| ROUNDUP/IAB-Prognose: Wenig Wachstum und größerer Fachkräftemangel |
| 24.03.2026 15:20:00 |
Die deutsche Wirtschaft, befeuert durch die
milliardenschweren Fiskalpakete der Bundesregierung, wird im
laufenden Jahr 2026 nach einer Prognose des Instituts für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kaum vom Fleck kommen. Die
Nürnberger Arbeitsmarkt- und Konjunkturexperten gehen von einem
Wachstum in Höhe von 0,8 Prozent aus.
Gegenwind komme vor allem von geopolitischen Risiken wie dem Krieg
im Iran. Allein die Krise in Nahost lasse das Wachstum um 0,2 bis
0,3 Punkte geringer ausfallen. Negativ wirke auch die Demografie:
Das Erwerbspersonenpotenzial, also die Personen, die grundsätzlich
dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sinkt erstmals um 40.000 auf
48,62 Millionen - der Fachkräftemangel wird durch den Renteneintritt
der Babyboomer-Jahrgänge verschärft.
Mehr Arbeitslose in erster Jahreshälfte
Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresdurchschnitt um 40.000
steigen - der Anstieg werde jedoch nur in der ersten Jahreshälfte
wirksam. In der zweiten Hälfte könne es zu einem leichten Rückgang
kommen.
Neue Jobs gebe es fast ausschließlich bei öffentlichen
Dienstleistern, im Gesundheitsbereich und in der Erziehung. In der
Industrie schrumpfe die Beschäftigung dagegen weiter. "Der Irankrieg
und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen und
Handelsstörungen belasten die Beschäftigungsentwicklung in der
Industrie zusätzlich", sagte IAB-Forscher Enzo Weber. Allein in
diesem Sektor gehen der Prognose zufolge 140.000 Arbeitsplätze
verloren.
Sozialverband: "Beunruhigend"
Der Sozialverband Deutschland bezeichnete die Ergebnisse der
Prognose als "beunruhigend". Sie zeigten ganz klar, dass der Fokus
auf der Qualifizierung von Beschäftigten, Erwerbslosen und jungen
Menschen liegen müsse, sagte die Vorstandsvorsitzendes des Verbandes
Michaela Engelmeier. "Einerseits fehlen Fachkräfte, auf der anderen
Seite brechen ganze Industrien weg", sagte sie.
Nicht aus jedem Industriearbeiter werde eine Pflegekraft, dennoch
liege darin ein Potenzial, dass gezielt gehoben werden müsse. "Der
Blick muss aber genauso in Richtung Frauen, ältere Beschäftigte und
Menschen mit Behinderungen gehen. Auch hier gibt es Potenziale, die
an fehlenden Rahmenbedingungen und mangelnder Vereinbarkeit von
Familie und Beruf scheitern", betonte sie./dm/DP/stw
AXC0226 2026-03-24/15:20
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Autor: - dpa-AFX
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