| Bislang kein Investor für Domo Chemicals in Leuna und Premnitz |
| 26.03.2026 17:16:00 |
Für die deutschen Standorte des
Chemieunternehmens Domo Chemicals in Leuna und Premnitz ist bislang
kein Investor gefunden worden. "Der Investorenprozess läuft
weiterhin, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte
Insolvenzverwalter Lucas Flöther auf Anfrage der Deutschen
Presse-Agentur. Feststehen werde eine Entscheidung wohl auch erst,
wenn das Insolvenzverfahren eröffnet wird, sagte er. Zuvor hatte die
"Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.
Das Unternehmen hatte kurz vor Ende des vergangenen Jahres für seine
drei deutschen Tochterfirmen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg
Insolvenz angemeldet und erklärt, die Produktion sofort stoppen zu
müssen. Wenige Tage später schaltete sich das Land Sachsen-Anhalt
ein und entschied, den Betrieb vorerst am Laufen zu halten. So
konnte die Suche nach Investoren weitergehen.
Insolvenz könnte Auswirkungen auf andere Firmen haben
Wie hoch die Kosten für den Weiterbetrieb sind, ist derzeit unklar.
Das Land ging nach Angaben des Landesverwaltungsamtes Ende Januar
davon aus, dass ein höherer einstelliger bis niedriger zweistelliger
Millionenbetrag anfallen wird.
Die Insolvenz könnte auch Auswirkungen auf andere Firmen in der
Region haben, etwa solche, die Stoffe an Domo liefern. In Leuna und
Premnitz wurde vor allem Kunststoff produziert, der unter anderem in
der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche
weiterverarbeitet wird. Die drei Unternehmen gehören zu Domo
Chemicals, einer Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Gent (Belgien).
Keine weiteren Details zum derzeitigen Stand
Das Insolvenzverfahren soll voraussichtlich Anfang April eröffnet
werden, hieß es. "Namen oder Details können wir mit Rücksicht auf
Vertraulichkeitsvereinbarungen nicht nennen", betonte Flöther.
Die meisten Domo-Mitarbeitenden sind in Leuna beschäftigt, bei der
Domo Chemicals GmbH sind es rund 35, bei der Domo Caproleuna GmbH
etwa 480. In Premnitz in Brandenburg hat die Domo Engineering
Plastics GmbH rund 70 Mitarbeitende.
Domo eins der großen Unternehmen im Chemie-Dreieck
Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Ostdeutschland zählt laut
der Gewerkschaft IG BCE 48.000 Beschäftigte in den tarifgebundenen
Unternehmen und hat demnach einen Jahresumsatz von über 30
Milliarden Euro. Im Chemie-Dreieck in Sachsen-Anhalt gibt es nach
Angaben der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der
Bundesagentur für Arbeit insgesamt 100 Firmen mit rund 10.000
Beschäftigten.
Der Branche geht es derzeit nicht gut. Unter anderem hatte das
Unternehmen Dow Chemical vor einigen Monaten bekanntgegeben, dass
ein Teil seiner Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen
(Sachsen) Ende 2027 geschlossen werden soll./ija/DP/men
AXC0383 2026-03-26/17:16
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Autor: - dpa-AFX
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