| Kaputte Bahn-Infrastruktur - Wirtschaft macht Druck |
| 05.06.2026 13:34:00 |
Wirtschaftsunternehmen und Konkurrenten der
Deutschen Bahn haben angesichts des maroden Schienennetzes Alarm
geschlagen und befürchten Einschränkungen für den gesamten
Wirtschaftsstandort Deutschland. Die aktuellen infrastrukturellen
Einschränkungen im Schienennetz führten zu "gravierenden
Herausforderungen entlang der gesamten Logistikkette", teilte das
Stahlunternehmen Salzgitter aus Niedersachsen der Deutschen
Presse-Agentur auf Nachfrage mit. Das gelte sowohl für die Lieferung
von Rohstoffen an Salzgitter als auch für den Abtransport der
gefertigten Produkte.
Die Eisenbahn sei für die Stahlindustrie der zentrale
Verkehrsträger. "Die Situation zwingt uns zu aufwendigen Umleitungen
und erheblichen Zusatzmaßnahmen, die mit massiven finanziellen
Mehrbelastungen einhergehen und inzwischen auch spürbare
volkswirtschaftliche Schäden verursachen", teilte Salzgitter mit.
Zunächst berichtete die "Süddeutsche Zeitung" über die Beschwerden
aus der Wirtschaft.
Zwei wichtige Strecken im Norden wegen Bauarbeiten gesperrt
Der zweitgrößte Stahlhersteller in Deutschland, das Unternehmen
Arcelor-Mittal, berichtete der "SZ" von "ersten
Produktionskürzungen", weil nicht genug Eisenerz angeliefert worden
sei. Ursache war demnach "das anhaltende Baustellenchaos im
norddeutschen Schienennetz". Zudem räume die Bahn den Güterzügen zu
wenig Priorität ein.
Die Bahn baut derzeit an unzähligen Stellen im Netz, um den weiteren
Verfall der maroden Schieneninfrastruktur zu stoppen. Zuletzt
ballten sich die Bauarbeiten in Norddeutschland auf wichtigen
Strecken: Die Verbindung Hamburg-Berlin ist wegen Verzögerungen bei
der sogenannten Generalsanierung noch dicht, auch zwischen Hamburg
und Hannover wird gebaut.
Verband sieht "halbwegs geordneten Betrieb" gefährdet
Bereits Ende Mai hat sich der Verband der privaten Güterbahnen an
das Bundesverkehrsministerium gewandt und kritisiert, dass
"insbesondere die zu hohe Dichte von unzureichend geplanten und
koordinierten Baustellen im Schienennetz" Lieferketten und letztlich
die Existenz von Güterbahnen bedrohe. Der Verband drohte damit,
seine Zustimmung zur aktuellen Sanierungsstrategie aufzugeben, und
politische wie rechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Nach Ansicht des
Verbands ist die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo "nicht mehr in
der Lage, einen halbwegs geordneten Betrieb zu gewährleisten".
Die Bahn teilte mit, dass sie die Situation in einigen Stahlwerken
in den Tagen um Pfingsten bedaure. Man sei im Austausch mit den
Güterbahnen, der Industrie und dem Handel. Für kurzfristige
Maßnahmen sei eine sogenannte Taskforce gebildet worden. Der Konzern
kündigte zudem ein vereinfachtes Verfahren für
Schadenersatzleistungen in Millionenhöhe an, über das die
Eisenbahnverkehrsunternehmen in Kürze informiert würden./nif/DP/stk
AXC0113 2026-06-05/13:34
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 24.759,05 | -185,90 | -0,75% |
| TecDax | 4.074,14 | -134,45 | -3,19% |
| MDAX | 32.466,60 | -335,01 | -1,02% |
| Dow Jones (EOD) | 50.866,78 | -695,15 | -1,35% |
| Nasdaq 100 | 28.957,60 | -1.450,21 | -4,77% |
| S & P 500 (EOD) | 7.383,74 | -200,57 | -2,64% |
| SMI | 13.388,23 | 46,96 | 0,35% |
|
| EUR/US$ | 1,1524 | -0,01 | -0,75% |
| EUR/Yen | 184,6730 | -1,12 | -0,60% |
| EUR/CHF | 0,9176 | 0,00 | 0,09% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8639 | -0,00 | -0,12% |
| Yen/US$ | 0,0062 | 0,00 | -0,21% |
| CHF/US$ | 1,2561 | -0,01 | -0,87% |
|
| baha Brent Indication | 93,46 | -2,09 | -2,18% |
| Gold | 4.325,01 | -150,18 | -3,36% |
| Silber | 67,93 | -5,95 | -8,06% |
| Platin | 1.792,32 | -103,49 | -5,46% |
| |
|
|