| Aktien Wien Schluss: Iran-Sorgen drücken ATX auf Jahrestief |
| 20.03.2026 18:29:00 |
Neue Nahost-Sorgen haben den ATX am
Freitag auf ein Jahrestief gedrückt. Nach einem frühen
Erholungsversuch sorgten offenbar die US-Medienberichte für Unruhe,
wonach die USA neue Truppen in die Region entsenden. Dass kein nahes
Ende absehbar ist, nährt Sorgen vor längerfristig steigenden
Energiepreisen und zunehmendem Inflationsdruck. Die Anleiherenditen
stiegen darauf europaweit deutlich an, was die Aktienkurse
zusätzlich belastete.
Schlussendlich ging der ATX um 1,30 Prozent tiefer bei 5.194,82
Punkten aus dem Geschäft. Das war der tiefste Stand seit Ende
Dezember. In gleicher Höhe fällt auch der Wochenverlust aus; seit
Beginn des Krieges im Nahen Osten beläuft sich das Minus für den
Leitindex auf 8,9 Prozent. Für den ATX Prime ging es am Freitag um
1,26 Prozent auf 2.581,33 Zähler hinab.
Noch stärkere Abgaben wurden teilweise im europäischen Umfeld
verbucht. Der Euro gab gegenüber dem US-Dollar nach, während die
Renditen europäischer Staatsanleihen deutlich anzogen. An den
Energiemärkten kam es zwar nur zu vergleichsweise moderaten
Preisanstiegen, die Öl- und Gasnotierungen halten sich aber auf
erhöhtem Niveau.
Geprägt wurde das Marktgeschehen weiterhin von Schlagzeilen zum
Iran-Krieg, in dem kein Ende absehbar ist. US-Medienberichten
zufolge senden die USA weitere Truppen in den Nahen Osten. Erwägt
werde auch eine Besetzung oder Blockade der Golf-Insel Kharg, einer
iranischen Ölexport-Drehscheibe.
Vor diesem Hintergrund folgten die Investoren wohl auch dem zuletzt
zu beobachtenden Muster und reduzierten vor dem Wochenende Risiken,
um sich gegen mögliche negative Entwicklungen an den handelsfreien
Tagen abzusichern. Marktbeobachter verwiesen zudem auf den heutigen
großen Verfalltag, an dem mit zusätzlichen Kursschwankungen zu
rechnen war. An diesem laufen an den Terminbörsen Futures und
Optionen auf Aktien und Aktienindizes aus.
Die Verluste zogen sich am Wiener Aktienmarkt quer durch die
Branchen. Für OMV-Titel ging es weitere 0,6 Prozent
hinab. Bereits am Donnerstag war die Nachricht über den auf 2027
verschobenen Börsengang der Borouge Group International (BGI), dem
Chemie-Joint-Venture mit der ADNOC, negativ aufgenommen worden. Im
Zuge der Entscheidung war auch die geplante Ausschüttung der BGI an
die OMV gekürzt worden - was wiederum einen negativen Effekt auf die
Dividende der OMV für 2026 haben wird. Zudem nähre der Aufschub
bestehende Sorgen der Investoren über die Verschuldung der BGI, hieß
es von Analystenseite.
Ein Lichtblick waren dagegen die Lenzing-Aktien mit plus sechs
Prozent. Jedoch hatten die Titel bereits am Donnerstag im Zuge
schlecht aufgenommener Jahreszahlen einen mehrjährigen Tiefststand
erreicht.
Auch SBO erholten sich um 2,3 Prozent auf 35,20 Euro. Die Papiere
des Ölfeldausrüsters waren am Vortag nach Zahlen zeitweise stark
unter Druck geraten. Alexander Zienkowicz vom Analysehaus MWB
Research sieht die Schwäche im abgelaufenen Jahr jedoch durch
zyklische Faktoren begründet und nicht durch einen strukturellen
Nachfragerückgang. Er hob sein Kursziel von 37 auf 39 Euro an und
empfiehlt die Aktien weiter zum Kauf.
Palfinger stiegen um 3,7 Prozent auf 35,35 Euro.
Berenberg-Analyst Lasse Stueben bestätigte zwar seine
Kaufempfehlung, schraubte aber das Kursziel von 45,00 auf 42,00 Euro
zurück. Er sieht den Kranhersteller weiter als Profiteur staatlicher
Infrastrukturausgaben, wurde aber wegen des enttäuschenden
Auftragseingangs vorsichtiger mit Blick auf die
Margenentwicklung./spa/ste/APA/stk
ISIN AT0000999982
AXC0231 2026-03-20/18:29
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Autor: - dpa-AFX
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