| ROUNDUP: Evotec beschafft sich frisches Geld für Umbau - Aktie unter Druck |
| 13.05.2026 14:38:00 |
Der Wirkstoffforscher Evotec hat
sich zur Finanzierung seines weiteren Umbaus frisches Geld
beschafft. Das Unternehmen platzierte am Dienstagabend
Wandelanleihen im Volumen von 116 Millionen Euro. Damit traf das
Vorhaben womöglich bei den Investoren auf etwas weniger Interesse
als erhofft, denn angepeilt hatten die Hanseaten zuvor ein Volumen
von etwa 125 Millionen Euro. Am Mittwoch belastete die Platzierung
den Aktienkurs deutlich.
Die Anteilsscheine sackten am Nachmittag zuletzt um gut 8 Prozent
auf 4,55 Euro ab, zeitweise war es mit noch größeren Abschlägen auf
ein Tief seit Mitte April zurückgegangen. Evotec waren damit einer
der größten Verlierer im SDax , dem Index der
kleineren Unternehmenswerte. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits
fast 17 Prozent nachgegeben, fast 40 Prozent Abschlag sind es gar
binnen zwölf Monaten.
Evotec teilte am Dienstagabend mit, dass die neuen Anleihen sieben
Jahre laufen und mit jährlich 2,625 Prozent verzinst werden. Der
Zinssatz liegt damit in der Mitte der zuvor angepeilten Spanne.
Die Schuldverschreibungen können später in Aktien umgewandelt
werden. Der zunächst festgelegte Wandlungspreis liegt den Angaben
zufolge bei 6,5313 Euro je Aktie. Weil Anleger am Ende der Laufzeit
zusätzlich aufgelaufene Zinsen zurückerhalten, ergebe sich effektiv
ein höherer Wandlungspreis von etwa 7,1844 Euro bei Fälligkeit der
Anleihe.
Außerdem wurden bestehende Evotec-Aktien platziert. Dabei handelt es
sich um den Verkauf von Papieren für Investoren, die sich im Rahmen
der Platzierung absichern wollen.
Finanzieren will der Konzern mit den Einnahmen sein sogenanntes
"Project Horizon". Das neue Umbauprogramm hatte Evotec-Chef
Christian Wojczewski im März angekündigt. Damit wollen die Hamburger
ihr Betriebsmodell grundlegend neu ausrichten. So sollen
Kernkompetenzen in sogenannten "Exzellenzzentren" gebündelt werden.
Im Gegenzug schrumpft die Zahl der Standorte weiter auf dann zehn.
Hierzu macht Evotec die Tore in München, Abingdon in Großbritannien,
Lyon in Frankreich sowie in Framingham in den USA dicht. Dadurch
sollen bis zu 800 Stellen wegfallen. Das gesamte Programm soll bis
Ende 2027 nachhaltige Einsparungen von rund 75 Millionen Euro
bringen.
Evotec war nach einem Boom in der Corona-Pandemie in die roten
Zahlen geschlittert. Mit dem Umbau will der seit Juli 2024
amtierende Wojczewski das Unternehmen wieder in die Spur bringen.
Den jetzt verkündeten Sparmaßnahmen waren bereits umfassende
Umstrukturierungen inklusive Schließungen und Stellenstreichungen
vorausgegangen. Auch das Portfolio dünnte Evotec aus./tav/lew/stk
ISIN DE0005664809
AXC0315 2026-05-13/14:38
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Autor: - dpa-AFX
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