| Jugendliche wollen bei Social Media eher Schutz als Verbote |
| 06.05.2026 05:59:00 |
Jugendliche in Deutschland haben einer
Unicef-Umfrage zufolge eine differenzierte Meinung zu Risiken und
Nutzen der sozialen Medien. Tendenziell fordern sie statt Verboten
eher besseren Schutz auf digitalen Plattformen.
Für die Untersuchung befragte das Sinus-Institut im Auftrag von
Unicef in der ersten Aprilhälfte 1.072 Jugendliche zwischen 14 und
16 Jahren online. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge
repräsentativ für diese Gruppe der Jugendlichen.
Social-Media-Verbot bis zu welcher Altersgrenze?
Die Aussage "Für Jugendliche unter 16 Jahren sollten Social Media
verboten und nicht zugänglich sein" halten 10 Prozent der Befragten
für sehr sinnvoll, 15 Prozent für eher sinnvoll und 28 Prozent für
teilweise sinnvoll. 24 Prozent stufen eine solche Maßnahme aber als
eher nicht sinnvoll ein und 22 Prozent als gar nicht sinnvoll.
Beschränkt man das Verbot auf unter 14-Jährige, überwiegt dagegen
die Akzeptanz: Dann halten 30 Prozent dies für sehr und 24 Prozent
für eher sinnvoll. Allerdings glauben 88 Prozent, dass Jugendliche
Wege finden würden, gesetzliche Altersgrenzen zu umgehen - etwa über
geteilte Geräte oder den Wechsel zu weniger regulierten Plattformen.
Vor- und Nachteile der sozialen Medien
Weitere Ergebnisse der Umfrage: 38 Prozent der 14- bis 16-Jährigen
sind der Meinung, dass die Vorteile sozialer Medien überwiegen. Für
46 Prozent halten sich Vor- und Nachteile die Waage. 16 Prozent
denken, dass soziale Medien überwiegend Nachteile haben.
Positiv betrachten die Befragten vor allem die soziale Verbindung:
82 Prozent nutzen demnach soziale Medien, um mit Freundinnen und
Freunden oder anderen Menschen in Kontakt zu bleiben. 74 Prozent
bekommen dort nach eigenem Dafürhalten neue Ideen oder Inspiration.
Auf der anderen Seite benennen die Jugendlichen aber auch klar,
welche negativen Seiten sie bei sozialen Medien sehen: 74 Prozent
verlieren auf den Plattformen häufig das Gefühl für die Zeit. Als
größte Risiken nennen sie Mobbing, Hass und Beleidigungen (50
Prozent), zu langes Scrollen, ohne aufhören zu können (44 Prozent)
sowie Falschinformationen und Fake News (42 Prozent).
Wie kann man besseren Schutz herstellen?
Eine große Mehrheit von 84 Prozent spricht sich für bessere
Inhaltsfilter und die schnelle Löschung ungeeigneter Inhalte aus.
Standardmäßig aktivierte Schutzeinstellungen wie private Profile und
eingeschränkter Kontakt durch Fremde befürworten 80 Prozent. 42
Prozent sehen bei Schutzmaßnahmen vor allem die Plattformen in der
Verantwortung, 25 Prozent halten es für eine gemeinsame Aufgabe
unter Einschluss der Jugendlichen selbst, und nur 15 Prozent sehen
den Staat und die Politik in der Verantwortung.
Die Umfrage zeigt nach Einschätzung von
Unicef-Deutschland-Geschäftsführer Christian Schneider, dass
Jugendliche die Risiken im digitalen Raum kennen. "Sie haben klare
Vorstellungen davon, was helfen würde, diesen sicherer zu gestalten.
Die Jugendlichen sagen uns: Verbote allein bringen gar nichts. Was
sie sich wünschen, ist ein digitaler Raum, der sicher und
altersgerecht ist." Die Anbieter der Plattformen müssten mit
automatischen Schutzeinstellungen, konsequenter Inhaltsmoderation
und echten Schutzmechanismen Verantwortung übernehmen./cd/DP/zb
ISIN US30303M1027 US02079K1079
AXC0040 2026-05-06/05:59
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Autor: - dpa-AFX
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