| ROUNDUP: Trump nennt Nato-Partner 'Feiglinge' - Kriegsziel sei nahe |
| 21.03.2026 09:29:00 |
Die USA erwägen laut Präsident Donald
Trump ein Zurückfahren ihrer Angriffe im Iran, senden aber zugleich
US-Medienberichten zufolge Tausende weitere Soldaten in die Region.
Die USA stünden kurz davor, die eigenen Ziele im Krieg zu erreichen,
schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Die Nato-Verbündeten
bezeichnete er als "Feiglinge", weil sie den USA nicht bei der
Sicherung der Straße von Hormus geholfen hätten.
Ohne die USA sei das Verteidigungsbündnis ein zahnloser Tiger,
schrieb der Republikaner. Jetzt, da der Kampf militärisch "GEWONNEN"
sei, beschwerten sie sich über die hohen Ölpreise, würden aber nicht
dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen. "Das wäre für sie so
einfach und mit nur geringem Risiko verbunden. FEIGLINGE, das werden
wir uns MERKEN!", schrieb Trump weiter.
Trump: Andere müssen Straße von Hormus sichern
Andere Länder müssten die für den Ölmarkt bedeutende Meerenge
schützen, schrieb der US-Präsident. Wenn darum gebeten, würden die
USA ihnen dabei helfen. "Aber das sollte nicht mehr nötig sein,
sobald die Bedrohung durch den Iran beseitigt ist". Der
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist wegen des Kriegs und
drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen.
Um die steigenden Ölpreise unter Kontrolle zu bekommen, lockern die
USA vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl, das sich auf
Schiffen befindet. Das US-Finanzministerium teilte mit, Verkauf und
Lieferung seien bis zum 19. April erlaubt. Jüngst hatten die USA
bereits mitgeteilt, dass russisches Öl, das schon auf Schiffen ist,
vorübergehend wieder straflos verkauft werden dürfe.
Nach Informationen des US-Nachrichtenportals "Axios" erwägt Trumps
Regierung Pläne, die iranische Öl-Insel Charg zu besetzen oder zu
blockieren, um den Iran dazu zu bewegen, die Straße von Hormus
wieder freizugeben. Vor einer Woche hatte das US-Militär Dutzende
militärische Ziele dort bombardiert.
Berichte: USA entsenden Tausende weitere Soldaten
Das Pentagon entsendet nach "Wall Street Journal"-Informationen
derweil drei Kriegsschiffe und 2.200 bis 2.500 zusätzliche
Marinesoldaten in den Nahen Osten. Der US-Sender CBS News zitierte
zudem anonyme Quellen, wonach das Pentagon auch Vorbereitungen für
den Einsatz von Bodentruppen im Iran traf.
Präsident Trump habe darüber nachgedacht, ob Bodentruppen in der
Region stationiert werden sollten, hieß es. Es sei aber noch unklar,
unter welchen Umständen der Präsident den Einsatz von Bodentruppen
genehmigen würde.
Trump will keinen Waffenstillstand
Trump wurde am Freitag vor dem Weißen Haus von US-Medien mit den
Worten zitiert: "Ich will keinen Waffenstillstand. Man schließt
keinen Waffenstillstand, wenn man die andere Seite buchstäblich
auslöscht". Danach schrieb er auf Truth Social, die USA stünden kurz
davor, die eigenen Kriegsziele zu erreichen.
Dazu zählte er die Zerstörung der Raketenkapazitäten und
Verteidigungsindustrie des Irans sowie die Ausschaltung seiner
Marine und Luftwaffe samt der Flugabwehrsysteme. Zudem gehe es
darum, niemals zuzulassen, dass der Iran auch nur annähernd in den
Besitz von Atomwaffen gelangt. Ein weiteres Ziel sei der Schutz der
Verbündeten im Nahen Osten.
