| ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Nahost-Unsicherheit belastet US-Aktienmarkt |
| 21.04.2026 22:37:00 |
Am US-Aktienmarkt hat es Dienstag wegen der
weiterhin offenen Zukunft des Iran-Krieges Verluste gegeben. Kurz
vor dem Ablauf der Waffenruhe wurden die Anleger wieder nervöser ob
der Bedenken, dass die Hoffnung auf weitere Gespräche zwischen
Washington und Teheran vielleicht vergeblich sein könnte. Ein
zunächst noch freundlicher Auftakt hatte vor diesem Hintergrund
nicht lange Bestand.
Der Dow Jones Industrial schloss 0,59 Prozent im
Minus bei 49.149,38 Punkten. Im frühen Handel hatte er sich noch bis
auf gut 150 Zähler der 50.000-Punkte-Marke genähert. Der Nasdaq 100
gab um 0,42 Prozent auf 26.479,47 Einheiten nach,
während der marktbreite S&P 500 um 0,63 Prozent auf
7.064,01 Punkte fiel. Ein erneutes Rekordhoch gelang im Verlauf nur
dem Nasdaq 100, während der Dow von seiner Bestmarke ohnehin noch
etwas entfernt liegt.
In der Nacht zum Donnerstag mitteleuropäischer Sommerzeit sollte die
14-tägige Waffenruhe ursprünglich ablaufen. Kurz nach Börsenschluss
teilte US-Präsident Donald Trump mit, er werde auf Bitten Pakistans
von Angriffen absehen, bis die Führung im Iran einen geeinten
Vorschlag unterbreite. Die wichtigsten US-Aktienfutures dämmten
daraufhin ihre Verluste ein
Unter den sieben Tech-Riesen standen zwei besonders im Blick, und
dies mit unterschiedlicher Tendenz: Apple fielen um
2,5 Prozent, nachdem der iPhone-Hersteller eine Ablösung des
langjährigen Konzernchefs Tim Cook bekannt gegeben hatte. Amazon
legten um 0,7 Prozent zu, nachdem der Onlinehändler
eine vertiefte Partnerschaft mit dem OpenAI-Rivalen Anthropic
bekanntgegeben hatte.
Bei Apple wird Cook den Chefsessel im September nach 15 Jahren an
den Hardware-Chef John Ternus übergeben und an die Spitze des
Verwaltungsrats wechseln. Anleger reagierten verunsichert, auch wenn
sich Analysten in ersten Kommentaren gelassen zeigten. Mit dem
Schritt werde die Kernstrategie und -vision des Unternehmens wohl
beibehalten, doch das Potenzial für langfristige Veränderungen
steige, schrieb etwa Morgan-Stanley-Analyst Eric Woodring.
Amazon will viel Geld in den KI-Entwickler Anthropic investieren. In
einem ersten Schritt sollen 5 Milliarden Dollar in den KI-Chatbot
Claude gestreckt werden, in weiteren Schritten könnten es bis zu 20
Milliarden Dollar mehr werden. Umgekehrt will Anthropic in den
kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Halbleiter
und Rechenleistung von Amazon ausgeben. Das Unternehmen will auf
Chips mit dem Namen Trainium zurückgreifen, um seine KI-Modelle zu
trainieren.
Im Dow setzten sich Unitedhealth nach überraschend
starken Quartalszahlen mit sieben Prozent Plus an die Spitze. Der
Krankenversicherer wurde für das Gesamtjahr optimistischer. Außerdem
sieht das Unternehmen Schwierigkeiten mit dem Vorhaben der
Trump-Regierung, im nächsten Jahr Medikamente gegen Fettleibigkeit
in die US-Krankenversicherung Medicare aufzunehmen. Konkurrent CVS
Health erteilte dem bereits eine Absage. Dies lastete auf den Aktien
von Eli Lilly , die in einem schwachen
Pharma-Branchenumfeld fast zwei Prozent verloren.
Beim Mischkonzern 3M hatte es nach den Zahlen etwas
gedauert, bis die Aktien eine klare Richtung einschlugen. Am Ende
verloren sie knapp zwei Prozent. Das Unternehmen verfehlte mit
seinem bereinigten Wachstum aus eigener Kraft die Erwartungen. Am
Markt wurde dies als Zeichen gesehen, dass wirtschaftliche
Turbulenzen den Sanierungsplan erschweren.
Bergab ging es in der Breite für Aktien von Luftfahrt- und
Rüstungsunternehmen. Die Titel von RTX und GE
Aerospace sanken um 4,4 respektive 5,6 Prozent,
obwohl beide etwas optimistischer für das Gesamtjahr wurden. Anleger
zeigten sich aber besorgt wegen einer Warnung vor den Risiken des
Iran-Kriegs. Wie es hieß, schürten aktuell hohe Treibstoffpreise die
Befürchtung, dass Fluggesellschaften dazu übergehen, ihre
Kapazitäten reduzieren.
Für Gesprächsstoff sorgte noch ein Bericht, wonach die Deutsche
Telekom einen Komplettzusammenschluss mit T-Mobile US erwägt. Die
Titel von T-Mobile US reagierten darauf zuerst mit einem Sprung ins
Plus, gingen aber dann mit einem Abschlag von 1,5 Prozent aus dem
Handel. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Dienstag
unter Berufung auf Kreise von der Idee, eine neue
Holdinggesellschaft zu schaffen, die Gebote für die Aktien beider
Unternehmen abgeben würde./tih/he
ISIN US2605661048 US6311011026 US78378X1072
AXC0321 2026-04-21/22:37
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Autor: - dpa-AFX
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