| Aktien Frankfurt: Dax zurück über 24.000 Punkte - Quartalszahlen und Hoffnungen |
| 13.05.2026 14:22:00 |
Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch einen
Erholungskurs eingeschlagen. Im Blick steht neben einer Flut an
Quartalsberichten vor allem der Staatsbesuch von US-Präsident Donald
Trump in China, auf dem er unter anderem nun doch von Jensen Huang,
dem Chef des KI-Chipgiganten Nvidia , begleitet wird.
Der Dax eroberte gleich zum Handelsstart die Marke
von 24.000 Punkten zurück, unter die er am Vortag gesackt war. Am
frühen Nachmittag legte das deutsche Börsenbarometer um 0,94 Prozent
auf 24.181 Punkte zu - bei allerdings "insgesamt dünnem
Handelsvolumen", wie Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC
Markets anmerkte. Die Investoren trauten sich nicht wirklich aus der
Deckung und warteten ab.
Anders hatte es noch in der vergangenen Woche ausgesehen. Da war der
Dax - von wachsender Zuversicht über eine Einigung zwischen den USA
und dem Iran getrieben etwas über 25.150 Punkte auf den höchsten
Stand seit Kriegsbeginn geklettert. Mit wieder schwindenden
Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts hatten sich diese
Erholungsgewinne jedoch rasch wieder aufgelöst.
Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, gewann am
Mittwochnachmittag 0,48 Prozent auf 31.160 Zähler, und auch
europaweit legten die Börsen überwiegend zu. In den USA wird ein
freundlicher Handelsstart an der technologielastigen Nasdaq-Börse
erwartet.
Der Besuch Trumps in China dürfte aus gleich zweierlei Gründen stark
beachtet werden. Zum einen wegen des Iran-Kriegs: Der Regierung in
Peking wird laut der LBBW eine besondere Rolle zugeschrieben, da ihr
das Potenzial zugetraut wird, "als vermittelnde Kraft zwischen den
Konfliktparteien aufzutreten". Portfoliomanager Thomas Altmann von
QC Partners wies zum anderen darauf hin, dass die Nachricht über die
Teilnahme des Nvidia-Chefs an der China-Reise Trumps positiv an den
Märkten ankomme. "Das gibt den Börsen Hoffnung auf eine weitere
Entspannung der Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden
Supermächten."
Hierzulande dreht sich derweil alles um massenhaft vorgelegte
Quartalsberichte aus Dax, MDax und SDax . Im Leitindex
zählten Merck zu den besten Werten mit plus 7,7
Prozent. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern trotzte
starken negativen Wechselkurseffekten und Umsatzrückgängen bei
wichtigen Medikamenten und verdiente operativ mehr als erwartet.
Entsprechend hob der neue Konzernchef Kai Beckmann die Prognose an.
Stark zeigte sich mit plus 4,4 Prozent auch die
Eon-Aktie , nachdem der Energiekonzern
mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen ebenfalls übertroffen
hatte. Der Mittelwert der Jahreszielspanne für das operative
Ergebnis dürfte unter Anlegern nun den Eindruck bestärken, dass die
Prognose konservativ sei, hieß es von Barclays. Das RWE
-Papier dagegen gab nach durchwachsenen
Dreimonatszahlen und einem im bisherigen Jahr starken Kursverlauf um
0,9 Prozent nach.
Geringere Versicherungsschäden und ein brummendes Fondsgeschäft
bescherten der Allianz einen überraschend starken
Jahresstart und der Aktie ein Kursplus von 1,2 Prozent. Um 3 Prozent
stieg die Aktie der Deutschen Telekom . Das Wachstum
von T-Mobile US , der wichtigsten Sparte des
Unternehmens, verhalf dem Mutterkonzern zu einem starken
Jahresstart. Zudem wurde die Prognose leicht angehoben.
Siemens indes pendelten zwischen Gewinnen und
Verlusten und gewannen zuletzt 0,7 Prozent. Im Zahlenwerk des
Technologiekonzerns gab es Licht und Schatten. Zwar überzeugte er
mit seinen Aufträgen im Bereich Rechenzentren, doch in der
Industrieautomatisierung blieben die Aufträge dem Analysehaus
Jefferies zufolge hinter den zuletzt gestiegenen
Investorenerwartungen zurück.
Im MDax ragten Bilfinger mit 7,8 Prozent Minus als
Index-Schlusslicht heraus und Jenoptik als Favorit
mit gut 12 Prozent Plus. Der Industriedienstleister Bilfinger bekam
im ersten Quartal wegen des Iran-Kriegs die Zurückhaltung seiner
Kunden zu spüren und meldete einen rückläufigen Auftragseingang. Die
Aktie des Optoelektronik-Unternehmens indes wurde von
Anschlusskäufen nach starken Quartalszahlen am Vortag auf ein
nächstes Rekordhoch bei knapp unter 44 Euro getrieben./ck/gl/stk
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
ISIN DE0008469008 DE0008467416 DE0009653386
AXC0308 2026-05-13/14:22
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Autor: - dpa-AFX
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