| ROUNDUP 3: Discounter Kik schließt etwa 300 Filialen |
| 24.03.2026 18:33:00 |
(neu: Weitere Angaben zum Unternehmen ergänzt (7. Absatz).)
BÖNEN (dpa-AFX) - Der Textil- und Haushaltswaren-Discounter Kik
schließt in diesem Jahr Hunderte Filialen. Das teilte der
Finanzvorstand Christian Kümmel in einem Gespräch mit der Deutschen
Presse-Agentur mit. Die Zahl der Geschäfte sinkt demnach bis Ende
2026 in Europa um etwa 225 auf gut 4.000, davon in Deutschland um
135 auf rund 2.200. Europaweit sind 300 Schließungen vorgesehen und
75 Neueröffnungen. Einige Standorte wurden bereits geschlossen,
andere folgen in den kommenden Monaten.
"Wir trimmen unser Portfolio auf Profitabilität", sagte
Geschäftsführer und Finanzvorstand Kümmel. "Die Formel "Wir machen
fünf neue Filialen auf und haben fünfmal so viele Kunden" ist nicht
100-prozentig aufgegangen." In einigen Fällen lägen Filialen weniger
als einen Kilometer auseinander. "Wir haben zu dicht expandiert. Das
bauen wir zurück." Alle verbleibenden Standorte seien profitabel.
Eine vollständige Liste der Geschäfte, die schließen sollen oder
bereits aufgegeben wurden, legte Kik nicht vor. Zahlreiche
Beschäftigte seien bislang nicht informiert worden, hieß es. "Wir
werden die Mitarbeitenden der betroffenen Filialen in anderen
Filialen weiter beschäftigen oder anderweitig eine Lösung finden",
sagte Kümmel. Kündigungen seien nicht geplant. Kik beschäftigt etwa
32.000 Menschen, 19.000 davon in Deutschland. Kümmel kann sich
vorstellen, dass das Filialnetz in den kommenden Jahren weiter
bereinigt wird.
Kik-Chef: "Unsere loyale Kundschaft wächst"
Das Unternehmen hatte im September 2025 angekündigt, unrentable
Filialen zu schließen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Bereits Ende des Jahres waren einige Geschäfte dichtgemacht worden.
Laut Kümmel wurden in der Vergangenheit bereits etwa 100 Filialen
pro Jahr geschlossen, die Zahl der Neueröffnungen sei jedoch stets
höher gewesen.
Das Geschäftsmodell von Kik funktioniert nach Angaben von Kümmel
weiterhin gut. "Unsere loyale Kundschaft wächst." Dennoch spürt das
Unternehmen die Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und
Verbraucher. "Zwar erhält der Discount insgesamt Zulauf. Wir sehen
aber, dass der ein oder andere Einkauf weggelassen wird." Kümmel
zufolge hat sich das Konsumverhalten verändert. "Es gibt eine hohe
Wechselbereitschaft und Preissensibilität bei Kunden."
Der Geschäftsführer sieht einen zunehmenden Wettbewerbsdruck - durch
stationäre Händler wie Woolworth, NKD und Action sowie asiatische
Shopping-Plattformen wie Shein und Temu. An seinem Konzept möchte
Kik aber grundsätzlich festhalten und vornehmlich Textildiscounter
sein. Kernzielgruppe sollen weiterhin Frauen zwischen 30 und 60
Jahren mit ihren Familien sein. Rund 60 Prozent des Sortiments
entfallen auf Textilien, der Rest auf Non-Food-Produkte wie
Haushaltswaren und Deko.
Stationärer Einzelhandel dünnt aus
Der langjährige Chef Patrick Zahn hatte Kik im September verlassen.
In dieser Woche gab das zum Tengelmann-Konzern gehörende Unternehmen
bekannt, dass Ulrich Hanfeld zum 1. Juni sein Nachfolger werden
soll.
Kik ist die Abkürzung für "Kunde ist König" und wurde 1994
gegründet. Inzwischen ist die Kette in 14 europäischen Ländern
vertreten. Im Jahr 2024 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz
von 2,4 Milliarden Euro. In Deutschland zählt Kik zu den
Einzelhändlern mit den meisten Verkaufsstellen.
Der stationäre Einzelhandel steht wegen der wachsenden Konkurrenz
durch den Onlinehandel und der schlechten Konsumstimmung stark unter
Druck. Die Zahl der Geschäfte dürfte in diesem Jahr laut einer
Prognose des Handelsverbandes Deutschland auf unter 300.000 sinken.
Ende 2015 waren es noch etwa 372.000.
Die Zahl der Insolvenzen in der Branche liegt nach Angaben des
Kreditversicherers Allianz Trade auf dem höchsten Stand seit zehn
Jahren. 2025 wurden 2.571 Fälle verzeichnet./cr/DP/men
AXC0302 2026-03-24/18:33
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 22.636,91 | -16,95 | -0,07% |
| TecDax | 3.416,31 | -19,05 | -0,55% |
| MDAX | 28.125,11 | -104,25 | -0,37% |
| Dow Jones (EOD) | 46.124,06 | -84,41 | -0,18% |
| Nasdaq 100 | 24.002,45 | -186,14 | -0,77% |
| S & P 500 (EOD) | 6.556,37 | -24,63 | -0,37% |
| SMI | 12.515,94 | 126,26 | 1,02% |
|
| EUR/US$ | 1,1629 | 0,00 | 0,19% |
| EUR/Yen | 184,5388 | 0,32 | 0,17% |
| EUR/CHF | 0,9153 | 0,00 | 0,05% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8657 | 0,00 | 0,02% |
| Yen/US$ | 0,0063 | 0,00 | 0,02% |
| CHF/US$ | 1,2705 | 0,00 | 0,12% |
|
| baha Brent Indication | 101,35 | -0,02 | -0,02% |
| Gold | 4.416,02 | -48,06 | -1,08% |
| Silber | 70,08 | 2,80 | 4,16% |
| Platin | 1.896,03 | 6,40 | 0,34% |
| |
|
|