| AKTIE IM FOKUS: Netflix brechen vorbörslich ein - Gewinnprognose enttäuscht |
| 17.04.2026 13:16:00 |
Eine enttäuschende Gewinnprognose hat die
Aktien von Netflix am Freitag stark unter Druck
gesetzt. Im vorbörslichen US-Handel sackten sie um mehr als zehn
Prozent ab. Damit dürfte die jüngste Erholung der Papiere des
Streaming-Riesen vorerst ein Ende finden. Seit Ende Februar waren
sie bis zum Handelsschluss am Donnerstag um mehr als 40 Prozent
gestiegen, seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 15 Prozent zu
Buche. Vom Rekordhoch Ende Juni vergangenen Jahres bei 134,12
US-Dollar sind die Netflix-Aktien aber dennoch ein Fünftel entfernt.
Nun droht der Rutsch zurück unter die 200-Tage-Chartlinie, einem
Indikator für den langfristigen Trend.
Netflix stellte für das laufende Quartal lediglich einen operativen
Gewinn von 79 US-Cent je Aktie in Aussicht, während Analysten im
Schnitt mit einer Prognose von 84 Cent gerechnet hatten. Nachdem
sich Netflix aus dem Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner
Brothers zurückgezogen hatte, hätten einige
Investoren auf größere Aktienrückkäufe und ein höheres Margenziel im
Gesamtjahr gehofft, schrieb Citigroup-Analyst Jason Bazinet.
Stattdessen habe Netflix die Jahresprognose beibehalten, keine
Änderung an der Strategie zur Nutzung der Finanzmittel signalisiert
und obendrein mit dem Ausblick aufs laufende Quartal enttäuscht.
Aus Sicht von Markus Leistner von der DZ Bank wiegt außerdem der
Abschied des Mitgründers und Verwaltungsratsvorsitzenden Reed
Hastings schwer. Der 65-Jährige will sich nach Ablauf seines Mandats
im Juni nicht mehr zu Wiederwahl stellen. Damit werde das Ende einer
29-jährigen Ära eingeläutet, kommentierte Leistner. Er lobte
allerdings die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Netflix habe mit
einem hohen Gewinn überzeugt, auch die Anhebung der Prognose für den
freien Barmittelzufluss sei positiv. Ein deutlicher Kursrückgang sei
daher eine Einstiegschance.
JPMorgan-Experte Doug Anmuth sprach ebenfalls von einer
Kaufgelegenheit angesichts der Kursschwäche. Sein positiver Blick
auf Netflix habe sich nicht geändert. Zwar könne er die Enttäuschung
wegen der unveränderten Prognose für 2026 verstehen, allerdings sei
der Jahresauftakt stark gewesen. Auch bei James Heaney vom
Analysehaus Jefferies schrillen in der Folge nicht die Alarmglocken.
Nach dem zuletzt guten Lauf der Netflix-Aktie seien die Erwartungen
unter anderem an die Marge übertrieben optimistisch gewesen.
Fundamental habe sich die Situation für den Streaming-Riesen nicht
verschlechtert.
Barclays-Analyst Kannan Venkateshwar warnte jedoch, dass das Risiko
zu hoher Erwartungen an Netflix mehr als nur ein kurzfristiges
Problem sein könnte. Seit sich das Unternehmen nur noch gelegentlich
zu konkreten Abonnentenzahlen äußere, sei die Beurteilung ohnehin
schwieriger geworden. Venkateshwar zeigte sich zudem von der
Umsatzprognose fürs laufende Quartal irritiert. Ein etwas
langsameres Wachstum sei mit Blick auf die jüngsten Preiserhöhungen
etwas überraschend - zumal Netflix im Auftaktquartal im
asiatisch-pazifischen Markt stark zugelegt habe./niw/tih/stk
ISIN US64110L1061
AXC0153 2026-04-17/13:16
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Autor: - dpa-AFX
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