| ROUNDUP 2/Zuckerberg: Meta-KI soll Tag und Nacht für Nutzer arbeiten |
| 30.04.2026 16:53:00 |
(Kurs aktualisiert)
MENLO PARK (dpa-AFX) - Facebook-Gründer Mark Zuckerberg richtet den
Meta -Konzern voll auf Künstliche Intelligenz aus.
Sogenannte KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben erledigen können,
sollen Ziele der Nutzer erkennen und dann "Tag und Nacht" arbeiten,
um sie zu erreichen, wie der 41-Jährige erklärte. Auch solle KI
direkt auf einzelne Personen zugeschnittene Inhalte erstellen. Zu
Zuckerbergs Vision gehört auch eine Shopping-KI, die Menschen helfen
soll, Dinge zu besorgen, die sie interessieren.
Derzeit werde viel darüber gesprochen, dass Künstliche Intelligenz
Menschen ersetzen werde, sagte der Meta-Chef. "Stattdessen denke
ich, dass KI die Möglichkeit von Menschen verstärken wird, das zu
tun, was man will." Dabei könne es zum Beispiel darum gehen, die
eigene Gesundheit oder Beziehung zu verbessern, zu lernen oder
persönliche Karriereziele zu erreichen. "Die Menschen werden in
Zukunft wichtiger sein, und nicht umgekehrt."
Drastische Folgen für Meta-Belegschaft
Als Arbeitnehmer innerhalb des Konzerns werden derweil vor allem
jene Beschäftigten wichtiger, die produktiv mit KI arbeiten können.
Am 20. Mai sollen rund zehn Prozent der Belegschaft entlassen
werden, wie der Konzern jüngst ankündigte. Außerdem sollen etwa
6.000 derzeit freie Stellen nicht besetzt werden.
Meta hatte zum Jahreswechsel knapp 79.000 Beschäftigte. Damit
dürften die Entlassungen rund 8.000 Menschen treffen.
Der Investor und langjährige Branchenanalyst Gene Munster sieht
einen Widerspruch zur öffentlichen Kommunikation der Firma:
Zuckerberg übertünche mit seinen Visionen, dass Facebook "das
aggressivste Unternehmen beim Ersetzen von Menschen durch KI" sei,
kommentierte er auf der Online-Plattform X.
KI beschleunigt Neuentwicklungen um ein Vielfaches
Zuckerberg verwies erneut darauf, dass immer häufiger ein oder zwei
Mitarbeiter binnen einer Woche etwas entwickelten, wofür früher
größere Teams Monate gebraucht hätten. "Wir stellen bei der nächsten
Evolution unseres Unternehmens diese Leute in den Mittelpunkt",
sagte er. Und Teams sollten nicht größer sein als nötig.
Was genau das auf lange Sicht für die Belegschaft bedeuten wird, ist
unklar. "Wir wissen nicht wirklich, was die optimale Größe des
Unternehmens in der Zukunft sein wird", räumte Finanzchefin Susan Li
auf Analysten-Nachfragen ein.
Riesen-Wette auf KI-Zukunft
Die KI-Visionen erfordern unterdessen gewaltige Investitionen. Meta
schraubte nach nur drei Monaten die Ausgaben für KI-Infrastruktur
noch einmal nach oben. Für das laufende Jahr stellt Meta nun
Kapitalinvestitionen zwischen 125 und 145 Milliarden US-Dollar (107
bis 124,2 Mrd Euro) in Aussicht. Die vorherige Spanne lag bei 115
bis 135 Milliarden Dollar. 2025 gab der Konzern vor allem für den
Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz gut 72
Milliarden Dollar aus.
An der Börse kam die Erhöhung nicht gut an: Anleger ließen den
Aktienkurs im frühen US-Handel um fast zehn Prozent fallen.
Anstieg im Werbegeschäft
Das Geld für den KI-Ausbau liefert nach wie vor das boomende
Werbegeschäft des Facebook-Konzerns. Im vergangenen Quartal stieg
der Konzernumsatz im Jahresvergleich um rund ein Drittel auf 56,3
Milliarden Dollar. Auf den Meta-Plattformen seien 19 Prozent mehr
Anzeigen ausgeliefert worden, sagte Finanzchefin Li. Zugleich sei
der Durchschnittspreis pro Anzeige um zwölf Prozent gestiegen.
Marktführer Google und Meta beherrschen seit Jahren
das Geschäft mit Online-Werbung.
Der Meta-Gewinn sprang um 61 Prozent auf knapp 26,8 Milliarden
Dollar hoch. Eine Rolle dabei spielte aber auch eine in dem
Vierteljahr verbuchte Steuergutschrift von gut acht Milliarden
Dollar.
Zuckerberg hat große Ambitionen, Rivalen wie den ChatGPT-Entwickler
OpenAI sowie Google und Elon Musks KI-Firma xAI auf dem Feld der
Künstlichen Intelligenz zu überflügeln. Dafür ist er bereit, viele
Milliarden auszugeben - selbst mit dem Risiko, zu große
Rechenzentren-Kapazitäten aufzubauen.
Nutzer-Minus durch Iran und Russland
Zuletzt griffen 3,56 Milliarden Nutzer auf mindestens eine Meta-App
zu. Drei Monate zuvor waren es noch 3,58 Milliarden gewesen. Meta
erklärte dies mit Internet-Sperren im Iran und den Einschränkungen
für die Chat-App WhatsApp in Russland. Zum Konzern gehören auch die
Foto- und Video-Plattform Instagram sowie Threads, eine Alternative
zu Musks Twitter-Nachfolger X./so/DP/zb/he
ISIN US30303M1027 US02079K1079
AXC0377 2026-04-30/16:53
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Autor: - dpa-AFX
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