| ROUNDUP/Kreise: FDP-Spitze um Parteichef Dürr tritt nach Wahlpleiten zurück |
| 23.03.2026 16:49:00 |
Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der
FDP bei den jüngsten Landtagswahlen tritt die gesamte Parteiführung
um den Vorsitzenden Christian Dürr zurück. Präsidium und
Bundesvorstand sollen nach Angaben aus der FDP beim Parteitag Ende
Mai neu gewählt werden - ein Jahr früher als eigentlich vorgesehen.
Das hat der Bundesvorstand nach dpa-Informationen bei seiner Sitzung
in Berlin beschlossen.
Die FDP war am Sonntag bei der Wahl in Rheinland-Pfalz mit 2,1
Prozent und zwei Wochen zuvor in Baden-Württemberg mit 4,4 Prozent
an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. In beiden Ländern flogen die
Liberalen damit aus dem Landtag. In Rheinland-Pfalz gehörten sie
bisher sogar der Ampel-Landesregierung an. Baden-Württemberg sieht
die FDP als ihr Stammland an. Dort war sie seit dem Krieg
kontinuierlich im Landesparlament vertreten gewesen.
Tandem Dürr und Büttner seit Mai 2025 gewählt
Der aus Niedersachsen kommende Dürr war erst im Mai vergangenen
Jahres an die Spitze der Bundespartei gewählt worden. Er folgte
Christian Lindner nach, der die Verantwortung für das Scheitern der
FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025
übernahm und sich aus der Politik zurückzog.
Der 48 Jahre alte Dürr hat Wirtschaftswissenschaften studiert. Er
trat 1996 in die FDP ein und war von 2023 bis 2017 Abgeordneter im
Niedersächsischen Landtag. 2017 zog er in den Bundestag ein, wo er
ab 2021 an der Spitze der Fraktion stand.
Dürr suchte sich die Unternehmerin Nicole Büttner als
Generalsekretärin aus, die dann im vergangenen Mai vom
Bundesparteitag gewählt wurde. Büttner ist seit 2005 Mitglied der
FDP, war zuvor aber nicht in der Bundespolitik aktiv. Sie ist
Geschäftsführerin des Berliner KI-Unternehmens Merantix Momentum.
Kritiker werfen Parteiführung Orientierungslosigkeit vor
Dürr und Büttner gelang es seitdem nicht, die FDP wieder auf
Erfolgskurs zu bringen. Ihre parteiinternen Kritiker wie die
Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, der
NRW-Landesvorsitzende Henning Höne oder der Chef der Jungen
Liberalen, Finn Flebbe, werfen ihnen vor, keine erkennbare Strategie
für die Erholung der FDP zu haben. Statt eigene inhaltliche Akzente
zu setzen, reagiere die Parteiführung nur auf die Politik der
Bundesregierung und beschränke sich auf Kritik./sk/DP/men
AXC0224 2026-03-23/16:49
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Autor: - dpa-AFX
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