US-Militär verstärkt Angriffe
Der US-Präsident hat allerdings schon mehrfach erklärt, der Krieg
sei fast vorbei. Danach intensivierten sich die US-Angriffe noch,
wie die "New York Times" festhielt. Tatsächlich verstärken auch
anderen US-Medien zufolge US-Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber
derzeit ihre Angriffe auf iranische Drohnen und Kriegsschiffe, um
die wichtige Straße von Hormus freizubekommen.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi bekräftigte in einem Telefonat
mit der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, sein Land habe die
Meerenge nicht gesperrt. Der Iran sei bereit, Ländern wie Japan eine
sichere Durchfahrt zu gewährleisten, sofern sie sich mit Teheran
abstimmen. Zugleich habe der Außenminister betont, dass der Iran
"keinen Waffenstillstand, sondern ein vollständiges, umfassendes und
dauerhaftes Ende des Kriegs" anstrebe.
Die USA und Israel greifen den Iran seit inzwischen drei Wochen an.
Im Gegenzug greift Teheran Israel sowie benachbarte Golfstaaten an,
die US-Militärstützpunkte beherbergen. Seit Kriegsbeginn seien
mindestens 37 Ölraffinerien, Erdgasfelder und andere Energieanlagen
in neun Ländern durch Drohnen- und Raketenangriffe beschädigt
worden, berichtete die "New York Times". Der Iran habe die
Verantwortung für einige der Angriffe übernommen.
Bericht: USA liefern Abwehrsysteme an Nahost-Verbündete
Die Trump-Regierung bemühe sich mit Hochdruck darum,
Luftabwehrsysteme, Radaranlagen und Drohnenabwehrsysteme an
arabische Staaten und US-Streitkräfte in der Golfregion zu liefern,
in der Hoffnung, deren Verteidigungsfähigkeit gegen die andauernden
und präzisen iranischen Raketen- und Drohnenangriffe zu stärken,
berichtete das "Wall Street Journal".
Der Transport von Waffen und Ausrüstung signalisiere die Besorgnis
innerhalb des Pentagons, dass der Iran weiterhin zu verheerenden
Angriffen fähig ist, während die Vorräte der Verbündeten an
Raketenabwehrsystemen zur Neige gehen und Drohnen weiterhin
ungehindert durchkommen, schrieb die Zeitung.
Iran warnt Großbritannien
Teheran warnte unterdessen den britischen Premierminister Keir
Starmer, sein jüngster Kurswechsel bei der Nutzung britischer
Militärstützpunkte durch die USA werde nicht ohne Folgen bleiben.
Starmer bringe seine eigenen Landsleute in Gefahr, indem er zulasse,
"dass britische Stützpunkte für Angriffe gegen den Iran genutzt
werden", schrieb Außenminister Araghtschi auf der Plattform X.
Die britische Regierung hatte zuvor bestätigt, "dass die
Vereinbarung, wonach die USA im Rahmen der kollektiven
Selbstverteidigung der Region britische Stützpunkte nutzen dürfen,
auch Verteidigungseinsätze der USA umfasst, um die Raketenstellungen
und -kapazitäten zu schwächen, die für Angriffe auf Schiffe in der
Straße von Hormus genutzt werden". Großbritannien hatte den USA
zunächst nur erlaubt, britische Stützpunkte für
Verteidigungseinsätze zu nutzen, um britische Interessen oder
Menschenleben zu schützen.
Berichte: Iran greift US-britischen Militärstützpunkt an
Der Iran hat US-Medienberichten zufolge einen von Großbritannien und
den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln
im Indischen Ozean angegriffen. Die Islamische Republik attackierte
den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia am Freitagmorgen
(Ortszeit) mit ballistischen Raketen, wie unter anderem das "Wall
Street Journal" und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe
US-Beamte berichteten.
Irans Militärsprecher warnt Feinde vor weltweiter Verfolgung
Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi,
drohte unterdessen politischen wie militärischen Gegnern mit
weltweiter Verfolgung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim,
die den Revolutionsgarden nahesteht, sagte er, Verantwortliche,
Kommandeure, Piloten und Soldaten stünden unter Beobachtung. Fortan
würden für sie weltweit Ausflugsziele, Erholungsgebiete sowie
touristische Zentren nicht mehr sicher sein./ln/DP/nas
AXC0023 2026-03-21/09:29
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Autor: - dpa-AFX
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