| ROUNDUP: Social Media erst ab 14? Zwei Länder fordern Verbot |
| 24.03.2026 17:09:00 |
Niedersachsen und Thüringen setzen sich auf
Bundesebene für ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige ein.
Die rot-grüne Landesregierung in Hannover und die Brombeer-Koalition
in Erfurt beschlossen die Einbringung einer gemeinsamen
Bundesratsinitiative, um Kinder und Jugendliche in den sozialen
Medien besser zu schützen.
"Uns darf nicht egal sein, welche Themen und Bilder wir unseren
Kindern online in den sozialen Medien zumuten. Und viele Kinder und
Jugendliche spüren selbst, dass sie da schon jetzt mehr Zeit
verbringen, als ihnen guttut", sagte Ministerpräsident Olaf Lies.
Das Ziel der Anbieter sei eine möglichst lange Nutzungsdauer durch
suchtverstärkende Algorithmen, kritisierte der SPD-Politiker.
Minderjährige seien diesen Mechanismen schutzlos ausgeliefert. "Es
ist an der Zeit, dass wir diesen Schutz von den Plattformanbietern
wirksam einfordern und durchsetzen - auf nationaler und auf
europäischer Ebene."
Thüringens Regierungschef will "digitales Experiment" beenden
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt sagte, der Antrag fordere
"klare, verbindliche Altersgrenzen, echte Alterskontrollen und mehr
Verantwortung für die Plattformen" ein. Australien löse das Problem
mit hohen Strafgeldern. "Ich kann mir auch noch weitergehende
Vorschläge vorstellen - zum Beispiel, dass man bei Nichteinhalten
der Regeln den Plattformen für eine gewisse Zeit auch untersagt, in
Deutschland aktiv zu sein oder in Europa", sagte der CDU-Politiker.
Das müsse nun diskutiert werden. Ziel sei es, für Rechtsklarheit zu
sorgen und die Kinder und Jugendlichen zu schützen.
Über eine Generation lang habe man eine Art "digitales Experiment in
Social Media" zugelassen, sagte Voigt. Nun setze man sich für ein
digitales Erwachsenwerden ein.
Eingeschränkter Zugang für 14- und 15-Jährige
Der Vorschlag der beiden Länder sieht neben einem Verbot sozialer
Medien für Kinder unter 14 Jahren auch einen "altersgerechten
Zugang" für Jugendliche unter 16 Jahren vor, bei dem per Algorithmus
oder KI gesteuerte Empfehlungen und suchtverstärkende Funktionen
ausgeschlossen sind. Die Plattformen sollen deshalb verpflichtet
werden, wirksame Altersüberprüfungen einzuführen.
Da nationale Regelungen allein oft nicht ausreichten, solle die
Bundesregierung sich zudem auf europäischer Ebene für einen starken
Jugendmedienschutz einsetzen. Ziel sei es, dass die EU-Kommission
eine europaweite Altersüberprüfung bei der Nutzung sozialer Medien
schafft und durchsetzt.
Bundesministerin erwartet neue EU-Vorschriften
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hatte erst vor wenigen
Tagen der Deutschen Presse-Agentur gesagt, sie erwarte für die
nächsten Monate neue EU-Vorschriften für die großen Tech-Konzerne
zur Durchsetzung von Altersgrenzen. Sollte es in Brüssel nicht
schnell genug gehen, behalte sie sich eigene Maßnahmen in
Deutschland vor.
Hintergrund sind Sorgen wegen teils sehr langer Nutzungszeiten und
wegen schädlicher Inhalte, etwa Hassbotschaften und Pornografie.
Gegen Beschränkungen gibt es aber auch Vorbehalte, unter anderem,
weil soziale Netzwerke für Jugendliche wichtige Kommunikationsmittel
sind und Altersbeschränkungen bisher kaum durchsetzbar
waren./cwe/DP/men
ISIN US30303M1027 US02079K1079 US83304A1060 US75734B1008
AXC0270 2026-03-24/17:09
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Autor: - dpa-AFX
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