| Wiener Börse (Mittag) - ATX dämmt Plus auf 0,07 Prozent ein / Nach deutlichen Vortagesabschlägen - Zahlenvorlagen von Addiko Bank, Bajaj Mobility, Polytec, Semperit, Wienerberger und Verbund |
| 13.05.2026 12:12:00 |
Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Mittwoch im
Mittagshandel nur mehr knapp im Plus präsentiert. Der heimische
Leitindex ATX gewann gegen zwölf Uhr dünne 0,07 Prozent auf 5.853,10
Einheiten. An den europäischen Leitbörsen ging es nach den starken
Vortagesabschlägen mit den Aktienkursen etwas deutlicher nach oben.
Nachlassende Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Nahost
Konflikts haben die Ölpreise zuletzt ansteigen lassen und die
Stimmung der Anleger getrübt. Der Iran-Konflikt ist ungelöst und die
Lage in der Straße von Hormuz undurchsichtig, schrieben die
Helaba-Analysten. Noch hält der Waffenstillstand, die Rhetorik der
Konfliktparteien verschärft sich aber. In diesem Zusammenhang sei
auf den anstehenden Besuch von US Präsident Trump in China
verwiesen. Die USA fordern China dazu auf, eine größere Rolle bei
den Friedensverhandlungen zu spielen, hieß es weiter von den
Experten.
Am heimische Markt nahm auf Unternehmensebene die Berichtssaison
merklich an Fahrt auf. Zahlen legten Addiko Bank, Bajaj Mobility,
Polytec, Semperit, Wienerberger und der Verbund vor.
Die Trockenheit und die damit verbundene schwache Wasserführung
hat dem teilstaatlichen Stromkonzern Verbund im ersten Quartal einen
Ergebniseinbruch beschert. Der Gewinn sackte um 32 Prozent auf 270
Mio. Euro ab, beim Umsatz ergab sich ein Minus von 15,5 Prozent auf
1,94 Mrd. Euro. Zusätzlich negativ auf das Ergebnis wirkte ein
niedrigerer durchschnittlicher Absatzpreis im Stromverkauf. Die
Verbund-Aktie reagierte auf die Zahlenvorlage mit plus 0,8 Prozent.
Laut Barclays lagen die Zahlen über den Erwartungen. Positiv hoben
zudem die Analysten der Erste Group hervor, dass der Verbund den
Gesamtjahresausblick nach oben revidiert hat.
Der Baustoffriese Wienerberger hat heuer im ersten Quartal 30
Mio. Euro Verlust eingefahren, wie der weltgrößte Ziegelhersteller
bekannt gab. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war noch ein Gewinn
nach Steuern von 5 Mio. Euro erzielt worden. Der Umsatz sank um 7
Prozent auf knapp über 1 Mrd. Euro. Wienerberger-Aktien bauten ein
Minus von vier Prozent. Laut Erste Group lieferte das Unternehmen
einen schwachen Auftakt in das Jahr 2026.
Der Motorradhersteller Bajaj Mobility, früher Pierer Mobility,
hat im ersten Quartal deutlich mehr Umsatz gemacht und den Verlust
klar eingegrenzt. Unterm Strich stand ein Minus von 35,1 Mio. Euro,
nach einem Verlust von 108,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der
Umsatz legte indessen um 70,2 Prozent auf 331,3 Mio. Euro zu, wie
die KTM-Mutter mitteilte. Die Bajaj-Titel beschleunigten um mehr als
sechs Prozent.
Der oberösterreichische Autozulieferer Polytec hat in den ersten
drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 bei einem deutlich geringeren
Umsatz ein höheres Ergebnis erzielt. Das Ergebnis nach Steuern
kletterte auf 2,5 Mio. Euro, nach 1,0 Mio. Euro im Vorjahresquartal.
Grund für den Umsatzrückgang um 20,8 Prozent auf 143,7 Mio. Euro war
vor allem der Verkauf des operativen Geschäfts im Vereinigten
Königreich Ende 2025. Bei Polytec gab es ein Minus von 2,3 Prozent
zu sehen.
Der in Wien ansässige Gummi- und Kautschukkonzern Semperit hat im
ersten Quartal 2026 wieder deutlich in die Gewinnzone
zurückgefunden. Nach einem Verlust drehte das Ergebnis nach Steuern
mit 8,9 Mio. Euro ins Plus. Auch beim Umsatz und dem operativen
Ergebnis (EBITDA) verzeichnete das Traditionsunternehmen in den
ersten drei Monaten des Jahres kräftige Zuwächse.
Semperit-Anteilsscheine tendierten unverändert.
Die auf das Geschäft in Zentral- und Osteuropa spezialisierte
Addiko Bank hat im ersten Quartal 2026 weniger Gewinn gemacht.
Sondereffekte belasteten das operative Ergebnis, beim Neugeschäft
gab es dagegen ein Wachstum von 6,1 Prozent.
Im Übernahmewettbewerb um die Addiko Bank hat die Raiffeisen Bank
International (RBI) heute ihr Angebot für das auf Zentral-und
Osteuropa spezialisierte Institut nach oben geschraubt. Geboten
werden nun 26,50 Euro je Aktie, das Erstangebot lautete noch auf
23,05 Euro je Anteilsschein. Konkurrenz kommt von der slowenischen
Nova Ljubljanska Banka (NLB), die ebenfalls an der Addiko
interessiert ist und 29,0 Euro je Aktie bietet. Die Addiko-Aktie
tendierten zuletzt bei 29 Euro und wurden heute noch nicht
gehandelt.
ste/moe
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Autor: - APA/ste/moe
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