| Richter: Presseregeln des Pentagons sind verfassungswidrig |
| 21.03.2026 09:23:00 |
Im Kampf um Pressefreiheit in den USA hat die
Regierung von Präsident Donald Trump eine juristische Niederlage
gegen kritisch berichtende Medien wie die "New York Times" erlitten.
Ein Bundesrichter in der Hauptstadt Washington erklärte die vor
einem halben Jahr vom Pentagon verhängten Regelverschärfungen für
Journalisten bei deren Berichterstattung für verfassungswidrig.
Gerade in Kriegszeiten sei es "wichtiger denn je, dass die
Öffentlichkeit Informationen darüber bekommt, was ihre Regierung tut
- und dies aus verschiedenen Perspektiven", hieß es in der
Urteilsbegründung von Richter Paul Friedman, der die
US-Militärinterventionen in Venezuela und dem Iran als Beispiele
nannte. Eine freie Presse sei wichtig für alle Amerikaner, damit sie
"Regierungspolitik unterstützen können, wenn sie sie unterstützen
wollen; dagegen protestieren können, wenn sie protestieren wollen;
und auf Basis umfassender, vollständiger und frei erhältlicher
Informationen darüber entscheiden können, für wen sie bei der
nächsten Wahl stimmen wollen".
Das US-Verteidigungsministerium, das sich inzwischen
Kriegsministerium nennt, kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil
an.
Fast alle großen US-Medienhäuser stellten sich quer
Die neuen Richtlinien waren im Oktober eingeführt worden und sahen
vor, dass das Pentagon die Akkreditierung von Reportern verweigern
darf, die Informationen ohne Genehmigung des Ministeriums
veröffentlichen - selbst wenn diese vorher nicht als geheim
eingestuft waren. Journalisten, die diesen Vorgaben nicht
zustimmten, mussten ihre Ausweise abgeben und ihre Arbeitsplätze im
Pentagon räumen.
Nahezu alle großen US-Medienhäuser stellten sich quer: Sender wie
ABC, CBS, NBC, CNN und Fox News sowie Zeitungen wie die "New York
Times" weigerten sich, den 21-seitigen Regelkatalog des
Verteidigungsministeriums zu unterzeichnen. Laut der "Washington
Post" blieb letztlich von einst Hunderten akkreditierten Reportern
nur eine Handvoll vorwiegend rechter Berichterstatter übrig, die
Trump und seine Regierungspolitik ausgesprochen wohlwollend
begleiten.
Die "New York Times" reichte Klage gegen das Pentagon ein und
argumentierte, mit den neuen Richtlinien würden die verfassungsmäßig
zugesicherten Rechte von Reportern verletzt. Journalisten dürften
aber nicht daran gehindert werden, "das zu tun, was Journalisten
schon immer getan haben: Regierungsangestellten Fragen zu stellen
und Informationen zu sammeln." Berichte freier Medien seien eben
keine offiziellen Verlautbarungen. Den Richterspruch feierte die
"New York Times" als Bestätigung ihres Rechts, "im Namen der
Öffentlichkeit kritische Fragen zu stellen".
Der erste Zusatzartikel der US-Verfassung schützt unter anderem die
Rede-, Religions- und Pressefreiheit. So darf der Kongress
grundsätzlich keine Gesetze erlassen, die diese Freiheiten
einschränken.
"Vielschichtige Angriffe auf die Pressefreiheit"
Die Stiftung "Freedom of the Press" hatte die Klage der "New York
Times" begrüßt und an andere Medien appelliert, dem Beispiel der
renommierten Zeitung zu folgen. Trumps Regierung stehe für
"vielschichtige Angriffe auf die Pressefreiheit" - und "ein Angriff
auf die Rechte eines Journalisten ist ein Angriff auf alle", teilte
die gemeinnützige Organisation im Oktober mit.
Seit Trumps Amtsantritt versucht die Regierung des Republikaners den
Zugang unabhängiger Medien mit verschiedenen Maßnahmen zu
beschränken. So wurde die Zusammensetzung des sogenannten
Presse-Pools des Weißen Hauses geändert, wodurch Agenturen wie
Associated Press (AP), Reuters und Bloomberg ihre festen Plätze
verloren. Zugelassen wurden stattdessen als "Neue Medien"
bezeichnete rechte Blogger und Social-Media-Influencer, von denen
die Regierung bei Pressekonferenzen kaum kritische Rückfragen zu
befürchten hat. Außerdem verklagte Trump verschiedene Medien wegen
deren Berichterstattung auf hohe Strafzahlungen./mk/DP/nas
AXC0018 2026-03-21/09:23
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Autor: - dpa-AFX
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