| Analyse: Iran-Krieg trifft Asiens Wirtschaft ins Mark |
| 21.03.2026 09:07:00 |
Die Blockade der Straße von Hormus trifft weite
Teile Asiens besonders schwer und dürfte auch Folgen für deutsche
Unternehmen dort haben. Das geht aus einer Analyse von Germany Trade
& Invest (GTAI) hervor, der Außenwirtschaftsagentur des Bundes.
Demnach stammt ein großer Teil der Öl- und Gasimporte in Asien aus
der Golfregion. Tanker meiden aufgrund iranischer Drohungen oder
fehlender Versicherungen die Route. Auch die Luftfrachtkosten auf
der Europa-Asien-Route sind dem Bericht zufolge zuletzt um bis zu 60
Prozent gestiegen.
Energiepreise und Nachfrage unter Druck
Stark betroffen sind energieabhängige Volkswirtschaften wie Japan,
das nahezu sein gesamtes Rohöl aus der Golfregion bezieht. Vor allem
in Süd- und Südostasien sind die Folgen laut dem Bericht bereits
spürbar: Steigende Energiepreise und Versorgungsengpässe belasten
Wirtschaft und Haushalte.
In vielen Ländern greifen die Regierungen daher mit Maßnahmen wie
der Freigabe von Reserven und Subventionen ein. Gleichzeitig dürften
höhere Kosten sowie eine schwächere Nachfrage Konsum und
Investitionen bremsen. Das könnte sich laut dem Bericht auch auf die
Geschäfte deutscher Unternehmen - darunter viele Mittelständler - in
der Region auswirken.
China weniger stark betroffen
Auch China ist als weltweit größter Rohölimporteur betroffen. Durch
direkte Pipelines aus Russland und große Reserven ist das Land
jedoch dem Bericht zufolge weniger stark auf Tankerlieferungen
angewiesen als viele Nachbarländer. Zudem profitiert China laut GTAI
vom Ausbau erneuerbarer Energien.
Auch Lieferketten geraten unter Druck
Neben der Energieversorgung trifft die Krise laut der GTAI-Analyse
auch andere Industriezweige: Die Chip- und Halbleiterproduktion in
Taiwan, China und Südkorea benötigt Helium, das vor allem in Katar
gefördert wird. Die Landwirtschaft ist auf Düngemittel-Grundstoffe
angewiesen, die ebenfalls über die Golfregion geliefert werden.
Längerfristig dürfte die Krise demnach zu einer stärkeren
Diversifizierung der Lieferketten führen./jpt/DP/nas
AXC0007 2026-03-21/09:07
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Autor: - dpa-AFX
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