| Entscheidender Verhandlungstag für den Nahverkehr in NRW? |
| 26.03.2026 09:04:00 |
Gibt es neue Warnstreiks im Nahverkehr oder eine
Einigung in dem Tarifkonflikt? Das entscheidet sich voraussichtlich
heute am dritten Verhandlungstag in Bochum. Die Delegationen der
Gewerkschaft Verdi und des Kommunalen Arbeitgeberverbands NRW haben
bis tief in die Nacht verhandelt, wie die Deutsche Presse-Agentur
erfuhr. Am späten Vormittag sollen die Gespräche fortgesetzt werden.
Es geht um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in
rund 30 kommunalen Nahverkehrsbetrieben in NRW.
Aktuell keine weiteren Warnstreiks
Eine Warnstreikwelle hatte in jüngster Zeit wiederholt große Teile
des Nahverkehrs in NRW lahmgelegt. So kam es zu
Arbeitsniederlegungen etwa bei der KVB in Köln, der Rheinbahn in
Düsseldorf oder bei DSW21 in Dortmund. Auch die Bogestra in Bochum
wurde bestreikt, bei der aktuell die Tarifverhandlungen stattfinden.
Die Aachener Verkehrsbetriebe Aseag sind eine der wenigen Ausnahmen,
auf die sich die Tarifverhandlungen nicht beziehen.
Während der Verhandlungen sind keine Warnstreiks geplant. Da Verdi
mit zwei Tagen Vorlauf über Arbeitsniederlegungen informiert, sind
neue Warnstreiks in dieser Woche unwahrscheinlich. Die Tarifparteien
in Nordrhein-Westfalen sitzen in der dritten Verhandlungsrunde
zusammen. Im Vorfeld signalisierte Verdi Kompromissbereitschaft,
jedoch lagen die Positionen noch weit auseinander. Tarifabschlüsse
für den kommunalen Nahverkehr gibt es schon in mehreren
Bundesländern: in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und in
Hessen.
Arbeitszeit und Zuschläge im Fokus
In NRW gehört zur Ausgangsposition von Verdi, dass die wöchentliche
Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzt
werden soll. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von
10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit
soll zudem von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40
Prozent steigen, wie die Gewerkschaft fordert.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen warf Verdi vor,
die Augen vor einer desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu
verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon
deutlich verbessert, der kommunale Nahverkehr in NRW biete bereits
attraktive Arbeitsplätze, argumentiert der Verband./vd/DP/zb
AXC0153 2026-03-26/09:04
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Autor: - dpa-AFX
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