| Deutsche Börse-News: Auslandsaktien: "An niedrigere Tech-Bewertungen gewöhnen" |
| 07.05.2026 13:51:00 |
Tech-Unternehmen dominieren den
Handel mit Auslandsaktien an der Deutschen Börse wieder. Doch
zunehmend wird darauf geschaut, ob die milliardenschweren
KI-Investitionen sich auch auszahlen.
7. Mai 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Nasdaq 100 erklimmt
immer neue Höhen, das Thema KI-Blase ist wie weggeblasen. Das
schlägt sich auch in den Umsätzen mit Auslandsaktien an der
Deutschen Börse nieder. Südkoreas Halbleiterhersteller SK Hynix
steht auf der Liste für den April ganz oben. Dann folgen US-Namen
wie Microsoft, Nvidia, Amazon, Alphabet, Intel, Micron und Apple.
Die im März noch so wichtigen Öl- und Gaskonzerne Shell, BP, Equinor
oder Petrobras sind abgerutscht. Auch die zuvor umsatzstarken
Minenkonzerne wie Pan American Silver spielen keine große Rolle
mehr.
Doch nicht alle der Magnificent Seven haben mit ihren Zahlen zum
ersten Quartal überzeugen können. Meta (US30303M1027) geriet unter
Abgabedruck, Microsoft (US5949181045) ebenfalls. "Die Magnificent
Seven sind keine Selbstläufer mehr", bemerkt Stefan Waldhauser,
Tech-Experte und -investor.
Mehr dazu: high-tech-investing.de
Mit Ausnahme von Alphabet (US02079K3059) sei die Reaktion negativ
ausgefallen. Dabei hätten die Ergebnisse auf den ersten Blick über
den Erwartungen gelegen. "Die aufgrund der ressourcenfressenden KI
immer teurer werdenden Investitionen von inzwischen 800 Milliarden
US-Dollar für 2026 und geschätzten über 1 Billion US-Dollar für 2027
schrecken inzwischen die Anleger ab."
"Neue Art von Schwerindustrie"
Waldhauser zufolge sollten sie sich an niedrigere Bewertungen der
führenden Cloud-Unternehmen, der Hyperscaler, gewöhnen - trotz hoher
Wachstumsraten. Der Bewertungsaufschlag sei jahrelang mit den wenig
kapitalintensiven Geschäftsmodellen begründet worden. Zukünftig
würden drastisch steigende Abschreibungen auf den bislang üppigen
Margen lasten. "Die Hyperscaler werden zu einer neuen Art von
Schwerindustrie, der erfahrungsgemäß niedrigere Bewertungs-Multiples
zugestanden werden." Anlegerinnen und Anleger sollten sich also
nicht vorschnell zum Kauf verleiten lassen, nur weil das KGV bei
Unternehmen wie Microsoft oder Meta mittlerweile deutlich unter dem
historischen Durchschnitt liege und die Aktien dadurch optisch
günstig erschienen.
Immer noch viele Empfehlungen
Viele Banken raten allerdings unverändert zum Einstieg. Bei Amazon,
Microsoft und Meta rechnen zum Beispiel UBS, Goldman Sachs, Jeffries
& Company, RBC Capital und Barclays Capital mit weiteren
Kursanstiegen und empfehlen den Kauf. Bei Alphabet und Apple gibt es
auch neutrale Einstufungen, etwa von der UBS und Jefferies.
"Chancen jenseits der zentralen Akteure"
"KI ist kein Trend mehr, der ?alle Boote gleichermaßen hebt?",
erklärt Ann-Katrin Petersen von BlackRock. Die Märkte
differenzierten stärker danach, wie KI Geschäftsmodelle verändere.
Und sie suchten gezielt nach Belegen dafür, dass die rekordhohen
Investitionen in Rechenzentren, Chips und Humankapital sich
auszahlten. Der Investitionsboom unterstreiche aber die dynamisch
wachsende Nachfrage nach KI?Infrastruktur und komme insbesondere der
Halbleiter? und Hardware-Industrie in Taiwan und Südkorea zugute.
BlackRock favorisiert US? und Schwellenländeraktien. "Aktive
Investoren können zudem Chancen jenseits der zentralen Akteure des
KI?Ausbaus nutzen - etwa bei frühen KI?Anwendern im Finanzsektor
oder in ausgewählten Bereichen des Gesundheitswesens wie Bildgebung,
Diagnostik und Dokumentation."
Geld locker machen für SpaceX-IPO
Waldhauser weist noch auf etwas anders hin: die Unsicherheit durch
den für den Sommer erwarteten Börsengang von Elon Musks
Raumfahrunternehmen SpaceX. "Es ist davon auszugehen, dass
institutionelle Anleger im Vorfeld gerade die liquiditätsstarken
Mag7-Werte und insbesondere Tesla verkaufen werden, um Kapital für
SpaceX freizumachen", meint er. Kaum ein Fondsmanager könne es sich
leisten, eines der absehbar zehn wertvollsten Unternehmen nach dem
IPO nicht im Depot zu haben. "Der Erfolg von SpaceX ist aufgrund
maßgeschneiderter neuer Börsenregeln fast schon vorprogrammiert."
Mehr dazu: hightechinvesting.com
Von Anna-Maria Borse, 7. Mai 2026 © Deutsche Börse AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG
verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und
Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
AXC0247 2026-05-07/13:51
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Autor: - DEUTSCHE-BOERSE AG
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