| AKTIE IM FOKUS 2: Netflix brechen ein - Gewinnprognose enttäuscht |
| 17.04.2026 16:36:00 |
(Kurse aktualisiert)
NEW YORK (dpa-AFX) - Eine enttäuschende Gewinnprognose hat die
Aktien von Netflix am Freitag stark unter Druck
gesetzt. Im frühen US-Handel sackten sie zuletzt um fast 10 Prozent
auf etwas mehr als 97 Dollar ab. Damit findet die jüngste Erholung
der Papiere des Streamingkonzerns vorerst ein Ende.
Seit Ende Februar waren Netflix bis zum Handelsschluss am Donnerstag
um mehr als 40 Prozent gestiegen. Der Jahresgewinn schmolz durch die
aktuellen Verluste auf etwas weniger als 4 Prozent zusammen. Zudem
rutschten die Titel unter die 200-Tage-Chartlinie, einem viel
beachteten Indikator für den langfristigen Trend. Vom Rekordhoch
Ende Juni vergangenen Jahres bei 134,12 US-Dollar sind die
Netflix-Aktien ein gutes Stück entfernt.
Netflix stellte für das laufende Quartal lediglich einen operativen
Gewinn von 79 US-Cent je Aktie in Aussicht, während Analysten im
Schnitt mit einer Prognose von 84 Cent gerechnet hatten. Nachdem
sich Netflix aus dem Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner
Brothers zurückgezogen hatte, hätten einige
Investoren auf größere Aktienrückkäufe und ein höheres Margenziel im
Gesamtjahr gehofft, schrieb Citigroup-Analyst Jason Bazinet.
Stattdessen habe Netflix die Jahresprognose beibehalten, keine
Änderung an der Strategie zur Nutzung der Finanzmittel signalisiert
und obendrein mit dem Ausblick aufs laufende Quartal enttäuscht.
Aus Sicht von Markus Leistner von der DZ Bank wiegt außerdem der
Abschied des Mitgründers und Verwaltungsratsvorsitzenden Reed
Hastings schwer. Der 65-Jährige will sich nach Ablauf seines Mandats
im Juni nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Damit werde das Ende
einer 29-jährigen Ära eingeläutet, kommentierte Leistner. Er lobte
allerdings die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Netflix habe mit
einem hohen Gewinn überzeugt, auch die Anhebung der Prognose für den
freien Barmittelzufluss sei positiv. Ein deutlicher Kursrückgang sei
daher eine Einstiegschance.
JPMorgan-Experte Doug Anmuth sprach ebenfalls von einer
Kaufgelegenheit angesichts der Kursschwäche. Sein positiver Blick
auf Netflix habe sich nicht geändert. Zwar könne er die Enttäuschung
wegen der unveränderten Prognose für 2026 verstehen, allerdings sei
der Jahresauftakt stark gewesen. Auch bei James Heaney vom
Analysehaus Jefferies schrillen in der Folge nicht die Alarmglocken.
Nach dem zuletzt guten Lauf der Netflix-Aktie seien die Erwartungen
unter anderem an die Marge übertrieben optimistisch gewesen.
Fundamental habe sich die Situation für den Streaming-Riesen nicht
verschlechtert.
Barclays-Analyst Kannan Venkateshwar warnte jedoch, dass das Risiko
zu hoher Erwartungen an Netflix mehr als nur ein kurzfristiges
Problem sein könnte. Seit sich das Unternehmen nur noch gelegentlich
zu konkreten Abonnentenzahlen äußere, sei die Beurteilung ohnehin
schwieriger geworden. Venkateshwar zeigte sich zudem von der
Umsatzprognose fürs laufende Quartal irritiert. Ein etwas
langsameres Wachstum sei mit Blick auf die jüngsten Preiserhöhungen
etwas überraschend - zumal Netflix im Auftaktquartal im
asiatisch-pazifischen Markt stark zugelegt habe./niw/tih/stk/ajx/he
ISIN US64110L1061
AXC0211 2026-04-17/16:36
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Autor: - dpa-AFX
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