| Stau im Netz: 435 Millionen Euro Ausgleich für Ökostromer |
| 21.03.2026 09:09:00 |
Wegen Staus im Stromnetz haben Erzeuger von
Windkraft oder Solarstrom auch im vergangenen Jahr Anlagen zeitweise
abschalten müssen und dafür knapp 435 Millionen Euro Entschädigung
bekommen. Die Summe sank jedoch im Vergleich zu 2024 um rund 120
Millionen Euro - ein Rückgang, der sich seit Jahren fortsetzt. Dies
geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine
Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch hervor.
Solarland Bayern war diesen Angaben zufolge 2025 mit 165 Millionen
Euro Spitzenreiter bei dem finanziellen Ausgleich für Erzeuger
erneuerbarer Energien, danach folgten die großen Windkraftländer
Niedersachsen mit 120 Millionen und Schleswig-Holstein mit 54
Millionen Euro. Dagegen bekamen Betreiber in Hessen, Bremen, im
Saarland, Berlin und Hamburg wenig oder gar nichts.
Gerade an windreichen Tagen reichen die Leitungskapazitäten nicht
aus, um den Strom zu transportieren. Die Netzbetreiber regeln
deshalb bei Engpässen regional Erzeuger ab. Wie oft diese
entschädigt werden müssen, wenn ihre Anlagen keinen Strom einspeisen
dürfen, hängt also vom Wetter ab und davon, wie gut das Stromnetz
ausgebaut ist. Die konkrete Höhe orientiert sich im Einzelfall am
jeweiligen Marktpreis. Die hohe Summe für Bayern erklärt sich unter
anderem daraus, dass dort viele Solaranlagen gebaut wurden, der
Leitungsausbau aber nur langsam vorankommt.
Bartsch spricht von "Absurdität"
Bartsch sprach von "Systemversagen" und forderte
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf, Abhilfe zu
schaffen. "Die Bundesregierung verantwortet die höchsten Strompreise
in Europa - gleichzeitig wird Strom 'weggeschmissen'", sagte er.
"Diese Absurdität auf dem Rücken der Verbraucher muss enden." Denn
bezahlt werde sie von den Stromkunden.
"Statt kleiner Korrekturen und unzureichender Kostendämpfer braucht
es einen Neustart: Netzausbau beschleunigen - Preise runter",
forderte der Linken-Politiker. "Ein Land, das bei den Preisen an der
Weltspitze steht, muss jede Kilowattstunde ins Netz
bringen."/vsr/DP/nas
AXC0008 2026-03-21/09:09
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Autor: - dpa-AFX
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