| ROUNDUP: Reemtsma schließt Werk Langenhagen - 600 Jobs fallen weg |
| 23.03.2026 19:02:00 |
Der Tabakkonzern Imperial Brands
will nach erfolgloser Käufersuche sein Reemtsma-Werk
in Langenhagen schließen. Die Produktion an dem Standort bei
Hannover solle bis 2027 auslaufen, teilte das Unternehmen mit. Davon
seien vor Ort aktuell noch rund 600 Beschäftigte betroffen.
Trotz intensiver und konstruktiver Verhandlungen mit einem
Kaufinteressenten sei letztlich keine für die Zukunft des Standorts
tragfähige Einigung erzielt worden, hieß es in der Mitteilung. Vor
diesem Hintergrund habe sich Imperial Brands nun dazu entschieden,
die Produktion in Langenhagen bis ins Jahr 2027 hinein schrittweise
zu schließen.
Käufersuche seit Oktober
Das Unternehmen hatte die Entscheidung zuvor auf einer
Belegschaftsversammlung in Langenhagen verkündet. "Wir haben in den
vergangenen Monaten alle realistischen Optionen intensiv geprüft, um
den Fortbestand des Standorts zu sichern", sagte der bei Imperial
Brands für die Lieferkette zuständige Manager Sami Naffakh laut
Mitteilung. "Dass diese Gespräche nun leider erfolglos geblieben
sind, ist für uns alle sehr enttäuschend."
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) übt scharfe Kritik
an dem Vorgehen. Die NGG sei zu keinem Zeitpunkt in Gespräche
einbezogen gewesen, kritisierte Finn Petersen, Vorsitzender des
NGG-Landesbezirks Nord. "Bis heute wissen wir nicht einmal, wer die
Kaufinteressenten waren." Die Mitarbeitenden seien über Monate im
Unklaren gelassen worden, während ihnen immer wieder Hoffnung
gemacht worden sei.
Der Reemtsma-Mutterkonzern hatte bereits im Oktober erklärt, die
Schließung des Standorts zu erwägen. Er solle entweder verkauft oder
geschlossen werden, hieß es damals. Das Unternehmen begründete die
Entscheidung mit hohen Produktionskosten und unzureichender
Auslastung. Langenhagen sei davon besonders stark betroffen.
Hintergrund seien rückläufige Produktionsmengen im klassischen
Tabaksegment.
Letzter Standort in Deutschland
Die Gewerkschaft NGG hatte damals Widerstand gegen die Pläne
angekündigt. Als letztes Reemtsma-Werk in Deutschland komme dem
Standort eine besondere Bedeutung zu, hieß es. Damaligen NGG-Angaben
zufolge plante Reemtsma eine Verlagerung der Produktion ins Ausland.
Das Werk in Langenhagen wurde 1971 eröffnet. Neben klassischen
Fabrikzigaretten und Feinschnitttabak werden dort aktuell auch
sogenannte Tabaksticks für Tabakerhitzer produziert./fjo/DP/men
ISIN GB0004544929
AXC0255 2026-03-23/19:02
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Autor: - dpa-AFX
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