| ROUNDUP: Iran droht USA mit erneuter Schließung der Straße von Hormus |
| 18.04.2026 08:05:00 |
Der Iran droht mit der erneuten
Schließung der Straße von Hormus, sollte die US-Blockade iranischer
Häfen andauern. "Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Straße
von Hormus nicht offen bleiben", schrieb Irans einflussreicher
Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X.
Die Durchfahrt durch die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen
Meerenge erfolge auf der vom Iran "festgelegten Route" und mit
"iranischer Genehmigung", fügte Teherans Chefunterhändler hinzu.
Nach wochenlanger Blockade wegen des Iran-Kriegs hatte die
Staatsführung in Teheran erklärt, dass Öltanker und Handelsschiffe
während der laufenden Waffenruhe durch die Meerenge fahren könnten.
Umgekehrt wollen die USA aber ihre eigene Seeblockade
aufrechterhalten, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen im
Iran gilt, wie Präsident Donald Trump betonte. Sie bleibe "bis zum
vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran"
bestehen, schrieb er auf der Plattform Truth Social. In Teheran
sorgte das für Empörung.
Iran droht den USA
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, drohte
den USA. "Die sogenannte Seeblockade stellt einen Verstoß gegen die
Waffenruhe dar und wird eine angemessene Reaktion des Irans zur
Folge haben", sagte er der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge.
Ghalibaf schrieb, ob die Straße geöffnet oder geschlossen sei und
welche Bestimmungen gelten, werde vor Ort entschieden, "nicht durch
soziale Medien". Trump habe falsche Behauptungen aufgestellt. Damit
würden die USA auch in Verhandlungen nicht weiterkommen.
Derzeit laufen Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, um die bis
Mittwoch geltende Feuerpause zu verlängern und eine umfassende
Einigung auch im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen.
Trump rechnet in den nächsten Tagen mit einem Abkommen. "Die
Gespräche laufen" und würden über das Wochenende fortgesetzt, sagte
er Reportern. Laut unbestätigten US-Medienberichten könnten die
Unterhändler am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu
einer neuen Verhandlungsrunde zusammenkommen.
Eine erste Gesprächsrunde war dort am vergangenen Wochenende ohne
konkrete Ergebnisse geendet. Pakistan bereitet sich auf weitere
Verhandlungen bereits vor. Registrierungen für Medienvertreter haben
begonnen, und es wurde zusätzliches Sicherheitspersonal in die Stadt
verlegt. Aus dem Weißen Haus verlautete, die Planungen liefen noch.
Ein konkreter Termin sei bislang nicht angesetzt, sagte ein
ranghoher US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur.
Angesprochen darauf, dass der Iran weiterhin erhebliche Unterschiede
in den Positionen sehe, sagte Trump Reportern: "Nun, das könnte
sein. Warten wir ab." Er glaube aber nicht, "dass es allzu viele
wesentliche Unterschiede gibt." Einer der zentralen Streitpunkte ist
der Umgang mit Irans hoch angereichertem Uran. Der Sender CBS News
zitierte Trump aus einem Telefoninterview mit der Aussage, die USA
würden für die Bergung der Uran-Vorräte mit dem Iran
zusammenarbeiten. "Unsere Leute werden gemeinsam mit den Iranern
arbeiten, um es zu holen. Und dann bringen wir es in die Vereinigten
Staaten."
Iran: Kein Transfer von Uran
Irans Außenamtssprecher Baghai wies dies umgehend zurück. "Der
Transfer von Uran in die USA war nie eine Option und stand auch
nicht zur Debatte", sagte er laut Nachrichtenagentur Tasnim. Trump
schrieb dagegen auf Truth Social, die USA würden Irans Uran bekommen
und Geld werde nicht fließen.
Das US-Nachrichtenportal "Axios" hatte zuvor unter Berufung auf zwei
US-Beamte und weitere mit den laufenden Verhandlungen vertraute
Personen berichtet, dass unter anderem darüber diskutiert werde, ob
die USA eingefrorene Gelder des Irans in Höhe von 20 Milliarden
US-Dollar freigeben. Im Gegenzug solle Teheran seinen Vorrat an hoch
angereichertem Uran aufgeben.
Trump: Seeminen sind weg - oder zumindest bald
Irans angereichertes werde "nirgendwohin transferiert", sagte Baghai
laut Staatsmedien. Mit Blick auf mögliche weitere Verhandlungen mit
den USA über einen dauerhaften Frieden sagte der Außenamtssprecher:
"Sobald wir das Gefühl haben, dass unsere Interessen berücksichtigt
und gesichert sind, dann sind wir auch nicht weit von einer
Einigung." Für den Iran seien die Aufhebung der Sanktionen und die
Wiedergutmachung der Kriegsschäden enorm wichtig.
Die angeblich in der Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran
verteilten iranischen Seeminen sollen unterdessen nach Angaben von
Trump geborgen worden sein - oder werden derzeit noch entfernt. "Der
Iran hat mit Hilfe der USA alle Seeminen geräumt oder ist dabei, sie
zu räumen!", schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Experten
gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die der Iran vor etwa einem
Monat südlich der iranischen Gewässer verteilt haben soll - auch
wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat.
USA lockern erneut Sanktionen auf russisches Öl
Der Iran hatte die Straße von Hormus nach Beginn der
amerikanisch-israelischen Angriffe am 28. Februar blockiert.
Außenminister Abbas Araghtschi kündigte nun an, Handelsschiffen und
Öltankern zunächst wieder die Durchfahrt zu erlauben. Er ließ offen,
ob dem Iran dafür eine Mautgebühr gezahlt werden müsse. Unklar ist
auch, wie sich die Ankündigung auf die Schifffahrt auswirkt.
Hunderte Tanker und Frachtschiffe liegen im Persischen Golf fest.
Der Konflikt um die wichtige Meerenge hat zu gestiegenen
Energiepreisen geführt.
Um die globalen Energiemärkte zu beruhigen, lockern die USA jetzt
ein weiteres Mal für einen Monat Sanktionen auf russisches Öl. Der
Verkauf und die Lieferung von russischem Öl, das bis zur Nacht auf
Freitag auf Schiffe geladen wurde, ist bis zur Nacht auf den 16. Mai
(US-Ostküstenzeit) von US-Verboten ausgenommen, wie eine Behörde des
US-Finanzministeriums mitteilte./ln/DP/zb
AXC0020 2026-04-18/08:05
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Autor: - dpa-AFX
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