| Addiko-Bieterkampf - RBI erhöht Angebot auf 26,50 Euro je Aktie / Konkurrent NLB setzt sich Annahmeschwelle von 75 Prozent - Annahmefrist für Aktionäre läuft bis 22. Juli |
| 13.05.2026 11:36:00 |
Im Übernahmewettbewerb um die Addiko Bank hat die
Raiffeisen Bank International (RBI) ihr Angebot für das auf Zentral-
und Osteuropa spezialisierte Institut nach oben geschraubt. Geboten
werden nun 26,50 Euro je Aktie, das Erstangebot lautete noch auf
23,05 Euro je Anteilsschein. Konkurrenz kommt von der slowenischen
Nova Ljubljanska Banka (NLB), die ebenfalls an der Addiko
interessiert ist und 29,0 Euro je Aktie bietet.
Die RBI schließe damit die Lücke zwischen den beiden Angeboten
und "erhöht die Transaktionswahrscheinlichkeit", sagte der Präsident
des Interessenverband für Anleger (IVA), Florian Beckermann, zur
APA. Dennoch liegt auch das neue RBI-Angebot unter dem aktuellen
Aktienkurs der Bank. Die Papiere kletterten am Mittwochvormittag um
5,07 Prozent auf 29,0 Euro nach oben.
NLB setzt sich Annahmeschwelle von 75 Prozent
Die slowenische Nova Ljubljanska Banka (NLB) hat indessen am
Mittwoch ihre detaillierten Angebotsunterlagen veröffentlicht. Sie
setzt sich wie bereits bei ihrem Übernahmeversuch im Jahr 2024
wieder eine Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent. Bis 22. Juli
haben die Aktionäre nun Zeit, sich für oder gegen das Angebot zu
entscheiden. Beim Bieterkampf im Jahr 2024 war die NLB an dieser
hohen Annahmehürde gescheitert. Auch die RBI hat ihr Angebot an eine
Annahmequote von 75 Prozent geknüpft.
Der Addiko-Vorstand hatte bereits in der Früh bei der Bekanntgabe
der Quartalsergebnisse angekündigt, nach Veröffentlichung der beiden
Angebote eine Stellungnahme abgeben zu wollen. Diese steht bisher
noch aus.
Pläne der RBI und NLB für Addiko sehr unterschiedlich
Die Pläne, die RBI und NLB nach einer Übernahme für die Addiko
haben, sind unterschiedlich. Die RBI würde nach einer Übernahme
lediglich das Geschäft in Kroatien, Slowenien und Österreich
behalten wollen. Die übrigen Märkte - Serbien, Bosnien und
Herzegowina sowie Montenegro - will sie hingegen mittels eines
sogenannten Carve-outs abstoßen. Das soll im Rahmen einer
Vereinbarung mit der serbischen Alta Group, die derzeit knapp 10
Prozent an Addiko hält, passieren. Rund um die Alta Group gab es
2024 viele Unklarheiten bezüglich der Eigentumsverhältnisse bei der
Addiko Bank. Die Probleme gipfelten darin, dass die Bank auf Anraten
der Europäischen Zentralbank (EZB) die Dividende für die Jahre 2024
und 2025 ausgesetzt hat.
Im Falle einer erfolgreichen Übernahme rechnet die RBI mit einem
Rückgang ihrer harten Kernkapitalquote (ohne Russland-Geschäft) um
46 Basispunkte. Nach dem Carve-Out würde ein endgültiger Effekt von
minus 11 Basispunkten übrig bleiben.
Die NLB hat dagegen vor, alle Märkte der Addiko zu integrieren.
Sie sieht vor allem aufgrund des Geschäfts mit Konsumentenkrediten
und mit kleinen und mittleren Unternehmen eine überzeugende
strategische Option. Mit dem eigenen Geschäftsmodell sei die Addiko
sehr gut kompatibel, hieß es in der Ankündigung der NLB.
bel/cgh
ISIN AT000ADDIKO0
WEB https://www.addiko.com/
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Autor: - APA/bel/cgh
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