| Klingbeil: SPD will Fokus auf arbeitende Mitte legen |
| 23.03.2026 21:05:00 |
Die SPD will sich angesichts der jüngsten
Wahlniederlagen nach den Worten von Parteichef Lars Klingbeil
künftig verstärkt um Menschen kümmern, "die in Arbeit sind". Das
Bürgergeld sei nicht mehr Thema der SPD. "Unser Thema sind Menschen,
die 3.000, 4.000 Euro verdienen, und für die wollen wir das Leben
besser machen", sagte Klingbeil in der ntv-Sendung "Pinar Atalay".
"Wir haben Vertrauen verloren bei Menschen, die in Arbeit sind",
betonte der SPD-Co-Vorsitzende. In den vergangenen Jahren sei zu
wenig klar gewesen, dass die SPD die Partei der Arbeit sei.
Stattdessen sei die Wahrnehmung von 60 Prozent der Menschen, die SPD
sei Partei der Transferleistungsempfänger und kümmere sich mehr ums
Bürgergeld als um Arbeit. Daher habe man diesen Bruch gemacht: "Der
ist für mich auch wichtig, weil ich ihn für richtig halte."
Seine Co-Parteichefin Bärbel Bas sagte in der ARD, der SPD werde
seit Längerem keine Wirtschaftskompetenz mehr zugeschrieben. "Wir
werden jetzt, und das ist auch unser Vorschlag auch in Richtung
Bundesregierung, dass wir als Bundesregierung mit den Arbeitgebern
und den Gewerkschaften zusammenkommen und die Lage betrachten und
vor allen Dingen die Konsequenzen und die Maßnahmen jetzt
miteinander besprechen."
Klingbeil: Die SPD muss "emotionaler, lauter, klarer" werden
Klingbeil sagte, die SPD versuche Antworten zu geben angesichts der
riesigen Umbrüche in der Industrie. Er verwies auf Bemühungen unter
anderem zum Industriestrompreis, zur stärkeren Nutzung von
Industrieprodukten aus Europa, zu Energiepreisen oder zu
Mitbestimmung und starken Gewerkschaften. "Und trotzdem werden diese
Dinge nicht gesehen", sagte er.
Die SPD müsse es daher "noch konsequenter machen, emotionaler,
lauter, klarer". Daran müsse die SPD jetzt hart arbeiten, "weil es
nicht sein kann, dass wir Probleme lösen, aber am Ende keiner
mitkriegt, was die SPD gemacht hat".
Mit Blick auf Reformvorhaben mit der Union sagte der Vizekanzler und
Bundesfinanzminister, die SPD werde "in sehr harte Verhandlungen
reingehen". Dazu gehöre eine Einkommensteuerreform, bei der
Menschen, die für 3.000 und 4.000 Euro im Monat arbeiten gehen, eine
spürbare Entlastung bekommen. "Und das heißt eben auch, dass die
Spitzenverdiener in unserem Land, dass die in die Verantwortung
gehen."/sl/DP/jha
AXC0275 2026-03-23/21:05
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Autor: - dpa-AFX
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