| Plötzliches Aus für BVB-Ikone: Kehl nicht mehr Sportdirektor |
| 22.03.2026 15:37:00 |
Über seine Kaderplanungen für Borussia Dortmund
durfte Sebastian Kehl nach der irren Aufholjagd gegen
den Hamburger SV noch sprechen. Wenige Stunden später war die
BVB-Clubikone am Sonntag seinen Job als Sportdirektor aber los. Nach
24 Jahren als Spieler und Funktionär muss der 46-Jährige Dortmund
verlassen, und das sofort.
"In einem sehr offenen Gespräch sind Sebastian Kehl, Carsten Cramer
und ich zu der gemeinsamen Überzeugung gelangt, dass im Sommer der
richtige Zeitpunkt für Veränderungen gekommen ist. Damit sich beide
Seiten darauf vorbereiten können, haben wir uns einvernehmlich auf
eine sofortige Beendigung von Sebastians Tätigkeit verständigt",
sagte Sportchef Lars Ricken, der ebenfalls zuletzt in der Kritik
stand.
Die gab es seit Monaten auch an Kehl, der immer wieder seine
Zusammenstellung des Kaders verteidigen musste. Zuletzt macht er
dies noch am Samstagabend nach dem furiosen 3:2 gegen den HSV nach
0:2-Pausenrückstand. "Das zeigt, dass wir in der Liga einen richtig
guten Job machen und dass die Mannschaft funktioniert", sagte der
frühere Nationalspieler und BVB-Kapitän.
BVB-Position sieben Spieltage vor Schluss zementiert
Durch den Sieg zementierte der BVB praktisch die Vize-Meisterschaft.
Sieben Spieltage vor dem Saisonende dürfte sowohl nach oben bei neun
Punkten Rückstand auf Liga-Primus Bayern München als auch nach unten
bei elf Zählern Vorsprung auf Rang fünf kaum mehr etwas passieren.
Die dadurch gewonnene Zeit scheinen die Bosse nutzen zu wollen.
"Die Trennung von Sebastian Kehl bedeutet natürlich einen Einschnitt
in unserer sportlichen Führungsebene", urteilte Clubchef Cramer. Und
sie kommt zumindest zum jetzigen Zeitpunkt überraschend. Denn in der
vergangenen Woche führte er noch weitere Gespräche über die für den
BVB elementare Frage, ob Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck
seinen noch bis 2027 laufenden Vertrag in Dortmund vorzeitig
verlängert.
Kaderplanungen trieb Kehl bis zuletzt voran
"Ich bleibe sehr optimistisch, dass Nico Schlotterbeck bei Borussia
Dortmund bleibt. Wir haben wieder sehr gute Gespräche gehabt", sagte
Kehl. Dies wirkte im Nachhinein angesichts der Entwicklungen
geradezu grotesk. Dies gilt ebenso für eine Scoutingtour in der
Champions League in der vergangenen Woche. Dort hatte sich der BVB
selbst bereits in der Achtelfinal-Qualifikation kläglich gegen
Atalanta Bergamo verabschiedet. Die erstaunlicherweise
einkalkulierten Millionen fehlen dem börsennotierten BVB nun und das
drückt trotz der guten Bundesligasaison auf die Stimmung.
Die ganz große Saisonanalyse sollte eigentlich erst im Sommer
erfolgen, doch der neue Clubchef Cramer drückt anscheinend aufs
Tempo. Der Nachfolger des ins Präsidentenamt des Vereins
gewechselten Hans-Joachim Watzke will den BVB wieder auf Titelreife
trimmen. Ob die Umgestaltung weitere personelle Konsequenzen - etwa
für Sportchef Ricken - nach sich zieht, ist unklar. Zuletzt gab es
Gerüchte um Frankfurts Markus Krösche, der bei der Eintracht
Sportvorstand ist und somit bei einem neuen Verein kaum eine Ebene
darunter als Sportdirektor arbeiten würde.
Gerüchte um Krösche beim BVB und um Kehl beim HSV
Auch um Kehl gibt es sogleich Gerüchte. Bekannt ist, dass sein Name
ausgerechnet beim Gegner vom Samstagabend, dem HSV, gehandelt wird.
Der Aufsteiger sucht noch einen Nachfolger für Stefan Kuntz, der als
Sport-Geschäftsführer zum Ende des vergangenen Jahres ausgeschieden
war. Allerdings soll der HSV mit seinen Planungen noch nicht so weit
sein.
"Borussia Dortmund hat mich mein halbes Leben begleitet und ich habe
eine extreme Verbundenheit zu diesem großartigen Club. Trotzdem
haben wir nun gemeinsam das Gefühl entwickelt, dass es an der Zeit
ist, neue Wege zu gehen - sowohl für den BVB als auch für mich",
sagte Kehl, der 13 Jahre lang für den BVB aktiv war. Er wurde in der
Zeit dreimal deutscher Meister und gewann 2012 das Double. "Ich habe
Borussia Dortmund viel zu verdanken und bin stolz, rund 24 Jahre
Teil der BVB-Familie gewesen zu sein", sagte Kehl.
Der 46-Jährige war 2018 zunächst Leiter der
BVB-Lizenzspielerabteilung und 2022 Sportdirektor als Nachfolger von
Michael Zorc geworden. Bei der Wahl eines Sport-Geschäftsführers war
Kehl indes bereits übergangen worden. Die Wahl fiel seinerzeit auf
Ricken. "Sebastian Kehl hat bereits heute einen festen Platz in den
Annalen von Borussia Dortmund. Für seine persönliche Zukunft wünsche
ich ihm alles erdenklich Gute und für seine weitere Karriere
größtmögliche Erfolge", sagte Watzke, der die Entscheidung 2024 pro
Ricken noch getroffen hatte./lap/DP/nas
ISIN DE0005493092
AXC0022 2026-03-22/15:37
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Autor: - dpa-AFX
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