| Rheinmetall-Tochterfirma steuert Shuttlebusse aus der Ferne |
| 26.03.2026 09:15:00 |
Am Düsseldorfer Flughafen sollen ab Mai zwei
kleine Passagiertransporter fahren, die aus der Ferne gesteuert
werden und nicht mehr von einem Fahrer an Bord. Die Rheinmetall
-Tochter Mira und die Rheinbahn gaben ein Pilotprojekt
zur sogenannten Teleoperation bekannt, bei dem die beiden
Transporter auf einer zweieinhalb Kilometer langen Strecke im
öffentlichen Raum unterwegs sein sollen. Sie fahren auf Abruf, die
Nutzer sollen sich vorher über eine App registrieren.
Ein sogenannter Sicherheitsfahrer ist noch mit an Bord, um notfalls
eingreifen zu können - fahren soll er aber eigentlich nicht. Das
wiederum macht ein Fahrer aus der Entfernung, er ist über das
Handynetz mit dem Fahrzeug verbunden und hat mehrere Monitore vor
sich, um gewissermaßen die Echtzeit-Aussicht aus dem
Elektrotransporter zu haben. Bei der Robotik- und Drohnenmesse
Xponential stellte Mira die Technologie vor, die im Mai zur
Anwendung kommen soll: Dort saß ein Mitarbeiter in einer Messehalle
und steuerte ein Fahrzeug, das außerhalb der Messehalle herumfuhr.
Das Ziel des Projekts mit der Rheinbahn sei es, die Technologie
unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch
auszuwerten. Es gehe darum herauszufinden, wie die Akzeptanz bei
Fahrgästen sei und wie stabil das System sei. Außerdem sollen
Erkenntnisse zur Wirtschaftlichkeit gewonnen werden.
Bei der Teleoperator-Technologie soll Personal gespart werden
können: Fahrer sind nicht mehr an ein Fahrzeug gebunden, sondern
können zeitversetzt mehrere Fahrzeuge steuern. So ist es beim
Düsseldorfer Projekt: Der Fahrer soll einen Transporter steuern und
nach Zielerreichung auf den anderen Transporter wechseln können.
Test soll Brücke in Realbetrieb werden
Der öffentliche Personennahverkehr stehe vor personellen und
finanziellen Herausforderungen, sagt die Rheinbahn-Vorständin
Annette Grabbe. Um Verlässlichkeit zu sichern, müssten
technologische Optionen geprüft werden. Man werde auf Basis
belastbarer Daten entscheiden, ob und wie Teleoperation dauerhaft
Teil der Betriebsstruktur werde."Entscheidend ist, dass wir mit
neuen Technologien unseren Betrieb stabiler machen und unseren
Fahrgästen einen echten Mehrwert im Alltag bieten", sagt Grabbe.
Mira-Firmenchef Win Neidlinger wertet das Projekt als wichtigen
Meilenstein. "Durch die effiziente Teleoperation von On-demand
Shuttles leisten wir einen realen Beitrag zur Bewältigung des
Personalmangels und schaffen somit die Grundlage, Mobilitätsangebote
zuverlässig zu sichern und gezielt weiter auszubauen", sagte der
Manager. "Der Testbetrieb ist hierzu ein wichtiger Schritt, um
Teleoperation aus dem Pilotstadium in konkrete Anwendungsfälle im
öffentlichen Verkehr zu überführen."
Die Betriebsgenehmigung für den Testbetrieb wurde nach Aussage von
Neidlinger noch auf Basis eines alten Regelwerks erteilt, das die
Anwesenheit eines Sicherheitsfahrers an Bord noch vorschrieb - also
eines Menschen, der gewissermaßen auf die Bremse treten konnte, wenn
die Fernsteuerung versagte. Dieses Regelwerk wurde seinen Angaben
zufolge Ende 2025 aber geändert - theoretisch könnten Testprojekte
daher künftig auf die Sicherheitsfahrer verzichten. Beim
Düsseldorfer Projekt wird das aber nicht der Fall sein: Ganz
menschenleer wird der Innenraum des Transporters also nicht sein,
wenn ein Passagier einsteigt./wdw/DP/zb
ISIN DE0007030009
AXC0160 2026-03-26/09:15
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Autor: - dpa-AFX
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