| BKA-Präsident: KI hilft Betrügern über die Sprachbarriere |
| 22.03.2026 07:49:00 |
Der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz
erleichtert Betrug im Internet und ebnet Kriminellen den Zugang zu
neuen Opfergruppen in Deutschland. "Bei den Betrugsdelikten können
mehr Akteure im deutschsprachigen Raum aktiv werden, weil durch den
Einsatz von KI die Sprachbarriere fällt", sagt der Präsident des
Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch. Insgesamt sei zu beobachten:
"Qualität und Quantität von Betrugsdelikten nehmen durch KI zu."
Fiktive Anbieter im Netz
Ein Beispiel dafür sind sogenannte Fake-Shops, bei denen Menschen
Produkte bestellen, die im Voraus bezahlt, aber nie geliefert
werden. Einen echt wirkenden Internetauftritt für einen Fake-Shop zu
bauen, sei durch KI viel leichter geworden, sagt Münch der Deutschen
Presse-Agentur. Auch Phishing-Attacken, bei denen sich Angreifer als
vertrauenswürdige Quelle ausgeben, um an Passwörter oder
Bankinformationen zu gelangen, sind laut BKA durch KI-Tools für die
Täter einfacher geworden - und für die Opfer schwieriger zu
erkennen.
Geld weg wegen Anlagebetrug
Große Schäden verursache auch Anlagebetrug, berichtet der
BKA-Präsident. "Den Opfern wird hierbei vorgespielt, sie hätten ein
Depot, das sich entwickelt, damit sie immer mehr Geld investieren."
Am Ende ist dann das gesamte Geld verschwunden. Die Täter agierten
meist aus dem Ausland - etwa über Call-Center oder Messengerdienste,
erklärt Münch. Daher gelte es auch, präventive Maßnahmen zu treffen,
für Betrug genutzte Websites und Telefonnummern schnell zu erkennen
und abzuschalten.
Polizei kann Löschung nicht anordnen
Anders als bei terroristischen Inhalten, deren Löschung die Polizei
anordnen kann, hat die Polizei bei Betrugswerbung, die über soziale
Medien verbreitet wird, keine rechtliche Handhabe. Man könne das
Problem aber auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten, findet
Münch und spielt den Ball ins Feld der Social-Media-Unternehmen. Der
BKA-Präsident sagt, unabhängig von den rechtlichen Möglichkeiten
stelle sich bei der Entfernung von betrügerischen Werbeinhalten für
ihn die Frage, "warum der Staat hier etwa mit Löschanregungen einen
hohen Aufwand betreiben muss, und was die Plattformen mit
Unterstützung von KI vielleicht auch selbst machen
könnten"./abc/DP/nas
AXC0008 2026-03-22/07:49
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Autor: - dpa-AFX
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