| Gold, Silber und Bitcoin leiden nach soliden US-Jobdaten unter Inflationssorgen |
| 05.06.2026 17:34:00 |
Nach robusten US-Arbeitsmarktdaten hat
die Aussicht auf steigende US-Leitzinsen bereits in diesem Jahr die
Kurse wichtiger Edelmetalle belastet. So fiel die Notierung für eine
Feinunze (etwa 31,1 Gramm) Gold am Freitagnachmittag in London auf
rund 4.347 US-Dollar. Das ist das tiefste Niveau seit Ende März. Der
Preis für eine Feinunze Silber sank um fast sieben Prozent auf rund
69 Dollar.
Gold und Silber litten unter robusten US-Arbeitsmarktdaten, die zu
einem Anstieg des US-Dollars und der Renditen am
Anleihenmarkt führten. Der Jobmarkt in den USA hatte im Mai positiv
überrascht, denn die Beschäftigtenzahl war deutlich stärker
gestiegen als erwartet. Dies schürte Erwartungen auf
Leitzinsanhebungen der US-Notenbank im späteren Jahresverlauf und
machte die beiden Edelmetalle unattraktiver, da sie selber keine
Zinsen abwerfen.
Der starke Dollar drückte zusätzlich auf die Nachfrage, da Gold und
Silber in der US-Währung notieren. Für Investoren außerhalb des
Dollar-Raums werden die Edelmetalle dadurch also teurer.
Bereits seit Wochen sind Gold und Silber wegen hoher
Inflationsrisiken im Zuge des Iran-Krieges bei Anlegern kaum
gefragt. Insbesondere Gold kann im derzeitigen Umfeld kaum von
seiner traditionellen Funktion als "Notanker" in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten profitieren. Wegen der anhaltenden faktischen
Blockade der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus besteht
die Sorge, dass der Ölpreis für längere Zeit auf hohem Niveau
notieren und so die Teuerung anheizen könnte.
Auch aus markttechnischer Sicht ist Gold derzeit angeschlagen. Der
Preis ist leicht unter die viel beachtete
200-Tage-Durchschnittslinie gerutscht, die den positiven
langfristigen Aufwärtstrend beschreibt. Sollte der Goldpreis
nachhaltig unter diese Linie fallen, sieht Marktstratege Elias
Haddad von der Investmentbank Brown Brothers Harriman & Co. das
Risiko weiterer Kursverluste.
Unter diesen für Risikoanleihen schlechten Rahmenbedingungen setzte
der Bitcoin seine jüngste Talfahrt fort. Die älteste und wichtigste
Kryptowährung notierte zuletzt auf der Plattform Bitstamp bei gut
60.700 Dollar und damit in der Nähe des Anfang Februar erreichten
Jahrestiefs. In einem ohnehin von geldpolitischer Unsicherheit
geprägten Umfeld könnte das jüngste Bekanntwerden des
Bitcoin-Verkaufs durch den US-Kryptowährungsinvestor Strategy
das Fass zumindest teilweise zum Überlaufen gebracht
und die jüngste Schwäche verstärkt haben, schrieb Marktexperte Timo
Emden von Emden Research./la/jsl/he
ISIN XC0009655157 XC0009653103
AXC0171 2026-06-05/17:34
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Autor: - dpa-AFX
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