähnliches Format - ebenfalls live, unter freiem
Himmel und mit Schlagermusik. Seit 40 Jahren gibt es die Sendung, in
diesem Jahr sind 20 Ausgaben geplant. Die Show mit Moderatorin
Andrea Kiewel (60) sahen im vergangenen Jahr nach ZDF-Angaben
durchschnittlich 1,686 Millionen Menschen, bei einem Marktanteil von
im Schnitt rund 18 Prozent.
Zwischen Mross und SWR knirschte es immer wieder
Die Zusammenarbeit mit der ARD verlief in den vergangenen Jahren
nicht immer reibungslos. Nach einer Schlägerei in einem Hotel und
bundesweiten Schlagzeilen zu dem Vorfall prüfte der SWR im Frühjahr
2023, ob Mross nicht ersetzt werden sollte. Das Amtsgericht Leipzig
hatte im November 2022 einen Strafbefehl gegen ihn erlassen.
Schlussendlich durfte Mross weiter moderieren.
Schlagzeilen gab es auch nach einer Sendung im Jahr 2022, als Mross
während der Sendung ein Mädchen interviewte und sie fragte "Was ist
das Besondere, auf einem (M)Ross zu reiten?" Gegenüber RTL erklärte
der SWR damals, man habe mit Mross über die Szene gesprochen. "Er
hat den betreffenden Wortwitz spontan gemacht - und ohne jede
Absicht, damit seinen jungen Gast oder das Publikum zu verletzen.
Dass der Witz zu Irritationen geführt hat, tut dem Moderator unserer
beliebten Unterhaltungssendung sehr leid." Der SWR beließ damals die
Sendung in der Mediathek.
Schwächeanfall wegen Currywurst
Der Schlagerstar sorgte rund um die Sendung aber auch für emotionale
Schlagzeilen, die viele Fans bewegten. So sprang im vergangenen Jahr
beispielsweise seine erste Ehefrau, Stefanie Hertel (46), für ihn
ein, nachdem seine Mutter gestorben war. In der darauffolgenden
Ausgabe "Immer wieder sonntags" sang Mross im Gedenken an sie
gerührt einen Song.
Der 50-Jährige führte als Gastgeber in all den Jahren nicht nur
durch die Sendung, sondern sang häufig selbst oder schlüpfte in
komische Rollen wie die des französischen Spitzenkochs "Maître
Stephane" oder des italienischen Magiers "Stefano Mrossini" - ganz
zur Freude des Publikums.
Jahrelang wurde in der Show auch gekocht - bis zu einem Vorfall
2014. Mross probierte eine sehr scharfe Currywurst-Soße und erlitt
einen Schwächeanfall. Rettungskräfte brachten ihn in eine Klinik.
Der Wurst-Test gehörte zur Sendungsrubrik "Herausforderung für
Stefan". Eine Sprecherin des SWR versprach nach dem Vorfall, dem
Moderator keine Aufgaben mehr stellen zu wollen, die mit der
Verkostung von Speisen und Getränken zu tun haben. Die Zuschauer
schätzten an Mross, dass er sich immer neuen Aufgaben stelle, sagte
die Sprecherin damals./vge/DP/jha
AXC0171 2026-03-20/14:04
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Autor: - dpa-AFX
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