| Pharmakonzerne kürzen Investitionen - Bund verteidigt Kurs |
| 05.06.2026 14:18:00 |
Die Bundesregierung hat sich zum Stopp von
milliardenschweren Pharmainvestitionen in Deutschland geäußert. Eine
Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte in Berlin,
unternehmerische Entscheidungen gegen den Standort seien
bedauerlich. Sie zeigten, dass die Herausforderungen besonders auch
wegen der US-Pharmapolitik sehr ernst zu nehmen seien.
Der deutsche Markt bleibe aber trotz der diskutierten Maßnahmen mit
dem Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung attraktiv für
die Pharmabranche. "Auch dieser Industriezweig hat ja als
Arbeitgeber ein Interesse an stabilen Sozialbeiträgen." Ziel der
Bundesregierung sei, die Gesundheitswirtschaft zu stärken, sagte die
Sprecherin und verwies auf die laufende Erarbeitung einer
Pharmastrategie.
Stopp für hohe Investitionen in Deutschland
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hatte am Mittwoch
mitgeteilt, dass er wegen der Sparpläne der Bundesregierung im
Gesundheitswesen eine geplante Investition von 2,5 Milliarden Euro
in einen neuen Standort im rheinland-pfälzischen Alzey halbieren
will. Es solle zunächst nur der "Mindestumfang" des Standortes
fertiggestellt werden.
Der rheinland-pfälzische Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will
zudem geplante Investitionen von 900 Millionen Euro in Deutschland
stoppen. Als Gründe nannte er schwierige Bedingungen in Deutschland,
die Sparvorgaben der Bundesregierung und Druck aus den USA.
Boehringer Ingelheim hatte eine Art Abkommen mit der US-Regierung
geschlossen, um im Gegenzug für Investitionen in Amerika von
Pharmazöllen befreit zu werden.
Härtere Sparvorgaben für Konzerne
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Krankenkassen mit
dem "Beitragssatzstabilisierungsgesetz" 2027 um 16,3 Milliarden Euro
entlasten und so steigende Zusatzbeiträge verhindern. Geplant sind
auch schärfere Sparvorgaben für die Pharmabranche. So sollen die
Herstellerrabatte, die Arzneikonzerne Krankenkassen gewähren müssen,
steigen - nach Prognose des Pharmaverbands VFA von aktuell 7 Prozent
des Listenpreises auf rund 20 Prozent bis 2030.
Aus der Pharmabranche hatte es harsche Kritik an den Plänen gegeben.
Sie schadeten dem Standort unterliefen das Ziel der Bundesregierung,
die Pharmaindustrie als Schlüsselbranche zu stärken./als/sam/DP/jha
ISIN US5324571083
AXC0123 2026-06-05/14:18
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Autor: - dpa-AFX
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