| Wienerberger rutschte im ersten Quartal in die Verlustzone / Ergebnis nach Steuern belief sich auf minus 30 Mio. Euro, nach plus 5 Mio. Euro im Vorjahr - Verschärfter Sparkurs und Preiserhöhungen - Jahresziele für 2026 unverändert |
| 13.05.2026 12:42:00 |
---------------------------------------------------------------------
AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Weitere Details und Zitate nach dem Analysten-Call (ab 4. Absatz)
---------------------------------------------------------------------
Der börsenotierte Baustoffriese Wienerberger hat
heuer im ersten Quartal einen Verlust nach Steuern in Höhe von 30
Mio. Euro eingefahren, wie der weltgrößte Ziegelhersteller am
Mittwoch auf seiner Homepage bekanntgab. Im Vergleichszeitraum des
Vorjahres war noch ein Gewinn von 5 Mio. Euro erzielt worden. Der
Umsatz sank um 7 Prozent auf rund 1 Mrd. Euro. Der weltweite
Personalstand verringerte sich von 20.348 auf 20.220
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 2 Mio.
Euro, nach 40 Mio. Euro Gewinn in der Vorjahresperiode. Das Ergebnis
vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verschlechterte sich
den Konzernangaben zufolge um 29 Prozent von 129 Mio. Euro auf 92
Mio. Euro.
Das Eigenkapital ging von 2,80 auf 2,79 Mrd. Euro geringfügig
zurück, doch die Nettoverschuldung stieg um 20 Prozent von 1,64 auf
1,98 Mrd. Euro. Dadurch verschärfte sich der Verschuldungsgrad
(Gearing Ratio) des Unternehmens von 58 auf 70 Prozent.
Nahost-Konflikt hinterlässt Spuren
Der Krieg im Nahen Osten, der Ende Februar mit dem Angriff der
USA und Israels auf den Iran startete, habe noch nicht auf die
Zahlen des ersten Quartals durchgeschlagen. "Das wird im zweiten
Quartal und im Rest des Jahres spürbar", sagte Finanzvorständin
Dagmar Steinert am Mittwoch in einer Analysten-Telefonkonferenz.
Der Nahost-Konflikt berge "ein hohes Risiko für
Lieferkettenverwerfungen". Die Visibilität für den weiteren
Geschäftsgang heuer sei dadurch eingeschränkt. Die bereits
gestiegenen Energiekosten seien bei Wienerberger zu über 80 Prozent
"hedged", also abgepuffert. Sehr wohl zu spüren bekommt der Konzern
die "stark gestiegenen Kunststoffpreise". Das wirkt sich im Bereich
Wasser- und Energiemanagement (Piping Solutions) des Konzerns aus.
Neben den Material- gingen auch die Transport- und Lohnkosten
nach oben. "Wir stemmen uns mit Preiserhöhungen dagegen", erklärte
Steinert. In Osteuropa könnten diese im weiteren Jahresverlauf bis
zu 20 Prozent erreichen.
Ausblick auf Gesamtjahr unverändert
Das Ergebnisziel für 2026 behielt die Konzernführung unter CEO
Heimo Scheuch bei. "Wir bekräftigen unseren Ausblick, aber wir
müssen abwarten, wie sich die Märkte entwickeln", sagte
Finanzvorständin Steinert auch mit Blick in Richtung Nahost.
Trotz stark gesunkener Absatzvolumina und gestiegener
Materialkosten im ersten Quartal soll das operative EBITDA im
Gesamtjahr auf rund 810 Mio. Euro zulegen - 2025 war es von 760 Mio.
auf 754 Mio. Euro gesunken. Heuer im ersten Quartal brach der Wert
im Jahresabstand um 26 Prozent auf 97 Mio. Euro ein. "Wir sehen ein
deutlich negatives organisches Wachstum", formulierte es die CFO.
"Das war alles volumenbedingt. Das wurde erwartet. Das ist überhaupt
keine Überraschung."
Gelingen soll die operative EBITDA-Steigerung 2026 mit
Preiserhöhungen - "die Konkurrenz macht das auch" -, weiterhin
striktem Kostenmanagement beziehungsweise dem hauseigenen
Sparprogramm "Fit For Growth". Die Maßnahmen sollen die
Profitabilität stärken, den Cashflow erhöhen und die
Nettoverschuldung senken. CO2-Zertifikate sollen keine verkauft
werden, betonte Steinert.
