| ROUNDUP: Trump stellt Iran Ultimatum - Teheran warnt |
| 22.03.2026 07:56:00 |
US-Präsident Donald Trump droht dem
Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land nicht
innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und "ohne
Drohungen" öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke
angreifen und zerstören, "beginnend mit dem größten!", schrieb Trump
auf seiner Plattform Truth Social.
Aus Teheran folgte prompt eine Gegenwarnung: Sollte die Kraftstoff-
und Energieinfrastruktur des Irans angegriffen werden, werde das
iranische Militär alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen
mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier
nehmen, zitierte die den Revolutionsgarden nahestehende
Nachrichtenagentur Fars einen Sprecher.
Eskalation droht
Damit droht der vor drei Wochen von den USA und Israel begonnene
Krieg zu eskalieren - mit unabsehbaren Folgen für die Region und die
gesamte Weltwirtschaft. Schon jetzt hat der Konflikt um die Straße
von Hormus enorme Auswirkungen auf die globalen Märkte, die Ölpreise
sind stark gestiegen.
Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist
eine wichtige Ader für den internationalen Handel mit Öl und
Flüssiggas. Teheran hat infolge der amerikanisch-israelischen
Angriffe im Iran mehrfach gedroht, dort Schiffe anzugreifen. Der
Schiffsverkehr ist praktisch zum Erliegen gekommen.
Trump: Haben Iran "von der Landkarte gefegt"
US-Medienberichten zufolge bombardieren US-Kampfflugzeuge und
Kampfhubschrauber verstärkt iranische Drohnen und Kriegsschiffe, um
die wichtige Meerenge freizubekommen. Auch setzten die
US-Streitkräfte nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben ein, um
besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von
Hormus anzugreifen.
Trump war am Freitag vor dem Weißen Haus von US-Medien mit den
Worten zitiert worden: "Ich will keinen Waffenstillstand. Man
schließt keinen Waffenstillstand, wenn man die andere Seite
buchstäblich auslöscht".
In Reaktion auf eine Analyse des "New York Times"-Autors David
Sanger, wonach Trump viele seiner eigenen Kriegsziele bislang nicht
erreicht habe, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social
trotzig zurück: "Doch, das habe ich, und Wochen früher als geplant!"
Die USA hätten den Iran "von der Landkarte gefegt." Das Land habe
keine Führung mehr, die Marine und Luftwaffe seien vernichtet. Auch
habe es "absolut keine Verteidigung mehr".
Der Iran wolle einen Deal abschließen, bekräftigte Trump. "Ich will
das nicht! Wir sind Wochen vor dem Zeitplan", schrieb der
US-Präsident weiter. Er hatte zuvor mitgeteilt, er erwäge, die
Angriffe im Iran zurückzufahren. Zugleich schicken die USA aber
Medienberichten zufolge Tausende weitere Soldaten in die Region.
Laut Trump stehen die USA kurz davor, ihre Ziele in dem Krieg zu
erreichen.
Teheran gibt sich kämpferisch - Mehr als 100 Verletzte in Israel
Der Iran zeigt sich jedoch weiter kämpferisch. Nach Angaben der
staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklärte der Geheimdienst der
Revolutionsgarden, man habe die "verwundbaren Punkte des Feindes"
analysiert und bereite eine neue Angriffswelle "mit neuen Strategien
und moderneren Systemen" vor.
In Israel wurden am Samstagabend mehr als 100 Menschen bei
iranischen Raketenangriffen auf die beiden südlichen Wüstenstädte
Dimona und Arad verletzt, elf davon schwer. Es kam zu schweren
Zerstörungen. Israels Luftabwehr habe mindestens zwei Raketen nicht
abfangen können, berichtete die Zeitung "Times of Israel".
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem "sehr schweren
Abend in unserem Kampf um unsere Zukunft".
Angriff auf Atomanlage
Iranische Staatsmedien berichteten, die Angriffe hätten einer
israelischen Atomforschungsanlage gedient, die etwa zehn Kilometer
von Dimona und 30 Kilometer von Arad entfernt liegt. Die
Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte am Abend auf der
Plattform X mit, es lägen keine Hinweise auf Schäden am
Nuklearforschungszentrum Negev vor. Informationen regionaler Staaten
zufolge seien keine ungewöhnlich hohen Strahlungswerte festgestellt
worden.
Laut iranischen Staatsmedien waren die Angriffe im Süden Israels
eine Vergeltung für eine Attacke auf die iranische
Urananreicherungsanlage in Natans am selben Tag. Der Iran machte die
USA und Israel dafür verantwortlich. Israels Armee teilte auf
Anfrage mit, sie habe Natans nicht angegriffen.
Erstmals hatte Teheran auch zwei Raketen auf den US-britischen
Stützpunkt Diego Garcia gefeuert. Zwar trafen sie laut US-Medien die
Basis nicht. Der Stützpunkt liegt aber rund 4.000 Kilometer
südöstlich der iranischen Küste - und damit etwa doppelt so weit
entfernt, wie die bislang offiziell bestätigte Reichweite des
iranischen Raketenarsenals. Iranische Mittelstreckenraketen könnten
mit so einer Reichweite theoretisch auch europäische Städte
erreichen.
Israel kündigt Fortsetzung der Angriffe an
"Das zeigt, wie sehr sich der Entscheidungsprozess in Richtung der
Extreme bewegt", zitierte das "Wall Street Journal" den israelischen
Iran-Experten Danny Citrinowicz. Der inzwischen getötete
Revolutionsführer Ali Chamenei sei beim Einsatz der Streitkräfte mit
großer Zurückhaltung vorgegangen. "Diese Zurückhaltung ist nun nicht
mehr gewährleistet", schrieb Citrinowicz auf X.
Israels Ministerpräsident Netanjahu und sein Verteidigungsminister
Israel Katz kündigten derweil eine Fortsetzung der Angriffe gegen
den Iran an. Man sei entschlossen, "unsere Feinde weiterhin an allen
Fronten anzugreifen", sagte Netanjahu nach den Raketeneinschlägen im
Süden seines Landes. Katz sagte, man werde weiter Irans Kommandeure
"enthaupten" und seine strategischen Fähigkeiten zerstören, "bis
jede Sicherheitsbedrohung für den Staat Israel und die Interessen
der USA in der Region beseitigt ist".
Israels Militärchef Ejal Zamir sagte mit Blick auf die Dauer des
Kriegs, man sei "auf halbem Weg". Der Krieg werde auch während des
Pessachfests weitergehen, das am Abend des 1. April beginnt und eine
Woche dauert. Das traditionelle jüdische Fest erinnert an den Auszug
der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der
Sklaverei./ln/DP/nas
AXC0011 2026-03-22/07:56
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Autor: - dpa-AFX
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