| Devisen: Euro gibt erneut nach - Britisches Pfund bleibt unter Druck |
| 15.05.2026 16:55:00 |
Der Kurs des Euro hat am
Freitag weiter nachgegeben. Am Nachmittag kostete die europäische
Gemeinschaftswährung 1,1624 US-Dollar und damit etwas weniger als am
Vorabend. Der Euro bleibt damit klar unter der Marke von 1,17
Dollar, die er am Vortag unterschritten hatte. Die Europäische
Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1628 (Donnerstag: 1,1702)
Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8599 (0,8545) Euro.
Der Euro wurde aus Sicht der Helaba zuletzt durch die in den USA
zunehmende Zinserhöhungserwartung belastet. Das konjunkturelle
Umfeld in den Vereinigten Staaten liefere derzeit wenig Gründe, die
Geldpolitik zu lockern. Das technische Bild für den Euro trübe sich
zusehends ein und gebe kaum Grund für Optimismus, betonen die
Experten. So ist die Industrieproduktion in den USA im April stärker
gestiegen als von Volkswirten erwartet.
Gestützt wurde der Dollar auch durch die steigenden Ölpreise. Im
Gegensatz zu der Eurozone verfügen die USA über große Vorkommen. Öl
wird in Dollar gehandelt und steigende Preise für den Rohstoff
führen so zu einer wachsenden Nachfrage nach der US-Währung. Zudem
bleibt der Dollar als Weltleitwährung gefragt.
Erneut unter Druck geraten ist das britische Pfund. Neben der
Dollar-Stärke belastet die politische Unsicherheit. Für den
britischen Premierminister Keir Starmer wird es eng. Seit Monaten
wächst der Druck auf den Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei
- und nun ist er so groß wie selten zuvor. Der Premier lehnt einen
Rücktritt zwar beharrlich ab. Ob er gestürzt werden kann, ist
ungewiss.
"Für das Pfund sind das schlechte Nachrichten, da ein möglicher
Nachfolger wohl eher dem linken Flügel der Labour-Partei zuzuordnen
sein dürfte", kommentierte Commerzbank-Experte Michael Pfister. "In
einem solchen Fall würde der Markt wieder daran zweifeln, dass die
Regierung den öffentlichen Haushalt konsolidieren wird." Laut
Pfister dürften dem Pfund "schwierige Tage" bevorstehen.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,87050 (0,86618) britische Pfund, 184,36 (184,83)
japanische Yen und 0,9144 (0,9150) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.555 Dollar. Das
waren 96 Dollar weniger als am Vortag./he
ISIN EU0009652759 EU0009653088
AXC0199 2026-05-15/16:55
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Autor: - dpa-AFX
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