| ROUNDUP 2: Fuchs peilt nach Stagnation 2026 Zuwächse an - Aktie gibt leicht nach |
| 20.03.2026 14:24:00 |
(neu: Aussagen aus der Pressekonferenz, Hintergrund zum VCI,
Aktienkurs)
MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Schmierstoffhersteller Fuchs
hat 2025 trotz des schwachen Marktumfelds und der unberechenbaren
US-Zollpolitik in etwa so viel verdient wie im Vorjahr. Die im
Sommer gekappten Ziele für 2025 erreichten die Mannheimer. "Auch
2026 werde aufgrund der aktuellen Konflikte ein herausforderndes
Jahr", sagte Finanzchefin Esma Saglik am Freitag. "Es ist schwer
abzuschätzen, wohin die Reise 2026 gehen wird." Zunächst einmal sei
das Unternehmen aber gut ins Jahr gestartet, sagte Unternehmenschef
Stefan Fuchs. Für 2026 peilt das Unternehmen Zuwächse bei Umsatz und
operativem Ergebnis an.
Erst jüngst warnte der Verband der Chemischen Industrie in
Deutschland vor Störungen in den Lieferketten wegen des Iran-Kriegs.
Grund sei die Blockade der Straße von Hormus, die nicht nur die Öl-
und Gasversorgung betreffe. Es bestehe die Sorge ernster,
zunehmender Versorgungsengpässe bei Rohstoffen - zum Beispiel bei
Ammoniak und Phosphat, Helium und Schwefel, mahnte der Verband. Es
gebe erste Hinweise auf Störungen bei Lieferketten. Je länger der
Krieg dauere, desto heftiger seien die Folgen.
Konzernlenker Fuchs sagte diesbezüglich: "Momentan sehen wir noch
keine kritischen Themen." Das Geschäftsmodell des Unternehmens sei
widerstandsfähig, Schmierstoffe seien ein Gebrauchsgegenstand. Der
Fokus liege derzeit darauf, die Verfügbarkeit von Rohstoffen für
bestehende Kunden sicherzustellen. Fuchs habe mehr als 100 Basisöle
und mehrere tausend Chemikalien. Sollte es zu Engpässen kommen, dann
könne das Unternehmen auch "ein paar Paletten über Luftfracht
einfliegen", fügte der Manager hinzu.
An der Börse kam vor allem der Ausblick nicht so gut an. Die
Vorzugsaktie fiel im frühen Handel zeitweise um mehr als drei
Prozent und gehörte damit zu den wenigen Verlierern im MDax
, den Index für mittelgroße Werte. Zuletzt verringerte
sich der Abschlag auf rund ein Prozent. Für Analystin Angelina
Glazova von der US-Bank JPMorgan hat der Schmierstoffhersteller zwar
im vergangenen Quartal die Erwartungen solide übertroffen, doch die
Ziele enttäuschten. Die Konsensschätzungen könnten im niedrigen
einstelligen Prozentbereich sinken.
Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz nur leicht um ein Prozent auf
knapp 3,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(Ebit) verbesserte sich um eine Million auf 435 Millionen Euro.
Analysten hatten mit einem leichten Ergebnisrückgang gerechnet.
Während das Unternehmen vor allem in der Region Asien-Pazifik
operativ deutlich mehr verdiente, ging das Ergebnis in Nord- und
Südamerika um fast ein Fünftel zurück. Fuchs führte dies unter
anderem auf Anlaufkosten im Neukundengeschäft in Nordamerika zurück.
In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) konnte das
Unternehmen das Ergebnis vor allem dank Deutschland und Nordeuropa
leicht verbessern.
Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 306 Millionen Euro, ein Plus
von einem Prozent. Die Dividende je Vorzugsaktie soll um sechs Cent
auf 1,23 Euro steigen.
Im laufenden Jahr rechnen die Mannheimer mit einer Besserung. Der
Umsatz soll auf 3,7 Milliarden Euro steigen und der operative Gewinn
(Ebit) sich auf 450 Millionen Euro erhöhen. Zu letzterem soll auch
ein weiterhin striktes Kostenmanagement beitragen, sagte
Konzernlenker Fuchs. Insgesamt geht das Unternehmen von keiner
deutlichen Aufhellung des ökonomischen Marktumfelds aus. Die Ziele
liegen im Großen und Ganzen im Rahmen der Analystenerwartungen.
Für den Mannheimer Schmierstoffhersteller, der knapp 6.900
Mitarbeiter beschäftigt, ist vor allem die Auto- und
Nutzfahrzeugindustrie wichtig. Fuchs macht rund 30 Prozent des
Umsatzes mit diesen Bereichen. Der Umbruch vom Verbrennungsmotor hin
zum Elektromotor führt deshalb auch bei Fuchs zu Veränderungen.
Daneben hat der Konzern auch Kunden aus Bereichen wie Maschinenbau,
Metallverarbeitung, Bergbau, Luft- und Raumfahrt sowie Land- und
Forstwirtschaft./mne/men/jha/
ISIN DE000A3E5D64
AXC0174 2026-03-20/14:24
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Autor: - dpa-AFX
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