| Mitten im Kimmel-Konflikt: Sender ABC soll Lizenzen erneuern |
| 28.04.2026 22:21:00 |
Die US-Regierung verstärkt den Druck auf den
Fernsehsender ABC, bei dem der Trump-kritische Late-Night-Moderator
Jimmy Kimmel auf Sendung geht. Die staatliche
Telekommunikations-Aufsicht FCC zwingt mehrere ABC-Lokalsender unter
anderem in New York und San Francisco zu einer vorfristigen
Erneuerung ihrer Lizenzen. Sie verwies dabei auf bereits seit einem
Jahr laufende Ermittlungen wegen angeblicher Diskriminierung bei den
zum Unterhaltungsriesen Disney gehörenden Sendern.
Die Ermittlungen gehen auf die Position der Regierung von Präsident
Donald Trump zurück, Diversitäts-Programme und
Antidiskriminierungs-Initiativen für benachteiligte Personengruppen
als Diskriminierung anderer zu betrachten. Die FCC erzwang bereits
bei mehreren Telekommunikations-Firmen die Aufgabe von Initiativen
für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion, die in den USA
unter der Abkürzung DEI (Diversity, Equity and Inclusion) bekannt
sind. Auch gegen ABC-Sender liefen seit März 2025 Ermittlungen wegen
Diversitäts-Programmen - die nun eskaliert werden.
Konflikt um Kimmel
In den USA dürfte der Zeitpunkt der FCC-Forderung zur vorfristigen
Lizenzerneuerung jedoch als Teil des wieder aufgeflammten Konflikts
um Late-Night-Moderator Kimmel gesehen werden. Der US-Präsident und
auch seine Ehefrau Melania Trump hatten ABC und Disney am Montag
aufgefordert, Kimmel vom Sender zu nehmen.
Auslöser war ein Scherz Kimmels am vergangenen Donnerstag, in dem er
Melania Trump "das Leuchten einer werdenden Witwe" bescheinigte.
Laut Kimmel spielte er damit auf den hohen Altersunterschied des
Präsidentenpaares an. Trump bezeichnete den Scherz jedoch nach dem
Angriffsversuch auf die Gala der Hauptstadtjournalisten mit ihm am
Samstag als Gewaltaufruf.
Sendepause im September
ABC hatte den Moderator, der Trump nahezu täglich kritisiert, im
September nach einer Äußerung über den getöteten rechten Aktivisten
Charlie Kirk für mehrere Tage vom Sender genommen. Kimmel hatte
damals gesagt, Mitglieder von Trumps MAGA-Bewegung (Make America
Great Again) versuchten so zu tun, als gehöre der mutmaßliche
Attentäter nicht zu ihnen. Es war nicht die korrekte Beschreibung
der politischen Ansichten des Festgenommenen. Kimmel entschuldigte
sich später.
Konzern gibt sich kämpferisch
Disney zeigte sich in einer Reaktion unter anderem beim Sender CNBC
überzeugt, dass man sich an alle Regeln halte und sich für neue
Lizenzen qualifizieren werde - notfalls auch über "rechtliche
Kanäle". Die Lizenzen hätten eigentlich erst 2028 und 2031 erneuert
werden müssen. Jetzt gab die (FCC Federal Communications Commission)
den ABC-Sendern 30 Tage Zeit./so/DP/he
ISIN US2546871060
AXC0355 2026-04-28/22:21
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Autor: - dpa-AFX
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