Akquisitionskurs vorerst zu Ende
Im zweiten Quartal wird ihren Angaben zufolge noch die per Ende
April abgeschlossene Mehrheitsbeteiligung (50 Prozent plus 1 Aktie)
am italienischen Keramikprodukte-Hersteller Italcer mit Kosten in
Höhe von 160 Mio. Euro durchschlagen. Den infolge der Akquisition
erwarteten EBITDA-Beitrag bezifferte die Finanzchefin mit 50 Mio.
Euro.
"Wir haben natürlich eine Last aus dem ersten Quartal zu tragen,
aber das zweite Halbjahr wird stärker als das erste Halbjahr",
stellte die Finanzvorständin in Aussicht. Die Absatzvolumina sollen
wieder steigen, sodass letztlich das Vorjahresniveau wieder erreicht
werden dürfte - vorbehaltlich der noch nicht absehbaren weiteren
Auswirkungen des Nahost-Konflikts.
Größere Übernahmen stehen den Angaben zufolge vorerst nicht auf
dem Plan. "Mein Appetit ist gesättigt, denn ich schaue auf unsere
Bilanz - unsere Fähigkeit, weitere Akquisitionen zu finanzieren ist
vorerst nicht gegeben", hielt die Finanzvorständin fest. Der Konzern
fühle sich stark seinem Investment-Grade-Rating (Kreditwürdigkeit)
verpflichtet. Derzeit würden die Organisation gestrafft,
Produktionsstätten zusammengelegt, Kapazitäten zurückgefahren und
nicht zum Kerngeschäft gehörende Liegenschaften verkauft. Alleine
Letzteres soll 20 bis 30 Mio. Euro einspielen.
Westeuropa relativ stabil, Nordamerika schwach
Die Zuversicht für Steigerungen im Gesamtjahr beruht vor allem
auf dem westeuropäischen Markt, der sich im ersten Quartal mit einem
Absatzrückgang von 3 Prozent und einer relativ starken Nachfrage in
den Bereichen Renovierung und Energieübertragung am stabilsten
entwickelt habe. In Österreich und in Ungarn sei die Nachfrage wegen
eingeschränkter Leistbarkeit im ersten Quartal verhalten geblieben.
Im Gegensatz zu Westeuropa gab es in den USA und Kanada heuer zum
Jahresstart einen scharfen Volumeneinbruch "im zweistelligen
Prozentbereich" infolge schwacher Neubauaktivitäten und schlechter
Witterungsbedingungen. Nordamerika bleibt schwierig", erwartet
Steinert. Starke Preiserhöhungen sind dort nicht drin.
kre/ivn
ISIN AT0000831706
WEB http://www.wienerberger.com
|
Autor: - APA/kre/ivn
|
| Copyright APA. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 24.040,95 | 86,02 | 0,36% |
| TecDax | 3.750,14 | 40,69 | 1,10% |
| MDAX | 31.043,98 | 33,60 | 0,11% |
| Dow Jones (EOD) | 49.760,56 | 56,09 | 0,11% |
| Nasdaq 100 | 29.064,80 | -255,86 | -0,87% |
| S & P 500 (EOD) | 7.400,96 | -11,88 | -0,16% |
| SMI | 13.119,53 | 18,20 | 0,14% |
|
| EUR/US$ | 1,1705 | -0,00 | -0,29% |
| EUR/Yen | 184,7578 | -0,28 | -0,15% |
| EUR/CHF | 0,9161 | -0,00 | -0,03% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8671 | 0,00 | 0,01% |
| Yen/US$ | 0,0063 | 0,00 | -0,11% |
| CHF/US$ | 1,2778 | -0,00 | -0,25% |
|
| baha Brent Indication | 106,84 | -0,35 | -0,33% |
| Gold | 4.684,45 | -30,71 | -0,65% |
| Silber | 86,34 | -0,27 | -0,31% |
| Platin | 2.146,05 | 31,16 | 1,47% |
| |
|
|